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Überflüssig oder notwendig? Das ist auch die Frage bei der Umlaufsperre an der Grünanlage am Klinikum. Radfahrer und Fußgänger nehmen jedenfalls gerne den Weg darum herum, das zeigen Trampelpfad und Fahrspur. Foto: t & w
Überflüssig oder notwendig? Das ist auch die Frage bei der Umlaufsperre an der Grünanlage am Klinikum. Radfahrer und Fußgänger nehmen jedenfalls gerne den Weg darum herum, das zeigen Trampelpfad und Fahrspur. Foto: t & w

Weg mit den „Drängelgittern“

as Lüneburg. Mehr Barrierefreiheit für Fußgänger und Radfahrer erzielen möchte die rot-grüne Mehrheitsgruppe durch den Abbau von Umlaufsperren. In einem Antrag zum Verkehrsausschuss bat die Gruppe, die Verwaltung möge überprüfen, wo sich solche „Drängelgitter“ im Stadtgebiet befinden, ob sie noch zeitgemäß sind und wo sie entfernt werden könnten, „ohne die Sicherheit der Radfahrer erheblich einzuschränken“. Verkehrsdezernent Markus Moßmann versprach, der Verkehrsaußendienst werde nach und nach prüfen, wo sich Umlaufsperren befinden und ob ein Abbau sinnvoll ist.

Auf das Thema gestoßen war die Gruppe, nachdem Prof. Dr. Peter Pez im Rahmen eines Vortrags auf Behinderungen von Fußgängern und Radfahrern durch Drängelgitter aufmerksam gemacht hatte. Ein Beispiel dafür sei die Umlaufsperre an der Straße Am Kaltenmoor, sagte Claudia Schmidt im Ausschuss. Fußgänger würden diese umgehen und zwar über einen Trampelpfad, der bei Regen unter Wasser stehe.

Michael Thöring, Experte für alle Radverkehrsfragen bei der Stadt, hielt die Stellungnahme der Stadt dagegen: Bereits 2011 habe die Verwaltung auf die erheblichen Kosten des Rückbaus verwiesen. Denn nicht nur das Gitter müsse entfernt werden, sondern auch der Parkstreifen in Gehwegbreite zurückgebaut und eine Absenkung für Radler geschaffen werden. Das stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen, denn Fußgänger und Radler hätten bereits eine Umwegung gefunden. Claudia Schmidt hielt dagegen: „Bei Regen geht es durch den Matsch.“ Im Übrigen sei für eine kurzfristige Lösung Rückbau des Parkstreifen und Absenkung der Bordsteinkante gar nicht nötig. Die Verwaltung sieht das anders.

Längst überholt von der Realität sei auch die Umlaufsperre in der Grünanlage vorm Klinikum, meinte Schmidt. Radfahrer und Fußgänger nehmen den Weg ringsherum. Thöring machte deutlich, Umlaufsperren dienten in vielen Fällen der „Gefahrenabwehr“, damit es zum Beispiel nicht auf für den Radverkehr freigegebenen Gehwegen zu Zusammenstößen von Radlern und Fußgängern komme. Die Grünenpolitikerin sowie Hubert Meißner (SPD) hakten nach: „Sind denn nun alle Umlaufsperren erfasst?“ Die Verwaltung verneinte, auch mit dem Hinweis, dass es noch ältere geben könne, die ausschließlich die Durchfahrt von Autos verhindern sollten. „Bitte überprüfen, ob alle Umlaufsperren noch Sinn machen“, insistierte Schmidt. Verkehrsdezernent Moßmann versprach, dem nachzukommen. Allerdings sei das nicht von jetzt auf gleich möglich, da dies ein erheblicher Arbeitsaufwand sei. Sei das gewünscht, müssten dafür Gelder im Etat bereitgestellt werden.