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Die Bildkombination von Bernd Kasper zeigt die Wandlung: Die Idylle aus dem Oktober 2012 (r.) ist längst wieder Vergangenheit.  Foto: nh
Die Bildkombination von Bernd Kasper zeigt die Wandlung: Die Idylle aus dem Oktober 2012 (r.) ist längst wieder Vergangenheit. Foto: nh

Rückkehr der Idylle währt nur kurz

ahe Lüneburg. Seine Hartnäckigkeit hatte Erfolg, doch der war nicht von Dauer. Immer wieder hatte Bernd Kasper auf den beklagenswerten Zustand der Teiche am Bockelsberg hingewiesen. Zu Recht, räumte auch die Stadt schließlich ein und handelte. Die muffige Brühe im bei Spaziergängern so beliebten Naherholungsgebiet sollte der Vergangenheit angehören. Die Stadt nahm mehrere Tausend Euro in die Hand, krempelte das Areal um – mit sichtbarem Ergebnis. Doch die Freude über die Rückkehr der Idylle währte nur wenige Monate. Inzwischen hebt Kasper wieder den mahnenden Zeigefinger.
Rückblick: Im Oktober 2011 hatte die Stadt auf einer Versammlung Bürgern erklärt, wie sie die Anlage mit insgesamt 15 Teichen wieder in Schuss bringen will. Dabei bezog sich die Verwaltung auch auf eine Diplomarbeit der Studentin Maiken Wolff, die den sich stetig verschlimmernden Zustand der Teiche und die daraus resultierende Geruchsbelästigung bereits 2008 untersucht hatte. Dann schickte die städtische Tochtergesellschaft AGL Arbeiter los — die legten einen der großen Teiche fast tro“cken und entrümpelten den Grund. Ein Überlauf zwischen zwei Teichen wurde neu gestaltet — und in der Tat: Die Arbeiten führten zu einer Verbesserung. Die hat aber nicht lange angehalten.
Bernd Kasper will beobachtet haben, dass nicht alles, was angekündigt war, auch umgesetzt wurde. Aktuell sei ein Teich ,,radikal gekippt“, auf einem anderen habe er ,,massive Algenbildung“ festgestellt. Er findet: ,,Noch im Oktober 2012 bot der Teich Nummer 10 einen herrlichen herbstlichen Anblick, nur ein Jahr später ist es eine trübe, trostlose und durch die sich plötzlich ausbreitende Teichlinse grüne Fläche.“
Er habe mit dem Naturschutzbund gesprochen, der ihm bestätigt habe, dass ein zu hoher Nährstoffeintrag für ein Umkippen des Gewässers gesorgt habe. Kasper: ,,Die Teichlinse schädigt nachhaltig das Gewässer und das Leben darin, wenn nichts unternommen wird. Gleiches gilt für Teich 11.“ Er fragt: ,,Hat die Stadt die Absicht, das Naherholungsgebiet sterben zu lassen?“
Glücklich ist aber auch die Stadt nicht mit dem aktuellen Zustand der Teiche. Pressesprecher Daniel Steinmeier räumt ein: ,,Wenn man das jetzt sieht, muss man eingestehen, dass unsere Maßnahmen nicht das Ergebnis gebracht haben, was auch wir uns erhofft hatten.“ Aus ökologischen Gründen habe die Verwaltung auf ein komplettes Ausbaggern aller Teiche verzichtet, das sei ein zu großer Eingriff in die Natur. Deshalb habe sie auf die ,,eher kleine Nummer“ an zwei der größeren Teiche gesetzt. Offenbar die falsche Strategie. Steinmeier sagt: ,,Wir werden uns jetzt mit dem neuen Chef der AGL zusammensetzen, um zu besprechen, wie wir weiter vorgehen.“