Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Filetstück wird portioniert
Nach dem neuen Konzept der Stadtverwaltung sollen die Grundstücke an der Neuen Sülze in zwei Einzelteilen ausgeschrieben werden. Foto: jwi
Nach dem neuen Konzept der Stadtverwaltung sollen die Grundstücke an der Neuen Sülze in zwei Einzelteilen ausgeschrieben werden. Foto: jwi

Filetstück wird portioniert

as Lüneburg. Ein Filetstück mitten in der Stadt ist die alte Musikschule, die künftig anders genutzt werden soll als bisher. Doch die Ausschreibung des gesamten Komplexes brachte keinen Erfolg. Nun soll das Filetstück sozusagen portioniert und neu ausgeschrieben werden. Das Konzept, das dahinter steht, stellte Oberbürgermeister Ulrich Mädge im Bauausschuss vor. Die Ausschussmitglieder fanden Geschmack daran.

Die erste Ausschreibung hatte im vergangenen Februar zwar Interessenten gefunden, aber zum Zuschlag kam es nicht. Gescheitert sei es laut Mädge an der Komplexität des Gebäudes, das zu großen Teilen unter Denkmalschutz steht, und dem Konstrukt der Ausschreibung, wonach – knapp gesagt – die Grundstücke, die zum Teil im Besitz der Stadt sowie im Eigentum der Stiftung Hospital zum Großen Heiligen Geist sind, in Erbpacht vergeben werden sollten. In Hinblick auf die aktuell niedrigen Kapitalzinsen erwies sich der Erbbauzins als wirtschaftliche Hürde. Dass der Jugendtreff in jedem Fall am Standort bleibt, schmeckte auch nicht jedem Bewerber.

Die Verwaltung kam nach Gesprächen mit Investoren zu dem Ergebnis: Die Grundstücke an der Neuen Sülze, die im Besitz der Stadt sind, sollen in zwei einzelnen Teilen verkauft werden. Dafür erfolgt eine erneute Ausschreibung. Als Nutzungen kommen für diesen Bereich weiter Wohnen, kleinteiliges Gewerbe, Praxen und ein Hotel in Betracht. Die Stadt hat inzwischen auch ein denkmalpflegerisches Gutachten für den Gebäudekomplex in Auftrag gegeben, das aufzeigt, welche Veränderungen dort möglich sind. Der Oberbürgermeister machte auch deutlich, dass das Gebäude Neue Sülze 31, in dem zurzeit noch Teile der Stadtverwaltung untergebracht sind, in zwei Jahren verkauft werden könnte. Denkbar wäre, dass das Gebäude durch einen Neubau ersetzt wird.

Das Gebäude An der Münze 7, dessen Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückgeht und das aus denkmalpflegerischer Sicht zu den wertvollsten Gebäuden des Ensembles gehört, soll unter städtischer Kontrolle bleiben. Das Grundstück gehört der Stiftung Hospital zum Großen Heiligen Geist, das Gebäude der Stadt. „Es soll künftig Stiftungszwecken dienen. Die städtischen Stiftungen erarbeiten bereits mit der Sparkassenstiftung ein Konzept zur Nutzung des Gebäudes“, erläuterte Mädge. Das städtische Erbbaurecht für das Gebäude An der Münze 7a soll wie geplant als solches weiterveräußert werden. „Für den Innenhof sollen alle künftigen Eigentümer ein gemeinsames Konzept vorlegen.“

Die kleinteilige Vorgehensweise fand Christian Burgdorff, beratendes Mitglied des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt (ALA), gut. „Wir erhoffen uns durch dieses Konzept auch substanzerhaltende Lösungen für die Gebäude An der Münze 7 und 7a.“ Lob gab es auch von Andreas Meihsies (Grüne), die Einzellösungen ermöglichten mehr Wettbewerb. „Gut ist auch, dass wir die Stiftungen einbeziehen.“ Birte Schellmann (FDP) wollte wissen, wie viel der Verkauf erlösen solle. Denn wie berichtet, soll ein Teil zur Finanzierung des Kultur- und Bildungszentrums Saline verwendet werden. Mädge: „Wir rechnen immer noch mit einer Handbreit über zwei Millionen Euro.“ Dr. Gerhard Scharf (CDU) meinte, das Thema sei komplex, seine Fraktion sei deshalb noch nicht zu einem abschließenden Ergebnis gekommen. Mehrheitlich bei zwei Enthaltungen (CDU) stimmte der Ausschuss dem Konzept zu.