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Der Fahrdienstleiter der Lüneburger Polizei, Artur Willms, lagert die sichergestellten Reifen ein - es sind Dutzende. Foto: t & w
Der Fahrdienstleiter der Lüneburger Polizei, Artur Willms, lagert die sichergestellten Reifen ein - es sind Dutzende. Foto: t & w

Polizei fasst Reifen-Bande

ca Lüneburg. Die Beamten lagen auf der Lauer, denn sie wollten an den Abnehmer heran. So behielten die Ermittler aus dem Diebstahlskommissariat das Quartett im Blick, nachdem es in der Nacht zu Donnerstag aus einem Dannenberger Autohaus 45 Sätze Reifen gestohlen hatte und mit zwei Transportern nach Lüneburg fuhr. Die Verdächtigen machten Pause, zwei von ihnen fuhren am Nachmittag nach Delmenhorst zu einem Reifenhändler, dort schnappte die Falle zu: Die Lüneburger nahmen dort und an zwei weiteren Orten vier Verdächtige fest, zwei sitzen am Markt in Untersuchungshaft. Geschätzter Schaden der Taten: 250 000 Euro.

Für Chefermittler Hartmut Sievers und seine Kollegen geht damit eine Serie von Taten auf, die im Frühjahr begann: Die Beschuldigten im Alter zwischen 23 und 24 Jahren sollen seit April in der Region, aber auch in Schleswig-Holstein Autos aufgebockt und Reifen demontiert haben, auch in Autohäusern wie am 1. August bei Havemann an der Uelzener Straße sollen die „Bekannten“ der Beamten zugeschlagen haben. Ihre Beute nach Recherchen der Kripo: bis zu 200 Radsätze vor allem der Marken Audi und VW. Mehr als 80 Reifensätze konnten Polizisten jetzt sicherstellen.

Nach Hinweisen nahmen die Ermittler die Fährte der Verdächtigen auf, „Überwachungsmaßnahmen“, so ein Beamter, halfen dabei: „Doch wir wollten wissen, wo setzen sie die Reifen ab?“ Das hat sich offenbar gelohnt. Denn Sievers und seine Leute, die von Mobilen Einsatzkommandos aus Lüneburg, Braunschweig und Hannover unterstützt wurden, konnten bei dem Händler nahe Delmenhorst die Bücher des Betriebes beschlagnahmen – die sollen sehr ausführlich sein. So sind die Ermittler sich recht sicher, dass sie die Geschäfte der Beschuldigten bestens dokumentieren können und an die Käufer der vermeintlich günstigen Reifen herankommen.

Gegen zwei mutmaßliche Haupttäter, sie sind 23 und 24 Jahre alt, erließ das Amtsgericht gestern Haftbefehl, die beiden anderen kamen wieder auf freien Fuß. Bares konnte die Polizei kaum sicherstellen: Zwei der Verdächtigen sollen spielsüchtig sein und das Geld verdaddelt haben. Auch ihren „Lebensunterhalt“ hätten sie mit den „Einnahmen“ bestritten.

Für betroffene Autohäuser ist der Schaden immens, sie mussten Kunden Ersatz liefern, die ihre Reifen eingelagert hatten, auch mit Versicherungen gab es dem Vernehmen nach Probleme. Die Ermittlungen dauern an.