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Rund 60 Soldaten aus der Lüneburger Theodor-Körner-Kaserne gehen Anfang 2014 noch einmal in den Einsatz nach Afghanistan. Foto: A/t&w
Rund 60 Soldaten aus der Lüneburger Theodor-Körner-Kaserne gehen Anfang 2014 noch einmal in den Einsatz nach Afghanistan. Foto: A/t&w

Gefährliche Mission zum Schluss

kre Lüneburg. Der Start ins neue Jahr beginnt für rund 60 Soldaten aus dem Standort Lüneburg mit einer gefährlichen Mission: Weit weg von zu Hause – am Hindukusch. „Routine“ werden manche vielleicht denken. Der Einsatz in Afghanistan geht 2014 schließlich ins 13. Jahr. Und doch wird dieses Mal vieles anders sein.

Die Bundeswehr wird ihr Truppenkontingent reduzieren, die Sicherheitsverantwortung sukzessive in die Hände der afghanischen Sicherheitskräfte legen. Die Lüneburger Aufklärer werden somit „nur“ noch in zweiter Reihe stehen. „Unsere Aufgabe wird vor allem die Unterstützung anderer Kräfte sein“, sagt Oberstleutnant Tim Grünewald, der erst vor wenigen Tagen als Kommandeur das Aufklärungslehrbataillon 3 „Lüneburg“ übernommen hat.

56 Soldaten sind seit Einsatzbeginn der Bundeswehr in Afghanistan gefallen – die höchste Zahl an Todesopfern deutscher Soldaten seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Soldaten aus dem Standort Lüneburg waren zum Glück nicht dabei. „Was nicht bedeutet, dass nicht auch die Lüneburger Aufklärer in Gefechte verwickelt waren“, berichtet Grünewald.

Der Einsatz im neuen Jahr wird ein Auftrag mit vielen Unbekannten. Das gilt nach Einschätzung von Grünewald vor allem auch für das Folgemandat in der zweiten Jahreshälfte. „Abhängig von der Präsidentschaftswahl in Afghanistan, von den Amerikanern und natürlich von dem politischen Willen unserer Regierung“, listet der Kommandeur auf.

Fest steht allerdings schon jetzt: Das Truppenkontingent wird reduziert, Kampftruppen und schweres Gerät werden bereits abgezogen. Das birgt auch Risiken für die Soldaten, die 2014 in den Einsatz an den Hindukusch gehen: „Der Schutz der eigenen Kräfte muss gewährleistet sein“, sagt Grünewald. Und das kann schwer werden – ohne Haubitzen, ohne Schützenpanzer oder andere schwere Waffen, die das Land bereits Richtung Deutschland verlassen haben.

Gleichzeitig bereitet man sich in Lüneburg schon auf die Zeit nach dem Abzug aus Afghanistan vor: „Es geht darum, die Einsatzerfahrungen in die Ausbildung einfließen zu lassen“, erläutert Oberstleutnant Grünwald.

Das ist in den vergangenen Tagen bereits geschehen – sichtbar vor allem für Einwohner in der Göhrde. Dort waren viele Militärfahrzeuge unterwegs: Der Grund: „Eine Bataillons-Gefechtsübung mit unserem niederländischen Patenverband“, sagt Grünewald.

Sorgen, dass auch die letzte Bundeswehr-Liegenschaft in Lüneburg – die Theodor-Körner-Kaserne – über kurz oder lang geschlossen wird, braucht der neue Kommandeur der Lüneburger Aufklärer nicht zu haben: Auch wenn Teile des Areals Begehrlichkeiten bei der Stadt und angrenzenden Unternehmen wecken.

Zwar wird 2014 das Logistikbataillon 3 außer Dienst gestellt, das mit Teilen auch in der Theodor-Körner-Kaserne beheimatet ist, doch die frei werdenden Gebäude will Grünewald, zugleich Standortältester, in militärischer Nutzung halten. „Am besten mit einem neuen Truppenteil“, sagt Tim Grünewald – „das stärkt den Standort für die Zukunft.“