Mittwoch , 28. September 2016
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Wirtschaftsminister Olaf Lies (r.) und NBank-Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter händigen Gabriele Düker Förderbescheid und Darlehensvertrag aus. Foto: t&w
Wirtschaftsminister Olaf Lies (r.) und NBank-Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter händigen Gabriele Düker Förderbescheid und Darlehensvertrag aus. Foto: t&w

Starthilfe für Teenagertraum

ahe Lüneburg. Schon als Teenager wollte Gabriele Düker Räume gestalten. In Spanien, wo sie die vergangenen 18 Jahre gelebt hat, habe sie auch bereits erste Berufserfahrungen als Innenarchitektin gesammelt. Zurück in Deutschland standen vor einer Fortsetzung dieser Tätigkeit einige Hürden, zumal sie kein Studium vorweisen kann. Am Ende sei neben Weiterbildungen vor allem viel Eigeninitiative erforderlich gewesen. Nun kann sie in die Selbstständigkeit starten. Dabei hilft ihr ein Darlehen des Landes über 22 500 Euro für die Ausstattung ihres Arbeitsplatzes. Die Existenzgründerin ist die erste, die diesen Kredit mit dem Namen Mikrostarter, bekommt.

Als Reaktion auf den Fachkräftebedarf und den demografischen Wandel in der Region legt das Land das Mikrodarlehen für Existenzgründer, Jungunternehmer und Freiberufler auf. Dazu haben Wirtschaftsministerium und NBank einen Gründerfonds mit 6,67 Millionen Euro aus EU-Mitteln und einer Kofinanzierung durch das Land aufgelegt. Wer ein Unternehmen in Voll- oder Teilzeit im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg und damit im Fördergebiet gründen oder eine Unternehmensnachfolge antreten will, und mit seiner Geschäftsidee eine fachkundige Stelle wie zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer überzeugt, kann auch ohne Sicherheiten auf ein Darlehen in Höhe von 5000 bis 30 000 Euro hoffen – bei einer Laufzeit von fünf Jahren und jährlich 2 Prozent Zinsen. Neben den günstigen Zinsen soll das unbürokratische Verfahren für möglichst viele Gründungen sorgen.

Die Friseurmeisterin, die sich nach einer Zeit der Familienphase mit einem eigenen Salon selbstständig machen will, zählt genauso zur Zielgruppe wie der Kaufmann, der die Nachfolge eines Einzelhandelsgeschäftes anzutreten gedenkt und dafür Kapital zur Übernahme von Real- und Kassensystemen oder Warenlager benötigt.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) ist überzeugt, dass es für das neue Förderangebot einen Bedarf gibt. „Vor allem für Frauen bietet der Mikrostarter eine große Chance, sie starten ja oft in kleineren Maßstäben in die Selbstständigkeit“, sagte er bei der Vorstellung des Projektes in der Lüneburger IHK. Er glaubt: „Es gibt zwar schon viele Förderprogramme, aber gerade dieser Baustein fehlte. Mit ihm lassen sich viele tolle Ideen verwirklichen.“ Zwar könne der Kredit zunächst nur im EU-Fördergebiet gewährt werden, doch Lies hofft, dass er „irgendwann auf ganz Niedersachsen ausgedehnt werden kann“.

Dass mit maximal 30 000 Euro keine ganz großen Sprünge zu machen sind, weiß auch Michael Kiesewetter, Vorstandsvorsitzender der NBank. „Der Mikrostarter soll ein Steigbügel sein, mit dem wir viele Gründungswillige in den Sattel helfen wollen. Im Sattel bleiben können sie sicher nur mit der Bank vor Ort.“ Deshalb seien auch regionale Geldinstitute mit im Boot, die im Anschluss die Nachfolgefinanzierung übernehmen sollen. Für Gabriele Düker ist der Mikrostarter die Chance, ihren Teenagertraum zu realisieren. „Ich bin ganz ganz happy, dass es geklappt hat“, schwärmt sie.

Weitere Informationen zum Existenzgründerprogramm gibt es bei der NBank im Internet unter www.nbank.de oder an der Info-Hotline: Tel.: 24 44 33 33.