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Pastorin Ela Griepenkerl gedenkt am Synagogenstein der verfolgten und ermordeten Juden. Zuvor hatten sich Lüneburger zu einer Veranstaltung in der Nicolaikirche getroffen, um an die Gräuel der sogenannten Reichspogromnacht vor 75 Jahren zu erinnern. Foto: t&w
Pastorin Ela Griepenkerl gedenkt am Synagogenstein der verfolgten und ermordeten Juden. Zuvor hatten sich Lüneburger zu einer Veranstaltung in der Nicolaikirche getroffen, um an die Gräuel der sogenannten Reichspogromnacht vor 75 Jahren zu erinnern. Foto: t&w

Ein anderer Platz zum Erinnern

ca Lüneburg. Versteckt und unansehnlich, als schlicht „unwürdig“ empfindet Ela Griepenkerl den Gedenkort für die ehemalige Synagoge am Schifferwall: „Der Ort wirkt, als sei hier alles jüdische Leben Lüneburgs begraben.“ Schon seit langem fordern die Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und ihre Mitstreiter, dass der kleine Platz ein anderes Gesicht bekommen muss. Bekanntlich hat der Lüneburger Architekt Carl-Peter von Mansberg einen Entwurf vorgelegt, der die Umrisse des ehemaligen Gebetsraumes aufgegriffen hat. Der, so wünscht es sich Ela Griepenkerl, solle verwirklicht werden. Doch so schnell dürfte es nichts werden.

Aus dem Rathaus heißt es, die Ideen des Architekten ließen sich in dieser Form nicht umsetzen. „Der Entwurf von Herrn von Mansberg ist zu groß und zu teuer“, sagt Stadtsprecher Daniel Steinmeyer. Er solle überarbeitet werden. Wie berichtet, beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe damit, in der Vertreter aus Politik und Institutionen sitzen.

Der Arbeitskreis, so Steinmeier, hat sich bei seiner letzten Sitzung im September dafür ausgesprochen, „die junge Generation einzubinden, also beispielsweise Schüler“. Die könnten – parallel zur Gedenkstätte – etwa ein Konzept für ein Medienterminal entwickeln, das Auskunft über die Geschichte der Juden in Lüneburg und der Synagoge gibt. Auch sogenannte QR-Codes wären ein Ansatz: Das Smartphone liest die Verschlüsselung ein und öffnet ensprechende Informationsseiten im Internet. Zudem seien künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema ein Weg.

Die Stadt hat für die Umgestaltung des kleinen Platzes mit dem Gedenkstein 50 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Die gleiche Summe will die Sparkassen-Stiftung zur Verfügung stellen. Da das Geld bislang nicht abgerufen wurde, soll es laut Steinmeier nun mit in den Etat 2014 genommen werden.

Ela Griepenkerl will weiterhin an dem Entwurf festhalten, sie meint, dass Nachbarn zu einem Grundstückstausch bereit seien könnten, schließlich gehe es nur um eine kleine Fläche. Zudem habe die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Spenden gesammelt: „5000 Euro sind zusammen, ich mache weiter.“