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Michael Bromm hat jetzt sein zweites Buch veröffentlicht. Es richtet sich vor allem an Grundschullehrer und enthält jede Menge Tipps für den Musikunterricht. Foto: t&w
Michael Bromm hat jetzt sein zweites Buch veröffentlicht. Es richtet sich vor allem an Grundschullehrer und enthält jede Menge Tipps für den Musikunterricht. Foto: t&w

Vom Klang einer Obstkiste

ahe Lüneburg. Belehren will er nicht, auch wenn er viele Jahre Lehrer war. Vielmehr will er seinen ehemaligen Kollegen ein paar Anregungen geben, ihnen den Unterricht und dessen Vorbereitung ein wenig erleichtern. Deshalb habe er das Buch veröffentlicht, verdeutlicht Michael Bromm. Und weil er der Meinung ist, dass bei all dem Richtigen, was in den Schulen passiere, womöglich doch noch hier und da Verbesserungspotenzial steckt, weil es an Ideen mangelt. Zum Beispiel, wenn es darum geht, Jungs den Spaß am Musizieren zu vermitteln. Der 62-jährige Pädagoge hat einen Leitfaden für den Musikunterricht veröffentlicht. ,,Musik für wilde Jungs und starke Mädchen“ ist bereits sein zweites Buch. Das 122 Seiten starke Werk enthält Themenvorschläge und Kopiervorlagen für den Musikunterricht. Der Autor selbst hat viele Jahre Grundschüler in Musik unterrichtet, auch sein Werk richtet sich vor allem an Grundschullehrer, doch etwa ein Drittel der Themen sei auch für die Jahrgänge 5 und 6 geeignet. So gibt der ehemalige Rektor der Grundschule Hasenburger Berg Tipps, wie sich die seit der Fußball-WM 2006 in Südafrika bekannte Vuvuzela in den Unterricht einbauen lässt, welche Klangexperimente mit Gummibändern möglich sind, wie man auf Töpfen, Kanistern und Schubladen Trommeln lernen kann oder wie man aus einer alten Obstkiste ein Instrument baut. Zu allen Projekten gibt es Arbeitsblätter, die der Lehrer an die Schüler verteilen kann.

Vieles habe er am Hasenburger Berg selbst ausprobiert, vieles ist praktisch angelegt, die Schüler sollen selbst Hand anlegen, ausprobieren. Gerade für Jungs sei das wichtig, sie benötigten einen anderen Unterricht als Mädchen, ist der Pädagoge überzeugt. ,,Mädchen akzeptieren vieles, was der Lehrer ihnen sagt. Jungs sind skeptischer, wollen es selbst überprüfen.“ So habe er die Erfahrung gemacht: ,,Etwa 70 Prozent aller Jungs, die man fragt, welches Instrument sie lernen wollen, antworten Schlagzeug.“ Also warum nicht einen Kursus initiieren, bei dem jeder Schüler ein paar Sticks bekommt? ,,Dann haben sie was in der Hand und können gleich loslegen. Was gut ist, ist oft ganz einfach“, findet Bromm. So wie der Bau einer Tonleiter aus Holz, Metall und anderen Materialien.

Gut ein Jahr hat der Melbecker, der von sich sagt, sieben, acht Instrumente spielen zu können, aber auf keinem richtig gut zu sein“, an seinem Buch gearbeitet. Ein steter Austausch mit Birgit Giersch, Musiklehrerin an der Grundschule Kreideberg, sei dabei eine große Bereicherung gewesen. Die Bandbreite reicht von Shantys und Piratenmusik über Märsche bis Country. Auch eine CD mit Klangbeispielen ist dem Werk beigefügt. Die Arbeit an dem Buch habe länger gedauert als vermutet, ihm aber dennoch viel Spaß bereitet. ,,Ich hatte ja Lust dazu und habe es nicht aus Langeweile gemacht.“ Trotzdem sagt Bromm: ,,Ein nächstes Buch kommt garantiert nicht.“

,,Musik für wilde Jungs und starke Mädchen“ ist erschienen im AOL Verlag und ist zum Preis von 29,95 Euro im Buchhandel erhältlich.