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Wichtige Sitzung in der Hermann-Löns-Schule: Schulleiterin Maria Dawe (r.) hat ein offenes Ohr für die Sorgen, Nöte und Wünsche des Schülerrates. Nele Rosina führt Protokoll.
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Wichtige Sitzung in der Hermann-Löns-Schule: Schulleiterin Maria Dawe (r.) hat ein offenes Ohr für die Sorgen, Nöte und Wünsche des Schülerrates. Nele Rosina führt Protokoll. Foto: be

Die Reform der Schaukelzeiten

mm Lüneburg. Es ist Freitag. 10.10 Uhr. An der Hermann-Löns-Grundschule wird getagt. Nicht aber das Lehrerkollegium beratschlagt, sondern Schulleiterin Maria Dawe zusammen mit acht Schülern, als Vertreter jeder ersten bis vierten Klasse. Während an weiterführenden Schulen eine Schülervertretung (SV) selbstverständlich ist, ist sie an Grundschulen eher die Ausnahme. Die Löns-Schule ist ein solcher Ausnahmefall.

In den Toilettenbereichen der Grundschule hängen von den Schülern kreierte Bilder. Doch sie sehen nicht mehr so richtig schön aus. Einige sind gar zwischendurch mal runtergefallen, haben daher Fußspuren und sehen an den Ecken abgenutzt aus. Muriel aus der Klasse 4a schlägt während der Schülerratssitzung deshalb vor: „Unsere Klasse hat sich überlegt, dass wir die Bilder doch mit Rahmen aufhängen könnten.“ Die gewählten Schülervertreter stimmen über den Vorschlag ab: Es gibt sechs Dafür-Stimmen – das ist die Mehrheit. Die Bilderrahmen sollen gekauft werden.

Protokollführerin Nele Rosina, die gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr an der Grundschule absolviert, notiert fleißig mit, was die Mädchen und Jungen im Interesse ihrer Mitschüler umzusetzen versuchen. Auch Schulsozialarbeiter Carl Sasse unterstützt Rektorin Maria Dawe bei der Begleitung des Schülerrates. Die Schulleiterin hat die Sitzungsleitung bewusst zur „Chefsache“ erklärt, schon um deutlich zu machen, dass die Anliegen der Schüler ernst genommen werden. Doch sei es vorteilhaft, wenn noch jemand anderes dabei ist: „Der Hauptredeanteil soll bei den Kindern liegen. Ich rede manchmal zu viel aus der Leiterposition“, gesteht Maria Dawe.

Der Schülerrat tagt seit den Osterferien mit wechselnden Vertretern. „Wir möchten das Konzept nicht mehr missen“, sagt Maria Dawe. Es entstehe ein Mehrwert für die ganze Schule, wenn jeder Schüler Verantwortung übernimmt.

Die meiste Zeit in der Schülerratssitzung preschen die Klassenvertreter mit ihren Anliegen vor. Die Themen werden zunächst gesammelt. Strittig ist zurzeit die Nutzung der Nestschaukel auf dem Pausenhof. Wer schaukeln darf, ist eigentlich festgelegt: In der ersten Pause die ersten und dritten Klassen, während der zweiten Unterbrechung die zweiten und vierten Klassen. Doch die Zweitklässler gehen nach der vierten Stunde, also dem Einsetzen der zweiten Pause, in den Hort und würden deswegen lieber in der ersten Pause schaukeln. Die Kinder diskutieren alternative Schaukelzeiten. Am Ende muss das Problem aber vertagt werden, es soll noch einmal in jeder Klasse darüber gesprochen werden, auch die Vertagung wird demokratisch abgestimmt.