Mittwoch , 28. September 2016
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Das aktuelle AStA-Sprecherteam: (v.l.) Lennart Clarke, Alissa Steierl und Thorben Peters.
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Das aktuelle AStA-Sprecherteam: (v.l.) Lennart Clarke, Alissa Steierl und Thorben Peters. Foto: mm

Wohnungsnot bleibt akutes Problem

mm Lüneburg. Studentenvertretungen sind ja dafür bekannt, dass sie gerne auch politisieren. Oft bilden die stärksten politischen Fraktionen an einer Universität das Sprachrohr der Studenten. An der Leuphana ist das ein bisschen anders. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) setzt sich aus Vertretern unterschiedlicher politischer Couleur zusammen. „Wir sind ein sehr bunter Haufen, was die politischen Richtungen angeht“, versichert AStA-Sprecherin Alissa Steierl.

Sie selbst gehört der Liste „Leuphana gemeinsam gestalten“, kurz LLG, an und ist zuständig für die Koordination der einzelnen Gremien und die Sitzungsleitung. Sie macht gerade ihren Master in Management-Marketing und war schon zu Bachelorzeiten als Studentenvertreterin aktiv – allerdings an einer anderen Universität.

„Als Sprachrohr der Studenten wollen wir gehört und miteinbezogen werden“, fordert die 23-Jährige. Zurzeit sieht sie sich und ihre Mitstreiter auf einem ganz guten Weg – zumindest was die Kommunikation mit der Universitätsleitung angehe. Schwieriger sei die Zusammenarbeit mit der Stadt. „Ich verstehe nicht, warum manche Stadtvertreter Studenten und ihre Bedürfnisse offenbar als Last empfinden. Schließlich profitiert Lüneburg ja auch vom studentischen Leben“, sagt Lennart Clarke, der im AStA für die Verwaltung verantwortlich ist. „Wir schildern der Stadt die studentischen Anliegen. Es werden Versprechungen gemacht, die sich aber nicht selten als leere Worthülsen entpuppen“, moniert Clarke. Der 25-jährige studiert Kulturwissenschaften an der Leuphana und ist seit Februar Mitglied des AStA-Vorstands. Er gehört der Grünen-Liste im Studierendenparlament an.

Ein Beispiel für die missliche Kommunikation mit der Stadt sei die jährlich auftretende Wohnungsnot. Allein dieses Jahr bevölkern mehr als 1700 neue Studenten die Stadt. In den ersten beiden Monaten nach Semesterstart sei die Wohnungsnot am größten, erläutert AStA-Chef Thorben Peters. Anfang Mai habe sich der AStA an die Stadt gewandt und Möglichkeiten zur Unterbringung von Studenten erfragt. Zuletzt hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge die Schlieffenkaserne als Notunterkunft ins Gespräch gebracht, wenn denn der Bund mitziehe, dem die Gebäude gehören (LZ berichtete). „Im vergangenen Jahr haben sich manche Studenten wieder exmatrikuliert, weil sie keine Herberge gefunden haben“, verdeutlicht Peters die Problematik. Der AStA-Vorsitzende studiert Bildungs- und Erziehungswissenschaft im Master und gehört der Liste Die Linke.SDS an. Er und seine Mitstreiter haben die Bettenbörse, eine Online-Plattform für studentische Wohnungsgesuche, reaktiviert.

Peters setzt sich für eine stärkere Kooperation mit Stadt und anderen Universitäten ein. Der AStA vernetze sich auf der Landesastenkonferenz. Zentrales Thema sei die Novellierung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes. Als AStA sei man für eine komplette Gebührenbefreiung für Studenten. In einem ersten Schritt sollte deshalb über die Kompensation von wegfallenden Studiengebühren ab dem Wintersemester 2014/15 nachgedacht werden.