Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Spielen erlaubt, bauen nicht
Die Stadt gibt Entwarnung, der Spielplatz an der Schomakerstraße könne weiterhin ohne Bedenken genutzt werden. Foto: A/t&w
Die Stadt gibt Entwarnung, der Spielplatz an der Schomakerstraße könne weiterhin ohne Bedenken genutzt werden. Foto: A/t&w

Spielen erlaubt, bauen nicht

us Lüneburg. „Wir haben Altablagerungen gefunden, aber keine Altlasten.“ Auf diesen Unterschied legt Volker Schulz, Bereichsleiter Umwelt bei der Stadt, großen Wert. Denn damit könne er Entwarnung geben für die ehemalige Bauschuttgrube an der Ecke Schomakerstraße/ Am Springintgut. Auf sie war die Stadt Ende der 80er-Jahre gestoßen, ausgelöst durch ein Landesprogramm, mit dem Altlasten in ehemaligen Deponien gefunden werden sollten. Anwohner waren seitdem in Sorge um ihre Gesundheit und die ihrer Kinder, zumal sich auf dem Gelände ein Spiel- und Bolzplatz befindet.

Was den Umweltfachmann der Stadt entspannt sein lässt, erklärt er so: „Altablagerungen sind Orte, zu denen Abfälle hingebracht wurden. Altlasten hingegen sind Altablagerungen, von denen eine Gefahr ausgeht.“ Doch eine Gefahr gehe von dem, was seit rund 90 Jahren in der ehemaligen Tongrube schlummert, nicht aus, das hätten Untersuchungen zweifelsfrei ergeben. „Wir haben dort überwiegend Schlacken und Gießereisande – vermutlich aus dem ehemaligen Eisenwerk -, sowie Brandreste und Bauschutt gefunden. Alles mineralische Stoffe, nichts Organisches“, sagt Schulz.

Eine Gefahr fürs Grundwasser sieht der Leiter des Umweltbereichs auch nicht. „Eine Verunreinigung konnten wir nicht feststellen“, berichtet er, auch das sei untersucht worden. Bis zu 20 Meter tief wurde an mehreren Stellen gebohrt, um Grundwassermessstellen anzulegen, vier davon direkt in der Grube. Hinzu kamen noch 63 Sondierungen, mit denen das genaue Ausmaß der ehemaligen Deponie festgestellt wurde. Gesamtkosten für Bohrungen und gutachterliche Auswertung: 36 000 Euro, von denen die Stadt 6000 Euro trägt, den Rest übernimmt das Land.

Für Volker Schulz ist die Grube „abgearbeitet“. Zwar bleiben die niedergebrachten Brunnen bestehen, um bei Bedarf doch noch einmal nach dem Rechten schauen zu können, doch von Veränderungen in der Grundwassersituation gehe er nicht mehr aus. „Die Grube ist rund 90 Jahre alt, da sind Überraschungen äußerst unwahrscheinlich.“

Trotz aller Entwarnung sei dennoch Vorsorge erforderlich, führt Schulz aus. So dürfen künftig auf dem Gelände keine Gartenbrunnen mehr gebohrt werden, auch tieferes Buddeln sollte vermieden werden. Falls doch erforderlich, muss das ausgehobene Material als Sonderabfall entsorgt werden. Warum selbst Wohngebäude auf dem Gelände nicht mehr errichtet werden dürfen, begründet Schulz so: „Ich halte gesundes Wohnen hier für nicht mehr vertretbar.“ Der Kinderspielplatz darf trotzdem weiter genutzt werden. Ein Kontakt mit den Altablagerungen sei durch eine rund zwei Meter dicke Schicht aus Mutterboden und Sand ausgeschlossen.