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Heute ist Welt-Rheuma-Tag. Harriet Goetz hat seit vier Jahrzehnten mit der Krankheit zu kämpfen. Doch die Lüneburgerin klagt nicht, sondern genießt die Tage ohne Schmerzen. Foto: be
Heute ist Welt-Rheuma-Tag. Harriet Goetz hat seit vier Jahrzehnten mit der Krankheit zu kämpfen. Doch die Lüneburgerin klagt nicht, sondern genießt die Tage ohne Schmerzen. Foto: be

Schmerz kommt immer wieder

lkö Lüneburg. Alles begann im linken Fuß. „Das waren wahnsinnige Schmerzen, so etwas hatte ich noch nie vorher erlebt“, beschreibt Harriet Goetz ihren ersten Rheumaschub. Das war vor 40 Jahren. Als Harriet Goetz an Rheuma erkrankte, wusste ihr Arzt gar nicht, was das so genau ist. „Ich habe ihm von den Schmerzen erzählt, da hat er mein Bein bis nach oben hin eingegipst“, erinnert sich die 80-Jährige. Der Fuß wurde mittlerweile operiert und versteift. Harriet Goetz kann aber trotzdem gut laufen, man merkt ihr die Beeinträchtigung kaum an.

Der Schmerz bleibt nicht auf Dauer. Er veschwindet – und dann fühlt sich Harriet Goetz, als sei nichts gewesen. Bis er zwei, drei Wochen später wieder da ist. Viele Operationen an den Handgelenken und an den Füßen hat die alte Dame schon hinter sich. Mittlerweile sei sie medikamentös gut eingestellt. „Ich habe viele Medikamente ausprobiert – mit teilweise furchtbaren Nebenwirkungen, wie gelähmten Oberschenkeln oder Allergien“, berichtet die gelernte Bürokauffrau. Jeden Tag nimmt sie Kortison, das bleibt auch nicht ohne Nebenwirkungen. Deutlich sichtbar ist es an ihrer Haut, ganz durchscheinend und dünn wird sie. Harriet Goetz hat eine sogenannte Pergamenthaut. „Wenn ich mich verletzte, kann das bis zu drei Monate dauern, bis die Wunde wieder vollständig geheilt ist“, erzählt Harriet Goetz.

Trotz Rheuma und hohem Alter ist die Lüneburgerin noch immer sehr aktiv. Sie fährt Fahrrad, malt und ist die Leiterin der Rheuma-Liga Lüneburg. Ihre Krankheit schränke sie bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit kaum ein: „Ich kann zwar keine schweren Ordner mehr tragen. Aber am Computer geht noch alles.“

Harriet Goetz ist immer in Bewegung. Schon morgens beim Aufstehen macht sie Gymnastik. Einmal die Woche geht sie ins Salü, macht Wassergymnastik in einer Gruppe. Es gehe ihr gut, sie ernährt sich gesund, macht Sport, engagiert sich. Über ihre Krankheit klagt die 80-Jährige selten. „Es wird ja auch nicht besser, wenn ich das zehn Mal sage“, findet sie. Neben ihrer positiven Lebenseinstellung, die aus jeder ihrer Poren zu strömen scheint, sind es ihre Kinder und Enkelkinder, die Harriet Goetz viel Kraft geben. „Die besuchen mich oft und kümmern sich gut um mich“, sagt die Rentnerin.

Früher sei sie zu speziellen Rheuma-Kuren gefahren, jetzt möchte sie nicht mehr so gern weg von daheim. In ihrem hellen Haus und dem bunten Garten fühle sie sich wohl. Harriet Goetz ist sich sicher: „Wenn ich auf der Bank in der Sonne sitze und den Goldfischen im Teich zuschaue, ist das das Schönste. Das ist meine eigene Kur.“