Mittwoch , 28. September 2016
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Äpfel statt Schokoriegel - Mit kostenlosem Obst an Lüneburger Schulen, möchte die CDU für eine gesündere Ernährung werben. Foto: A/t&w
Äpfel statt Schokoriegel - Mit kostenlosem Obst an Lüneburger Schulen, möchte die CDU für eine gesündere Ernährung werben. Foto: A/t&w

Äpfel sind der Stadt zu teuer

ahe Lüneburg. Schokoriegel und Milchschnitte erscheinen Kindern attraktiver als Äpfel und Birnen. Dabei wäre Obst viel gesünder für sie. Wie bekommt man Mädchen und Jungen dazu, ihre Essensgewohnheiten zu ändern? Indem man ihnen überhaupt erstmal gesunde Lebensmittel anbietet, meint die Lüneburger CDU und will den Schülern der städtischen Schulen darum regelmäßig kostenlos Äpfel anbieten. Ein entsprechender Antrag steht auf der Tagesordnung der Ratssitzung heute ab 17 Uhr im Huldigungssaal des Rathauses.

Neu ist die Idee nicht: Seit sieben Jahren liefert der Förderverein „Integriertes Obst“ Äpfel an Schulen der Metropolregion Hamburg, weiß CDU-Ratsfrau Susanne von Stern. Sie verweist zudem auf Bleckede, wo der „Schulapfel“ auf Initiative und Kosten des Landkreises eingeführt worden sei und von den Schülern sehr gut angenommen werde. Warum also nicht auch in den Schulen Lüneburgs? Zumal es sogar EU-Fördermittel gebe.

Die Stadtverwaltung ist allerdings skeptisch. Sie empfiehlt dem Rat in ihrer Stellungnahme, wegen der zu erwartenden Kosten und des Aufwands von der Idee Abstand zu nehmen. Sie stellt grundsätzlich in Frage, ob sich der Schulträger in Ernährungsfragen einmischen sollte. In den vergangenen Jahren habe sich ohnehin einiges getan, das in den Schulen angebotene Essen habe sich im Hinblick auf den Aspekt der gesunden Ernährung verbessert.

Dennoch: In Ochtmissen gebe es schon ein solches Angebot. Der Sonnenhof beliefere die Grundschule regelmäßig mit Obst und Gemüse, der Schulförderverein trage die Kosten. An der Herderschule habe es bis zu den Sommerferien auf private Initiative eines Vaters eine Apfelkiste gegeben. Würde die Stadt flächendeckend alle 7860 Schüler an ihren Schulen mit Äpfeln versorgen wollen, müsste sie nach eigenen Berechnungen mehr als 360 000 Euro pro Jahr allein für das Obst aufbringen, hinzu kämen Kosten für eine Halbtagskraft, einen Lieferwagen, Sprit und Lagerung der Äpfel. An eine EU-Förderung glaubt die Stadt im Gegensatz zur CDU nicht.