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Die drei besten Vorleser aus den vierten Klassen der Lüneburger Grundschulen, Emilio, Johann und Till (v.l.), tragen aus ihren Lieblingsbüchern vor. Die anderen Finalisten (v.l.) Theo, Keysa, Jakob, Malte und Julian lauschen. Foto: t&w
Die drei besten Vorleser aus den vierten Klassen der Lüneburger Grundschulen, Emilio, Johann und Till (v.l.), tragen aus ihren Lieblingsbüchern vor. Die anderen Finalisten (v.l.) Theo, Keysa, Jakob, Malte und Julian lauschen. Foto: t&w

Sie sorgen für Kino im Kopf

ahe Lüneburg. Als klar ist, dass er kein Los für die Tombola bekommen wird, ballt Till beide Fäuste, grinst übers ganze Gesicht und jubelt – mit Rücksicht auf seine Nebenleute – durchaus leise. Dass er keine Gratis-Gewinnchance für die Verlosung bei der Kinder- und Jugendbuchwoche erhält, ist ein Zeichen, dass er bereits zu den Gewinnern zählt. Denn zuvor hatten die Juroren angekündigt, dass all jene, die es nicht unter die Top 3 geschafft haben, quasi als Trostpflaster ein Los erhalten. Till hat es aufs Podest geschafft, er ist einer der drei besten Vorleser unter den Viertklässlern beim Wettbewerb der städtischen Grundschulen.

Till hatte sich – wie seine sieben Konkurrenten beim Finale in der Grundschule Kreideberg auch – zuvor in seiner Klasse und an seiner Schule in Lüne durchgesetzt. Deshalb waren alle, die gestern Morgen vor die Jury traten, bereits Gewinner. Dass sie nicht nur gut lesen, sondern auch ausgezeichnet vorlesen und Zuhörer mit ihren Geschichten fesseln können, bewiesen die Finalisten, indem sie einerseits Passagen aus ihrem Lieblingsbuch, andererseits Teile aus dem ihnen bis dahin unbekannten Werk „Fünf Hunde im Gepäck“ nahezu fehlerfrei und fesselnd vortrugen.

Extra geübt hatten die wenigsten von ihnen. Wozu auch, wenn sie doch eh ständig ihre Nase in Bücher stecken wie Jakob. Der Neunjährige von der Hermann-Löns-Schule erzählt: „Ich lese jeden Tag zwei bis drei Stunden. Ich mag Harry Potter und auch andere Fantasy-Geschichten, am liebsten Reihen.“

Emilio (10) von der St.-Ursula-Schule hatte als Lieblingsbuch „Der Tag, an dem ich cool war“ dabei. „Weil es lustig ist“, lautet seine einleuchtende Begründung. Leider sei die dann per Zufallsprinzip ausgewählte Textpassage, die er den fünf Juroren vortragen musste, keine der ganz besonders lustigen Stellen im Buch gewesen.

Theo hatte sich an der Schule Im Roten Felde durchgesetzt und dafür schon dort ein Buch als Geschenk bekommen. „Das hatte ich an einem Tag durch“, erzählt er. Julian von der Grundschule Kreideberg hatte ein Heimspiel, durfte beim Finale in seiner Schule antreten. Er ist nicht nur ein begeisterter Vorleser. „Ich schreibe selbst, am liebsten Fantasy-Geschichten“, verrät der Zehnjährige.

Am Ende war es für alle Juroren der Finallesungen – neben Lehrern waren es zumeist Mentoren und Mitarbeiter der Schulbüchereien – eine harte Nuss, manche Vorleser unterschieden sich nur in Nuancen voneinander. Neben Till durften sich bei den Jungen der vierten Klassen Johann von der Grundschule Hasenburger Berg und Emilio von der St.-Ursula-Schule über einen Podestplatz freuen. Welcher genau es ist, erfährt das Trio – genau wie alle anderen Finalisten – erst bei der Siegerehrung im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwoche im Glockenhaus am Dienstag, 19. November, 16 Uhr. Schon am Freitag ab 15 Uhr werden sechs Schulgewinner im Glockenhaus vorlesen.

Das Programm der Jugendbuchwoche 2013