Mittwoch , 28. September 2016
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Die Tagesmütter in Lüneburg sollen besser entlohnt werden - hier ein Archivbild vom Januar dieses Jahres mit (v.l.) Marlies Jammer-Lühr, Ulrike Frurieb, Raisich Oksana, Annika Döblitz und Kindern. Foto: A/t&w
Die Tagesmütter in Lüneburg sollen besser entlohnt werden - hier ein Archivbild vom Januar dieses Jahres mit (v.l.) Marlies Jammer-Lühr, Ulrike Frurieb, Raisich Oksana, Annika Döblitz und Kindern. Foto: A/t&w

Mehr Geld für Tageseltern

rast Lüneburg. „Die von der Stadt geplante Satzung zwingt uns Tagesmütter und Tagesväter, entweder von unserem Geld etwas in die Betreuung zu stecken oder die Qualität der Betreuung runterzufahren.“ Dominik Hacker-Bendlin ist sauer, der Vorsitzende des Vereins Tageseltern sagt: „Die Stadt spart über die Satzung zulasten der zu betreuenden Kinder.“ Sozialdezernent Peter Koch verteidigt dagegen die Neuregelung: „Die neue Grundlage ist moderner, klarer und fußt auf einer Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg in einem Fall aus Nienburg an der Weser.“

Die „Neufassung der Satzung zur Förderung der Kindertagespflege und zur Erhebung von Kostenbeiträgen“ kommt am Donnerstag, 14. November, auf den Tisch des Jugendhilfeausschusses, der ab 15.30 Uhr im Huldigungssaal des Rathauses tagt. Die neue Satzung soll laut Stadtverwaltung erst dann greifen, wenn eine neue Beitragsordnung erarbeitet ist – anvisiert ist der 1. August 2014.

Vorgesehen ist für Tageseltern eine Erhöhung des Betreuungsgeldes von 3,60 auf 3,90 Euro pro Stunde. „Das hört sich erst einmal gut an“, sagt Dominik Hacker-Bendlin, der in Sachen Kindertagespflege auch als Kläger vor dem Verwaltungsgericht auftritt: „Aber es ist ein leicht durchschaubares Zahlenspielchen.“ Denn dieses Geld wird in zwei Teilen berechnet. Gezahlt wird die Förderungsleistung: „Also der Gewinn der Tageseltern, den sie versteuern müssen.“ Er beträgt aktuell 1,14 Euro und soll auf 2,16 Euro angehoben werden. Der zweite Part sind materielle Kosten: „Für Miet- und Heizungsanteil beispielsweise oder für das, was wir den Kindern gönnen.“ Hier ist eine Senkung von 2,46 auf 1,74 Euro vorgesehen. Hacker-Bendlin verdeutlicht das bildlich: „Das ist wie bei einer Waage, geht’s auf der einen Seite rauf, geht’s auf der anderen runter. Erhält der Betreuer mehr Geld, fehlt’s auf der anderen Seite – und darunter leidet die Qualität der Betreuung. Oder die Tageseltern stecken von ihrem Anteil Geld in die Betreuung.“ Ein weiteres Problem laut dem Sprecher: Das Essensgeld soll nicht mehr über eine gesonderte Leistung gezahlt werden, sondern dieser Betrag in die Neuberechnung von 3,90 Euro einfließen. Und das könne laut Hacker-Bendlin, der hier den großen Unterschied zu den Kitas sieht, wo’s in den Berechnungen enthalten ist, teuer werden: „Bio-Essen zum Beispiel kostet.“ Zur bisherigen Regelung sagt Peter Koch: „Bislang regeln die Eltern diese Ausgabe mit den Tageseltern.“

Die Neuregelung verursacht der Stadt Mehrkosten, dazu erklärt der Sozialdezernent: „Derzeit ist eine Anpassung der Elternbeiträge aber nicht vorgesehen, das ist Wille der Politik. Das zusätzliche Geld kommt aus dem Jugendhilfe-Etat.“ Sollten Berechnungen einen größeren Fehlbetrag ergeben, müsse der „irgendwie ausgeglichen“ werden.