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Ortskern-Charakter erhalten

as Lüneburg. Mehrheitlich bei einer Enthaltung hat der Bauausschuss der Stadt den Startschuss für den Bebauungsplan „Östlicher Ortskern Oedeme“ gegeben. Ziel ist es, darüber den Charakter des Ortskernes zu erhalten, machte Oberbürgermeister Ulrich Mädge in der Sitzung deutlich.

Wie berichtet, möchte der Eigentümer des Jägerhofes diesen und weitere Teile des Grundstückes veräußern. Auch der Landwirt Stegen hat signalisiert, dass er Teile seiner Hofstelle aufgeben möchte. Die Stadt will nun mit dem Bebauungsplan sozusagen einen Rahmen vorgeben. Denn laut Gesetz könnten die Eigentümer ohne Genehmigung Gebäude abreißen und anstelle dieser Gebäude etwas Neues bauen, machte Mädge deutlich. Mit dem Plan soll nicht nur eine Sicherung des Ortsbildes im Zentrum erzielt werden, auch alle alten Eichen sollen erhalten bleiben sowie zwei landwirtschaftliche Betriebe abgesichert werden. Einbezogen in den Bebauungsplan wird sowohl das Landschaftsschutzgebiet wie auch der Schießstand und die Reiterbar. Mittelfristig könnte auf der Fläche der Reiterbar ein Dorfgemeinschaftshaus entstehen – das hatte Mädge auch schon im Ortsrat Oedeme Ende August erläutert. Der Ortsrat, der in die Entwicklung des östlichen Ortskerns mit eingebunden wird, hatte sich mehrheitlich für den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan ausgesprochen.

Groben Planungen nach wären auf dem Grundstück Jägerhof acht eingeschossige Häuser möglich, sieben auf dem Areal Stegen.

Während André Schuler (SPD) einen Bebauungsplan für den richtigen Weg hält, kritisierte Ulrich Löb (Grüne) wie bereits im Ortsrat, dass nun Tor und Tür dafür geöffnet würden, dass immer mehr ortstypische Gebäude verloren gehen. „Ich finde es nicht gut, dass wir Eigentümern das ermöglichen“ und es dadurch zu einer totalen Veränderung des Ortskerns komme. Mädge verwies noch einmal auf die rechtliche Situation, die den Eigentümern ermögliche, auch ohne Genehmigung dort zum Beispiel dreigeschossige Neubauten anstelle vorhandener Gebäude zu errichten. „Durch den Bebauungsplan bekommen wir eine Eingeschossigkeit hin.“ Löbs Anregung, dass vorhandene Gebäude einfach umgebaut werden könnten, hielt er entgegen, dass dies mit erheblichen Kosten verbunden sei. Wenn die Stadt den Jägerhof kaufen solle, wäre ein siebenstelliger Betrag fällig – in Zeiten knapper Kassen kaum möglich.

Auch Birte Schellmann (FDP) hält den Plan für den richtigen Weg, um einen Rahmen vorzugeben. Grünenchef Andreas Meihsies hakte nach, wie zum Beispiel „blaue Dächer verhindert werden können“. Das sei Gegenstand einer Gestaltungssatzung oder könnte auch im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags mit den Eigentümern geregelt werden, erklärte Mädge.