Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Maltas Bildungsminister Evarist Bartolo rät den Studenten in der Johanniskirche, an ihren Träumen festzuhalten, dann könnten sie Großes erreichen.
Maltas Bildungsminister Evarist Bartolo rät den Studenten in der Johanniskirche, an ihren Träumen festzuhalten, dann könnten sie Großes erreichen.

Bildung lebt von der Leidenschaft

mm Lüneburg. Sie sind da. 1770 Erstsemester der Leuphana Universität Lüneburg bevölkerten gestern am späten Vormittag den Platz Am Sande, schwärmten von dort aus, um die Stadt zu entdecken. Zuvor hatte die offizielle Eröffnungsfeier der englischsprachigen Startwoche in der Johanniskirche stattgefunden. Unter den Gastrednern waren Evarist Bartolo, Minister für Arbeit und Bildung aus Malta, und der bekannte Architekt Daniel Libeskind, Honorarprofessor an der Lüneburger Hochschule.

„Was ist Eure Leidenschaft?“, fragte Leuphana-Präsident Sascha Spoun die neuen Studenten bei seiner Eröffnungsrede. Denn Leidenschaft sei die treibende Kraft der Bildung. Die Universität böte die Freiheit, Leidenschaft zu erkennen und zu nutzen. So könnten die Studenten die Zukunft mitgestalten – schon bei der Startwoche.

Bis Freitag setzen sich die Erstsemester mit den Themen einer alternden Gesellschaft, der Förderung gesunder Lebensumstände im urbanen Raum und dem nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen auseinander. Dafür entwickeln sie Ideen zur Gestaltung der Zukunftsstadt Leinwig.

Ansporn zur Zukunftsgestaltung gab Evarist Bartolo. Malta sei für viele so klein, „dass sie gar nicht glauben, dass wir existieren“, scherzte der Bildungsminister des Inselstaates. Das Land blickt auf eine Historie wechselnder Besatzungen zurück. „Dennoch haben wir überlebt“, stellte Bartolo klar. Dies sei gelungen, da die Malteser immer große Träume hätten. „Wenn man an seinen Träumen festhält, kann man Großes erreichen“, sagte Bartolo den Studenten. Das 20. Jahrhundert sei noch geprägt gewesen von „totalitären Alpträumen“, das jetzige biete ganz neue Freiheiten.

Eine ähnliche Auffassung vertritt der Architekt Daniel Libeskind aus den USA. „Das 21. Jahrhundert markiert eine neue Ära. Es geht vielmehr um das Individuum, menschliche Freiheiten und Demokratie“, sagte er. Die Studenten sollten sich in ihrem Studium durch Lektüre ein Bild über die Vergangenheit machen und dann den Mut fassen, Neues zu erschaffen.

Dr. Klaus Bergmann von der Universitätsgesellschaft war es ein Bedürfnis, den Sinn der Studenten für das Kleine im großen Ganzen zu schärfen. „Vergessen Sie die Regionen nicht“, appellierte er. Denn „die Wiege nachhaltiger Lebenskulturen“ seien die Regionen. Es gehe auch um die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe als Gegenpol zu einer überhitzten Weltökonomie. Der Aufruf war eine gute Überleitung zur ersten Projektaufgabe der Studenten. Sie sollten ihre Studienstadt aus der Sicht verschiedener Charaktere fotografieren.

Die Motive und erste Erlebnisse der Studenten gibt es im Laufe des Tages auf der LZ-Facebookseite im Internet zu sehen.