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Auf den Hund gekommen

ca Lüneburg. Wer wenig hat, braucht oftmals einen treuen Begleiter: einen Hund. So haben einige der Männer und Frauen, für welche die Herberge am Benedikt zur vorläufig neuen Heimat wird, einen Vierbeiner bei sich. „Haustiere dürfen bei uns gehalten werden“, sagt Mitarbeiter André Pluskwa. Jetzt bieten die Betreuer gemeinsam mit Hundeexpertin Johanna Esser ein Training für Halter und ihre haarigen Freunde an. Nicht nur Bewohner nehmen daran teil, sondern auch Beschäftigte der sozialen Einrichtung. Ein Hintergrund für das Training liegt auch in neuen gesetzlichen Vorgaben für Hundehalter. Wie berichtet, fordern die von Herrchen und Frauchen, dass sie ihr Tier führen können und für die Haltung geeignet sind.

Doch natürlich galten auch schon vorher Regeln, um das Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern auf engem Raum möglich zu machen, sagt Pluskwa: „Wenn wir jemanden mit Hund aufnehmen, checken wir, ob das Tier sozial verträglich ist, ob wir beispielsweise in ein Zimmer gehen können, ohne dass er beißt. Und der Besitzer muss selbstverständlich verlässlich sein.“ Er soll Gassi mit dem Hund gehen und ihn versorgen. Dabei hilft die Tierfutterhilfe. Auch Fragen von Steuern und Versicherung werden geklärt.

Es sei eine bewusste Entscheidung, auf die tierische Verbindung zu setzen, erzählt der 40-Jährige: „Die Hunde tragen erheblich zur Stabilisierung ,ihrer‘ Menschen bei: Verantwortungsgefühl der Halter, das sich über den Hund entwickelt und dann auf das eigene Leben überträgt; sie sind Sozialpartner, ohne soziale Vorurteile; die Klienten kommen raus in die ,echte‘ Welt, entsprechend begegnet man sich von Hundehalter zu Hundehalter.“

Trainerin Johanna Esser kommt einmal im Monat zum Üben auf den Hof der Herberge, geht mit den Teilnehmern aber auch ins Gelände. Die 35-Jährige erklärt: „Es zeigt sich schnell, ob jemand seinen Hund im Griff hat. Kläfft das Tier, lässt es sich rufen und begrenzen? Kommt der Hund und bleibt bei mir, wenn ich ihn rufe?“ Damit das gelingt, vermittelt sie den Besitzern Kommandos und die passende Körpersprache. Am Anfang muss der Hund an der kurzen Leine gehen, wird zum Halter gezogen, wenn er sich widersetzt, getadelt und gelobt.

Das Duo ist überzeugt, dass sich die Arbeit mit Mensch und Tier lohnt. Denn es gibt großes Interesse an den „Sprechstunden“ und viele der Teilnehmer kommen regelmäßig wieder.