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Prof. Wolfgang Ruck (l.) und Thomas Rönnebeck zeigen ihren Energiespeicher der Zukunft: die thermische Batterie. Foto: A/be
Prof. Wolfgang Ruck (l.) und Thomas Rönnebeck zeigen ihren Energiespeicher der Zukunft: die thermische Batterie. Foto: A/be

Ausgezeichnetes Mikro-Kraftwerk

mm Lüneburg. „Wie können wir die Stadt von morgen gestalten?“ Um diese Frage ging es nicht nur bei der Startwoche der Leuphana, sondern auch beim bundesweiten Wettbewerb der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. Zum sechsten Mal in Folge war die Lüneburger Hochschule dabei. Jetzt wurde der Universität für das Projekt „Thermische Batterie“ die Anerkennung als „Ausgezeichneter Ort 2013/14“ verliehen. Ein Team von Ingenieuren, Natur- und Umweltwissenschaftlern um Prof. Dr. Wolf-gang Ruck hat die Technik im Rahmen des Innovationsinkubators entwickelt.

Chemiker Ruck zeigte sich bei der Preisübergabe durch Projektmanager Peter Feldkamp bescheiden: „Ich möchte mich bei allen entschuldigen, denen ich bei dem Projekt auf die Füße getreten bin, aber Sie sehen, es war für einen guten Zweck“, sagte er. Und die Betroffenen dürften ihm wohl verzeihen. Schließlich lobte Thorsten Framm von der Deutschen Bank in seiner Laudatio die Leuphana für dieses Projekt als „Aushängeschild für den Standort Deutschland“.

Die thermische Batterie ist ein Wärmespeicher, der auf kleinem Raum viel Energie über einen langen Zeitraum verlustfrei speichern kann. Mit der Technik, für deren Entwicklung die Wissenschaftler mit dem Energieunternehmen Vattenfall kooperieren, sollen künftig Mikro-Blockheizkraftwerke für Ein- und Zweifamilienhäuser ausgestattet werden.

Es gehe darum, bei der Stromproduktion entstehende Abwärme für die Energieerzeugung zu verwenden: „Das Mikro-Kraftwerk kann Strom dann produzieren, wenn er gebraucht wird“, erläuterte Ruck. Die dabei entstehende Wärme bleibe in der thermischen Batterie für die spätere Nutzung, beispielsweise Raumheizung oder Warmwasseraufbereitung, erhalten. Der Wärmespeicher sorge so für eine möglichst vom Wärmebedarf entkoppelte Stromproduktion, da die Blockheizkraftwerke die produzierte Wärme speichern und überschüssigen Strom ins zentrale Netz einspeisen können. Angesichts steigender Energiepreise könnte dies ein klarer Vorteil für den Verbraucher sein.

Für den Innovationswettbewerb bewarben sich rund 1000 Forschungseinrichtungen, Firmen und Vereine mit ihren Projekten. Eine 18-köpfige Jury wählte die 100 Preisträger in den Kategorien Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Umwelt, Bildung und Gesellschaft.