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Rettmers Ortsvorsteherin Carmen Maria Bendorf pflanzt an der Lüneburger Straße 2700 Blumenzwiebeln mit ihren jungen Helferinnen (v. l.) Janine Bautsch, Jaqueline Staak, Lea Mohrmann, Rosa-Maria Merklinger und Lisa Bendorf. Foto: ina
Rettmers Ortsvorsteherin Carmen Maria Bendorf pflanzt an der Lüneburger Straße 2700 Blumenzwiebeln mit ihren jungen Helferinnen (v. l.) Janine Bautsch, Jaqueline Staak, Lea Mohrmann, Rosa-Maria Merklinger und Lisa Bendorf. Foto: ina

Rettmer soll grüner werden

ina Lüneburg. „Rettmer soll blühen!“ lautet das erklärte Ziel von Carmen Maria Bendorf, seit 2011 Ortsvorsteherin und selbst langjährige Bewohnerin des Stadtteils. Für die Umsetzung holte sich die geborene Lüneburgerin Unterstützung, lud Kinder und Jugendliche der Ortschaft zu einer gemeinsamen Pflanzaktion an der Lüneburger Straße ein. Wetterfeste Kleidung war dabei unerlässlich, da Dauerregen den grünen Plan fast ins Wasser fallen ließ.

Bereits zwei Wochen zuvor hatte Carmen Maria Bendorf mit Helfern eine Verkehrsinsel im Ort mit Pflanzen verschönert. Grundlegend dafür ist die Idee einer „Grünpatenschaft“: „Die Bürger können für Flächen vor ihrer Tür oder an einer anderen Stelle im Ort die Verantwortung übernehmen“, erklärt die Organisatorin, deren Mann Torsten mit den weiteren Unterstützern Andreas Luswalowski und Lilli Kowal auch bei der zweiten Aktion fleißig mit anpackte. „Auf diese Weise haben alle etwas davon, dass sich Einzelne engagieren.“

Bereits seit 2003 geht man in Lüneburg neue Wege, um die Pflege des städtischen Grüns zu sichern. Bürger können die Patenschaft für einen Blumenkübel oder eine Rabatte übernehmen, für die sie dann für einen bestimmten Zeitraum lang zuständig sind. Wer eine Grünpatenschaft übernimmt, verpflichtet sich, für die Dauer von einem Jahr bis zu drei Jahre den jeweiligen Bereich zu pflegen.

Rund 2000 Zwiebeln von gelben Narzissen und bunten Tulpen sollten diesmal auf einem Kilometer entlang der Zufahrtsstraße nach Rettmer in Löcher eingebuddelt werden, am Ende waren es sogar 2700. Finanziert wurden die Zwiebeln von den Aufwandsentschädigungen, die Carmen Maria Bendorf als Ortsvorsteherin und Stadtratsmitglied erhält. Generell flössen diese Beträge zu hundert Prozent der Gemeinschaft zu, sagt die 39-Jährige, die ihre Aufgaben als reine Ehrenämter begreife. Auch in Sachen Nachhaltigkeit ergebe die Pflanzaktion Sinn, findet Bendorf: „Bäume, Sträucher, Hecken, Rasenflächen und Blumen binden Staub und verbessern das Stadtteilklima für die Zukunft.“

Nicht nur die 13-jährige Lisa Bendorf half ihren Eltern, auch vier weitere Mädchen scheuten weder Wind noch Regen, um das Projekt gemeinsam voranzutreiben. „An das bisschen Nasswerden gewöhnt man sich“, sagte Janine Bautsch.