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So soll es sein: Gemeinsam appellieren Feuerwehr, Polizei, ASB und DLRG, beim Radfahren stets einen Helm zu tragen. Foto: be
So soll es sein: Gemeinsam appellieren Feuerwehr, Polizei, ASB und DLRG, beim Radfahren stets einen Helm zu tragen. Foto: be

Aufs Fahrrad nur mit Helm

ahe Lüneburg. Zur Arbeit fährt Daniel Müller stets mit dem Rad. Lang ist die tägliche Strecke von der Lise-Meitner-Straße bis zum Platz Am Sande nicht, dennoch trägt der 23-Jährige immer einen Fahrradhelm. Auch wenn das gerade bei jungen Menschen nicht gerade als cool gilt, dessen ist er sich bewusst: „In vielen Cliquen wird das nicht so akzeptiert.“ Doch für ihn geht die Sicherheit vor. Seinen Arbeitskollegen habe er „lange in den Ohren gelegen und genervt“, sie sollten es ihm doch gleich tun. Nun hat der ehrenamtliche Feuerwehrmann auch andere angesteckt. In einer gemeinsamen Aktion werben Feuerwehr, Polizei, DLRG und Arbeiter-Samariter-Bund in Lüneburg für das Tragen von Helmen beim Fahrradfahren.

Auch Müller gehörte lange nicht zu denen, die an die Sicherheit dachten, wenn sie sich aufs Rad schwangen. „Als Kind habe ich natürlich einen Helm getragen, dann aber lange nicht“, gibt er zu. „Vor zwei Jahren hat meine Mutter dann plötzlich gesagt: So, Du kriegst jetzt einen Helm.“ Seither ist er geläutert. Das gelte auch für einige seiner Arbeitskollegen, was aber nicht allein auf Müllers Überzeugungskünste zurückgeht. „Eine Kollegin war als Ersthelferin bei einem Unfall und hat gesehen, wie ein 15-Jähriger, der ohne Helm auf seinem Rad unterwegs war, eine Platzwunde hatte.“ Da sei viel Blut geflossen, mit Helm wäre der Unfall wohl glimpflicher ausgegangen.

Auch bei Daniel Roemer, Sprecher der Lüneburger Feuerwehr, stieß Müller mit seinen Appellen auf offene Ohren. „Ich habe mir einen Fahrradhelm gekauft.“ Gemeinsam initiierten sie eine Aktion: Ein Lüneburger Fahrradgeschäft gewährt den Feuerwehrleuten Sonderkonditionen, damit möglichst viele von ihnen sich auch einen Fahrradhelm anschaffen. „Zumal für uns das Helmtragen ja obligatorisch ist. Wenn ich zu einem Einsatz fahre und aus dem Auto steige, habe ich einen Helm auf. Und der Straßenverkehr ist oft gefährlicher“, findet Roemer, „gerade jetzt im Herbst mit dem nassen Laub überall.“

Mit Müller und seinen Kameraden warb er dann auch bei anderen Organisationen um Unterstützung für das Anliegen. Resultat ist neben dem Appell ein Foto mit einem bunten Uniformenmix – von den Shirts der Lüneburger Feuerdrachen über die Polizei-Dienstkleidung bis hin zum ASB-Dress.