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Neue Pläne für alte Musikschule

as Lüneburg. Eigentlich hatte die Stadt vor, den Komplex der alten Musikschule auf einen Schlag einer neuen Nutzung zuzuführen. Doch das komplizierte Konstrukt, das der Ausschreibung zugrunde lag, führte dazu, dass es keine konkreten Angebote von Kaufinteressenten gab. „Nun möchten wir die Nachnutzung in zwei Schritten auf den Weg bringen. Einen Vorschlag für eine neue Ausschreibung werden wir im Bauausschuss am 28. Oktober vorlegen“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Mädge.

Im Zuge der ersten Ausschreibung, die im vergangenen Februar erfolgte, hatten sich zehn Bewerber gemeldet. Doch zugreifen wollte letztlich keiner. Zu den Bedenken der Bewerber erläutert Mädge: „Das Gebäudeensemble steht überwiegend unter Denkmalschutz. In Gesprächen mit den Interessenten wurde deutlich, dass ein Gutachten auf den Weg gebracht werden muss, das aufzeigt, was an Veränderungen möglich ist, wenn dort Wohnen und kleinteiliges Gewerbe einziehen sollen. Wir haben dieses inzwischen in Auftrag gegeben.“ Kritisch beurteilten manche auch das Konstrukt der Ausschreibung, wonach knapp gesagt die Grundstücke, die sich zum Teil im Besitz der Stadt sowie im Eigentum der Stiftung Hospital zum Großen Heiligen Geist befinden, in Erbpacht vergeben werden sollten. In Hinblick auf die aktuell niedrigen Kapitalzinsen erwies sich ein Erbbauzins als wirtschaftliche Hürde. Und auch die Tatsache, dass der Jugentreff in jedem Fall an dem Standort bleibt, schmeckte nicht jedem Bewerber.

Angebote blieben zwar nach der ersten Ausschreibung aus, „aber es gibt derzeit fünf neue Interessenten“, sagt Mädge. Die Verwaltung ist inzwischen zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Nachnutzung in zwei Schritten umgesetzt werden könnte. „Fürs erste möchten wir die Grundstücke an der Neuen Sülze, die im Besitz der Stadt sind, ausschreiben.“ Statt sie im Erbbaurecht zu vergeben, sollen sie nun verkauft werden.

„Die Gebäude An der Münze, deren älteste Teile bis ins 15. Jahrhundert zurückgehen, lassen wir erst einmal außen vor.“ Die Grundstücke dort gehören der Stiftung, die Gebäude der Stadt. Denkbar wäre, dass dieser Teil des Komplexes von der Stiftung selber saniert und dann vermietet werden könnte. Einziehen könnten hier unter anderem die Sozial-Verwaltung der Stadt, die derzeit noch in dem Gebäude Neue Sülze 31 untergebracht ist. Das Haus hatte die Stadt von der Sparkasse vor Jahren erworben, nach dem Umzug der Sozial-Verwaltung könnte das Haus mittelfristig verkauft werden.

Im Vorfeld der ersten Ausschreibung hatte es geheißen, dass die Stadt einen Erlös von rund zwei Millionen Euro erwarte, die teilweise zur Gegenfinanzierung des Kultur- und Bildungszentrums Saline verwandt werden sollten. Mädge sagte jetzt: „Wir gehen davon aus, dass wir durch den Verkauf der Gebäude und Grundstücke an der Neuen Sülze einen entsprechenden Erlös erzielen können.“