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Viele seiner Tattoos hat sich Dennis Mischkowski von Tätowierer Manu stechen lassen. Foto: jae
Viele seiner Tattoos hat sich Dennis Mischkowski von Tätowierer Manu stechen lassen. Foto: jae

Lüneburg hautnah

jae Lüneburg. Das Surren der Nadeln mischt sich unter die Rapmusik aus den Lautsprechern. Millimeter für Millimeter schießen sie durch die Hautschichten der jungen Mädchen, die sich dazu entschieden haben, heute ihren Körper für immer zu verändern. Vor dem Tattoostudio zieht Dennis Mischkowski nervös an seiner Zigarette. Es wird die letzte sein, bevor auch er sich auf die Pritsche von Tätowierer Manu legt. Noch ein paar Minuten und dann soll die Lüneburger Salzsau seinen rechen Oberarm zieren.

Salzsau„Lüneburg ist immer ein Teil von mir gewesen und wird immer ein Teil von mir sein. Es ist für mich eine der schönsten Städte, die ich kenne. Das fühlt sich einfach richtig an, so ein Lüneburg-Tattoo“, schwärmt der 32-Jährige. Dennis muss es wissen, es ist nicht das erste Mal, dass Lüneburg ihm unter die Haut geht. Mons, Fons, Pons auf dem linken Oberarm und das alte Lüneburger Stadtwappen am rechten Knöchel sind nur ein Bruchteil seiner zahlreichen Tattoos. Das erste Mal legte der Lüneburger sich mit 19 unter die Nadel und ließ sich einen Drachen stechen, „stinklangweilig“, sagt er heute. Mit den Jahren kamen mehr und mehr der bunten Körperbilder dazu.

„Komischerweise habe ich immer dann ein Tattoo bekommen, wenn ein Lebensabschnitt zu Ende gewesen ist. Das merke ich aber in dem Moment nicht sondern erst im Nachhinein. Das ist immer sehr spannend und ich frag mich schon die ganze Zeit, was für eine Phase mit dem nächsten Tattoo beendet sein könnte“, sagt der gebürtige Lüneburger. Natürlich seien die Tätowierungen in erster Linie Körperschmuck, aber „auch ein bisschen Geschichten erzählen und ein bisschen Selbstdarstellung“.

Während drinnen die Nadeln verstummen und die Mädchen durchatmen, nimmt Dennis den letzten Zug seiner Zigarette. Er werde immer Lüneburger bleiben, da ist er sich sicher: „Es ist Heimat für mich, ich bin hier groß geworden. Ich könnte niemals sagen ich bin Berliner oder Hamburger“. Man habe nicht das Gefühl in einem Kaff rumzusitzen, es sei einfach immer irgendetwas los, für alle Interessen, findet Dennis. Um in Lüneburg wohnen zu bleiben, hat er sich dafür entschieden, täglich zur Arbeit nach Hamburg zu pendeln. „Ich freue mich immer noch wie ein kleines Kind, wenn ich durch die Altstadt laufe und auf den Gullideckeln das Mons, Fons, Pons – Logo sehe. Da komme ich gleich in den Opa-erzählt-Geschichten-aus-dem-Krieg-Modus.

tatJetzt wird es ernst für Dennis – mal wieder. Nadeln, Schablone, Farbe – Tätowierer Manu hat bereits alles vorbereitet. Längst sind beide ein eingespieltes Team, der eine hat die Idee, der andere setzt sie um. „Das wird weh tun“, sagt Dennis, bevor sich die Nadel in seine Haut senkt.

Auch Inka Rienecker  hat schon für Lüneburg gelitten. Die 22-Jährige trägt die Skyline der Hansestadt auf der Innenseite ihres Oberarms. „Lüneburg ist eine schöne Stadt und die Stadt aus der ich komme. Auf dem Bild hat man alles zusammengepackt“, erklärt sie ihr Tattoo. Zum ersten Mal hat sie das Lüneburgbild als Aufkleber auf einem Auto gesehen und seitdem nicht mehr aus dem Kopf bekommen. „Ich habe lange im Internet gesucht, aber nichts gefunden“, erinnert sie sich. Dann stieß sie in der Touristen-Information auf die Skyline und ließ sie sich sofort tätowieren. „Ich treffe diese Entscheidungen immer schnell und spontan“.Neben dem Oberarm hat sich Inka auch die Unterlippe, das Brustbein und die Wade tätowieren lassen. Und das ist längst noch nicht alles, „es soll noch viel mehr werden“.

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Vom ersten Stich bis zum fertigen Bild – Im LZplay-Video sehen Sie, wie Dennis um ein Lüneburg-Tattoo reicher wird.

One comment

  1. Der Ordnung halber sollte erwähnt werden, dass nicht alle Tattoos die ich trage von Manu gestochen worden sind. Die anderen stammen von Malte aus dem Studio Tintenschmerz.