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Klinik eröffnet Palliativstation

mm Lüneburg. Eine Begleitung in der letzten Lebensphase wünschen sich Betroffene und deren Angehörige wohl am liebsten für Zuhause. Doch manchmal geht das nicht. Der Freundeskreis Hospiz hat sich deshalb für einen Palliativbereich im Städtischen Klinikum stark gemacht. Das war vor neun Jahren, damals wurden zwei spezielle Zimmer an der Bögelstraße eingerichtet. Nach einer Erweiterung 2007 wurde die Bettenzahl nun von fünf auf acht erhöht – eine eigene Station ist entstanden. Jetzt wurde sie offiziell eingeweiht – mit Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD).

Die Politikerin lobte das ehrenamtliche Engagement des Freundeskreises, das hinter dem Projekt stecke: „Es ist beruhigend zu wissen, dass es solche ehrenamtliche Arbeit gibt.“

Auf der Palliativstation, die der Klinik für Anästhesiologie angegliedert ist, arbeitet ein Team von neun Krankenschwestern und einem Stationsarzt. Die Mannschaft kann neben der Unterstützung von Psychoonkologen, Therapeuten und Seelsorgern auch auf die der Ehrenamtlichen des Freundeskreises zählen. 80 Freiwillige sind für den Verein in der ambulanten Sterbebegleitung aktiv. „Die Palliativstation ist eine Ergänzung zum ambulanten Angebot des Hospizvereins“, sagte die Vorsitzende Manon von Flotow. Die Station solle eine Brücke zwischen häuslicher Umgebung und Krankenhaus herstellen.

„Im ambulanten Bereich gibt es noch keine adäquaten Versorgungsstrukturen“, begründet Prof. Christian Frenkel, Leiter der Anästhesiologie, die Verankerung der Palliativmedizin am Klinikum. In den vergangenen Jahren habe dieser Bereich eine enorme gesellschaftliche Wertschätzung erfahren. Auch für Mediziner bedeute das eine Umstellung. Frenkel: „Plötzlich ist man Lebensretter, Psychologe und Seelsorger zugleich.“

Das Ziel der Palliativmedizin am Krankenhaus sei die Stabilisierung von Patienten, im Idealfall erfolge eine Weiterbetreuung daheim. Durch die Erweiterung der Station können dort nun bis zu 200 Patienten pro Jahr versorgt werden – die durchschnittliche Verweildauer liege bei 16 Tagen. „Die Hälfte unserer Patienten können wir noch nach Hause oder ins Hospiz entlassen“, sagt Frenkel.

Der dreimonatige Umbau wurde zum größten Teil durch Spenden finanziert. Der Freundeskreis Hospiz steuerte eine Summe von 150 000 Euro bei, 28 000 Euro kamen vom Klinikum. „Ohne den Freundeskreis wäre der Ausbau nicht möglich gewesen“, sagt Klinikum-Geschäftsführer Dr. Michael Moormann. Minsterin Rundt sprach von einer Unterfinanzierung im Gesundheitssystem: „Da sind in der Vergangenheit erhebliche Fehler gemacht worden.“ Eine „vernünftige Finanzierung“ in der Zukunft sei ihr ein „Herzensanliegen“.