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Orthoklinik sieht weiter rot

as Lüneburg. Wenn die Jahresabschlüsse der Gesundheitsholding und ihrer Gesellschaften im Wirtschaftsausschuss in den vergangenen Jahren auf den Tisch kamen, war bisher die Freude groß. Auch für das Jahr 2012 konnte Holding-Chef Rolf Sauer jetzt im Ausschuss verkünden: „Das Unternehmen wächst“, allerdings sei die Summe der positiven Ergebnisse deutlich zurückgegangen. Während die Holding 2011 noch einen Überschuss von 2,9 Millionen Euro auswies, liegt dieser 2012 bei 731 943 Euro. Dementsprechend fallen auch die Ergebnisse der einzelnen Gesellschaften bescheidener aus. Aus Sicht von Sauer dennoch ein „respektables Ergebnis“ besonders mit Blick auf die bundesweit schwierige Lage der Krankenhäuser. Sorgenkind bleibt die Orthoklinik.

Finanzielles Flaggschiff unter den zehn Gesellschaften war 2012 die Psychiatrische Klinik Lüneburg (PKL) gGmbH mit 584 495 Euro Überschuss, 2011 waren es noch 1,38 Millionen Euro. Wesentlicher Grund für das Ergebnis seien die steigenden Personalkosten, sagte Sauer. Im Rahmen der Pflegesatzverhandlungen habe man zwar mehr Geld von den Kassen bekommen, aber mit der Auflage, mehr Personal einzustellen, um die Behandlungsintensität zu verbessern. Das habe man getan, das hat mehr gekostet.

Die Klinikum gGmbH fuhr 2011 noch ein Plus von 1,58 Millionen ein, 2012 sind es nur noch 265 000 Euro. Klinikum-Chef Dr. Michael Moormann ist dennoch „stolz auf die schwarze Zahl“. Denn es sei kein einfaches Jahr gewesen aufgrund der Tarifsteigerungen und notwendiger Personalerhöhungen, die die Personalkosten nach oben trieben und durch den Landesbasisfallwert nicht ausgeglichen worden konnten.

Die Ausschussmitglieder stimmten diesen Jahresabschlüssen wie weiteren zu:

Kurmittel GmbH: 27 293 Euro Überschuss (2011: 260 000 Euro aufgrund einer Sonderdividende aus Avacon-Aktien)

Service Plus Lüneburg GmbH: 18 181 Euro (2011: 37 862 Euro)

Städtisches Pflegezentrum Lüneburg GmbH: 25 275 Euro (2011: 4302 Euro)

Ambulanzzentrum Lüneburg: 9081 Euro (2011: 10 710 Euro)

Sports Friends Lüneburg GmbH: 516 Euro

Tagesklinik am Kurpark Lüneburg GmbH: 59 528 Euro (2011: 31 867 Euro).

Undurchsichtig und nicht verständlich dargestellt fand Birte Schellmann (FDP) die Zahlen zur Ganztags ambulante Rehabilitation Lüneburg gGmbH, an der die PKL ein Jahr mit 51 Prozent beteiligt war. Wie berichtet, war die Tagesklinik für Suchtpatienten, die vor vier Jahren an den Start gegangen war, Ende Juni geschlossen worden. Der Grund: hohe Kosten, wenige Patienten. Die FDP-Politikerin wollte wissen, welcher „Schaden“ der PKL entstanden sei. Auf das Wort „Schaden“ reagierte Oberbürgermeister Ulrich Mädge missgestimmt. Mit der Einrichtung habe man Suchtkranken helfen wollen, es gehe um Daseinsvorsorge. Durch die Abrechnungssysteme habe es keine Kostendeckung gegeben, „ich stehe zu dem Verlust“.

Auch Schellmann machte deutlich, dass sie die Einrichtung für sinnvoll gehalten habe, sie wolle aber wissen, wie hoch der Verlust für die PKL gewesen sei. Sauer verwies auf Ausführungen in einem vergangenen Wirtschaftausschuss: Die PKL hat das einjährige Engagement 70 000 bis 80 000 Euro gekostet.

Rote Zahlen schreibt weiter die Orthoklinik, die 2010 unters Dach der Holding kam. Bereits für 2011 war ein ausgeglichenes Ergebnis angekündigt worden, unterm Strich kamen 197 000 Euro Miese raus. Für 2012 beläuft sich das Minus auf rund 109 000 Euro. Die Erlöse seien dafür weiter der wesentliche Grund, erläuterte Geschäftsführer Heiko Zellmer. Ausgelöst dadurch, dass ein Belegarzt langfristig ausgefallen sei. Birte Schellmann bezweifelte, dass dies der einzige Grund für das schlechte Ergebnis sei und die Einstellung eines weiteren Belegarztes das Ruder rumreißen könne. Vielmehr müssten strukturelle Veränderungen auf den Weg gebracht werden.