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Die Räumungsklage gegen die Betreiber des Lokals mäxx an der Schröderstraße dürfte vermutlich auch vor dem Oberlandesgericht in Celle Erfolg haben. Foto: A/t&w
Die Räumungsklage gegen die Betreiber des Lokals mäxx an der Schröderstraße dürfte vermutlich auch vor dem Oberlandesgericht in Celle Erfolg haben. Foto: A/t&w

Räumungsklage gegen Mäxx vor Erfolg

ca Lüneburg. Juristisch betrachtet könnte es im Mäxx bald wie einst in englischen Pubs zur Sperrstunde heißen: „Last orders, Ladies und Gentlemen!“ Allerdings endgültig. Denn die Räumungsklage gegen die Betreiber des Lokals an der Schröderstraße dürfte vermutlich auch vor dem Oberlandesgericht in Celle Erfolg haben. Das ergibt sich aus einem rechtlichen Hinweis, der jetzt beim Anwalt Sebastian Jäkel eingegangen ist, er vertritt die Interessen des Hauseigentümers.

In dem Brief heißt es, dass das OLG aus jetziger Sicht die Berufung der Wirte verwerfen könnte. Diese haben nun bis Ende des Monats Zeit, dazu Stellung zu nehmen. Demir Tas, Sprecher der Levante GmbH, die das Mäxx betreibt, glaubt, dass er in Celle doch noch Erfolg haben wird: „Sonst ziehen wir vor den Bundesgerichtshof, da wird erst in ein oder zwei Jahren verhandelt.“

Jäkel lässt keinen Zweifel daran, dass sein Mandant die Levante GmbH aus dem Gebäude haben möchte. Neue Interessenten stünden schon parat. Der Anwalt geht davon aus, dass die Richter der Begründung folgen werden, mit der er schon im Sommer Erfolg vor dem Landgericht in Lüneburg hatte.

Der Streit ist ein wenig verwickelt: Ein Pächter hat 2011 mit dem Hausbesitzer einen Mietvertrag über neun Jahre, also bis 2020, geschlossen. Der Pächter wiederum setzte mit der Levante GmbH einen Untermietvertrag auf. Sie betreibt das Mäxx. Anfang dieses Jahres erklärte der Pächter gegenüber dem Vermieter, er wolle den Vertrag „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ kündigen. Das akzeptierte dieser, Rechtsanwalt Sebastian Jäkel setzte ein entsprechendes Schreiben auf, zum 31. März 2013 solle das Lokal übergeben werden. Das habe der Pächter akzeptiert, sagt Jäkel. Sogar schriftlich. Weil Gespräche nichts brachten, betreibe der Vermieter nun die Räumungsklage.

Doch der Untermieter, also die Levante GmbH, will nicht weichen. Ihr Gesellschafter Demir Tas sieht es so: Eine Räumung sei nicht möglich, schließlich habe man viel ins Mäxx investiert. Das Landgericht folgte aber der Vermieterseite: Die Levante habe mit dem Hausbesitzer keinen Vertrag, also müsse sie gehen. Doch: Wenn die Wirte 125 000 Euro als Sicherheit hinterlegten, könnten sie die nächste Instanz anrufen. Die Betreiber überwiesen das Geld und zogen vors OLG.

Tas erinnert nun an die bis zu 90 Beschäftigten inklusive Aushilfen, die im Mäxx arbeiten: „Die wollen ihre Arbeitsplätze behalten.“ Er sagt auch, er werde, falls nötig, den BGH anrufen. Doch lieber möchte er sich mit dem Hausbesitzer außerhalb des Gerichts einigen. Doch der bleibt hart. Voraussichtlich treffen die Celler Richter bis Mitte November eine Entscheidung. Dann dürfte die nächste Runde anstehen.

Trotz ungewöhnlich hoher Belohnung ging noch kein entscheidender Hinweis bei der Polizei ein: Anfang September hatten Diebe aus einem Tresor im Büro des Mäxx Bargeld gestohlen. Daraufhin hatte Demir Tas eine Belohnung von 10 000 Euro ausgerufen für Hinweise, die zum Täter und dessen Verurteilung führen. Gestern kündigte er an, die Summe verdoppeln zu wollen.

One comment

  1. Gar nicht gewusst, was das für ein Jobmotor ist. Haben die den Postboten, der Ihnen die Briefe in den Schlitz steckt und die Müllabfuhr mit auf die eigene Habenseite gezählt – oder gar die ganzen Richter, Rechtsanwälte und Journalisten, die ihr Geld mit dem Mäx verdienen…