Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Sturm zwingt Züge zur Pause
Warten bis es endlich weitergeht: Am Lüneburger Bahnhof herrscht am Montagnachmittag Langeweile, Züge fahren nicht mehr. Foto: be
Warten bis es endlich weitergeht: Am Lüneburger Bahnhof herrscht am Montagnachmittag Langeweile, Züge fahren nicht mehr. Foto: be

Sturm zwingt Züge zur Pause

ca Lüneburg. Zehntausende Bahnreisende saßen fest – nichts ging mehr im Norden. Überall hatte der Sturm Bäume umgeknickt und auf Gleise stürzen lassen, in der Region beispielsweise zwischen Deutsch Evern und Bienenbüttel. Viele Züge fuhren gestern Nachmittag nicht mehr, vor allem Lüneburger, die in Hamburg arbeiten, waren betroffen.

Ein Pendler berichtete gegen 17 Uhr vom Hamburger Hauptbahnhof: „Hier läuft gerade die Durchsage, dass kein Zug mehr fährt.“ Wie und wann er nach Hause komme, wisse er nicht. Von seiner Arbeitsstelle sei er zu Fuß zum Bahnhof gelaufen: „Auch S-Bahnen fahren nicht mehr.“ Gleiches Bild in Lüneburg: Auf der großen Anzeigetafel stand nur noch: „Achten Sie auf Durchsagen.“

Polizei und Feuerwehr-Leitstelle meldeten mehrere Einsätze aus Stadt und Kreis, vor allem Nebenstraßen seien blockiert gewesen. Feuerwehren und Straßenmeistereien beseitigten die Hindernisse. Ein Polizeisprecher erklärte am Abend gegenüber der LZ: „Bislang ist niemand verletzt worden, auch Dächer scheinen dem Sturm standgehalten zu haben.“

Bei Hohnstorf wurde es an der Abfahrt von der B 209 zum Einkaufszentrum kritisch. Dort drohte der Sturm den Ampelmast zu lockern – Arbeiter rückten aus. Kollegen der städtischen Servicegesellschaft AGL kämpften an der Friedrich-Ebert-Brücke und in der Goseburg in Lüneburg mit umgestürzten Bäumen.

Die Uelzener Eisenbahngesellschaft metronom hatte zunächst Probleme, einen Ersatzverkehr einzurichten. Das Unternehmen steuert mit seinen Waggons auch in Richtung Cuxhaven und Bremen, wo der Wind noch heftiger pustete als in Stadt und Kreis. Unternehmenssprecher Björn Pamperin erklärte: „Einige Busunternehmen wollen nicht fahren, weil Straßen blockiert sein könnten.“ Später hieß es dann, dass man doch Busse einsetzen könne. Aber wann der Ersatzverkehr stehe, sei noch nicht klar. Und warten müssten die Reisenden auch: „Sie können sich ausrechnen, wie viel Busse wir brauchen – in einen metronom passen 1400 Fahrgäste.“

Am Lüneburger Bahnhof standen Timo Bohn und Brian Brown. Der Mechatroniker und der Berufsschüler wollten nach Uelzen beziehungsweise Celle. „Eine Stunde warten wir schon“, sagte Bohn. Er habe seine Mutter angerufen, die wolle ihn mit dem Auto abholen. Seinen Freund Brian wollten sie erst einmal bis Uelzen mitnehmen. Vor dem Bahnhof verhandelte Christoph Möller mit einem Taxifahrer: „Ich möchte nach Lübeck, das soll geschätzt rund 150 Euro kosten. Ich muss gucken, ob die Bahn mir das wiedergibt. Sonst muss ich mir ein Hotel suchen.“

Kurz vor 18 Uhr fuhren dann doch wieder Züge aus Hamburg in Richtung Lüneburg – „im Laufschritt“ habe er einen Platz ergattert, meldete der Hamburg-Pendler und hoffte auf eine störungsfreie Heimatfahrt.