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Beim Hansetag im vergangenen Jahr war Tartu stark vertreten. Auch die beiden Estinnen Hilja Sepp (l.) und Küllike Tuvikene zeigten sich beeindruckt von der Schönheit Lüneburgs. Foto: be
Beim Hansetag im vergangenen Jahr war Tartu stark vertreten. Auch die beiden Estinnen Hilja Sepp (l.) und Küllike Tuvikene zeigten sich beeindruckt von der Schönheit Lüneburgs. Foto: be

Sie brauchten Hilfe und fanden Freunde

sp Lüneburg. Bill Clinton wird Präsident der USA, Deutschland führt die fünfstelligen Postleitzahlen ein, Nelson Mandela erhält den Friedensnobelpreis – und auch Lüneburg und das estnische Tartu schreiben 1993 ihr eigenes kleines Stück Geschichte: Sie besiegeln ihre Städtepartnerschaft, die jetzt seit mittlerweile 20 Jahren besteht. Um den runden Geburtstag zu feiern, besucht eine Delegation aus Tartu die Hansestadt, und zwar von Donnerstag, 14. November, bis Sonntag, 17. November.

Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Aino-Eevi Lukas, ehemalige Ratsvorsitzende Tartus, unterschrieben am 22. August 1993 bei einem Festakt im Fürstensaal des Lüneburger Rathauses den Partnerschaftsvertrag beider Städte. Ihren Anfang nahm die Städtepartnerschaft zwischen Lüneburg und Tartu zu Beginn der 1990er-Jahre. Viele Lüneburger spendeten damals für Hilfsgütertransporte, die sich auf den Weg in die zweitgrößte Stadt Estlands machten. Auf beiden Seiten knüpften Ehrenamtliche vielfältige Kontakte zwischen Schulen, Sportvereinen oder zum Beispiel auch zwischen dem Lüneburger Silcher Chor und dem Männerchor Gaudeamus in Tartu. 1999 gründete sich die Deutsch-Estnische Gesellschaft, nach wie vor Schaltstelle für die Kontakte zwischen Lüneburg und Tartu. Den Vorsitz hat Karl-Heinz Hebrok.

Das Organisationsteam um Dr. Henry Arends, bei der Hansestadt unter anderem verantwortlich für Städtepartnerschaften, hat nun für den 20. Jahrestag ein buntes Programm für Tartuer und Lüneburger auf die Beine gestellt. Zunächst gibt es am Freitag einen Festakt mit geladenen Gästen in der Musikschule. „Wir freuen uns ganz besonders auf den Begegnungsnachmittag am Sonnabend und hoffen, dass viele Bürger daran teilnehmen. Verschiedene Vereine und Organisationen präsentieren dann ihre vielfältigen Aktionen aus zwei Jahrzehnten gelebter Städtepartnerschaft“, sagt Dr. Arends. Interessierte können am Sonnabend, 16. November, von 13.30 bis 15.30 ins Foyer des Theaters Lüneburg, An den Reeperbahnen 3, kommen. Der Eintritt ist frei.

Premiere feiert beim Begegnungsnachmittag auch ein Film, den Schüler der Wilhelm-Raabe-Schule gedreht haben. Julia Denneng (15) und Jan Scheller (17) interviewten dafür jüngst Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Die beiden Jugendlichen nehmen am Estland-Austausch ihrer Schule teil, der mit dem Filmprojekt verbunden ist. Arends weiß: „Im Mittelpunkt des Films steht die Verbindung zwischen Deutschland und Estland. Die Jugendlichen zeigen den Zuschauern ihren Blick auf die Städtepartnerschaft.“

Ebenfalls am Sonnabend, ab 18 Uhr, feiern Lüneburger und Tartuer einen einstündigen Deutsch-Estnischen Gottesdienst in der St. Johanniskirche.

Lüneburg pflegt Partnerschaften mit insgesamt sechs Städten: Neben Tartu sind das Clamart in Frankreich, Ivrea in Italien, Naruto in Japan, Scunthorpe in Großbritannien und Viborg in Dänemark.