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Daniel Libeskind auf seiner Lüneburger Baustelle, er wundert sich, dass sein Projekt so hitzig diskutiert wird. Foto: t&w
Daniel Libeskind auf seiner Lüneburger Baustelle, er wundert sich, dass sein Projekt so hitzig diskutiert wird. Foto: t&w

Experte zum Uni-Bau: „Solide finanziert“

red Lüneburg. Der Libeskind-Bau auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg stand zuletzt wegen der Kosten des Prestige-Projektes im Kreuzfeuer der Medien. Schon seit Tagen hagelt es Negativschlagzeilen. Doch jetzt legt die Uni ihre Version zur Finanzierung des neuen Zentralgebäudes nach Plänen von Daniel Libeskind vor. Und danach sind die Sorgen von Politikern und die Spekulationen der Medien über eine Kostenexplosion, befeuert auch durch eine Pressemitteilung aus dem Wissenschaftsministerium, aus der Luft gegriffen. Solide sei der Finanzplan, das hätten Experten bestätigt.

In einer Pressemitteilung heißt es: Heute werde die Uni das Gutachten zum Finanzierungsplan für das neue Zentralgebäude vorlegen, das von der niedersächsischen Landesregierung gefordert werde. „Der Finanzierungsplan war bereits im Juni vom Stiftungsrat der Universität beschlossen worden. Das nun vorgelegte Gutachten hat eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellt. Die Experten bestätigen der Universität darin eine solide und auskömmliche Finanzplanung für das Zentralgebäude.“

Das Wissenschaftsministerium hatte vor rund zwei Wochen mitgeteilt, dass die Kosten beim Libeskind-Bau von 57,7 auf rund 76 Millionen Euro steigen. Das Medien-Echo ließ nicht auf sich warten. Noch gestern titelte die Hannoversche Allgemeine zum Bau: „. . . sprengt jeden Kostenplan“.

Die Uni dagegen versteht den Wirbel nicht. Die Zahlen seien nicht neu, man müsse den feinen Unterschied zwischen brutto und netto bedenken: Nach aktuellen Berechnungen betragen die Baukosten insgesamt rund 76 Millionen Euro brutto. Das entspricht gegenüber der bisher genehmigten Summe von 57,7 Millionen brutto zwar einem Anstieg von 18,3 Millionen Euro. Doch der Stiftungsuniversität würden Vorsteuern erstattet. Sie müsse „zunächst nur rund 64 Millionen Euro netto aufbringen“. Um später dann Steuern teils abzustottern, stünden aber „ausreichende Mittel“ bereit. Auch das bestätige der Wirtschaftsprüfer. Die Uni versichert: „Die Finanzierung des Bauvorhabens ist vollständig gesichert.“ Lehre und Forschung würden wegen der Baukosten nicht beschnitten.

Nicht so euphorisch hat das Projekt bisher der Landesrechnungshof beurteilt. Interne Prüfberichte, die der LZ vorliegen, dokumentieren vielmehr Bedenken zur Finanzierung und Befremden über die Vergabepraxis. In die gleiche Richtung zielen auch die Recherchen des europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF). Ob dessen kritischer Bericht Folgen hat, steht noch aus. Die EU bewilligte Millionen für den Bau, der im Sommer 2015 fertig werden soll.