Donnerstag , 8. Dezember 2016
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„Das sind Figuren, die ewig leben“

Lüneburg. Morgen, Donnerstag, beginnt im Glockenhaus die Lüneburger Kinder- und Jugendbuchwoche. „Spannung – Schätze – Abenteuer“ lautet das Motto der 35. Auflage, die von der Ratsbücherei und der Buchhandlung Lünebuch veranstaltet wird. Bis Dienstag, 19. November, können kleine und große Lesefans täglich in der Zeit von 9 bis 18 Uhr im Glockenhaus in aktuellen Kinderbüchern oder in Klassikern der Jugendliteratur stöbern. Neben der Messe gibt es Autorenlesungen, Theater, eine Tombola, besondere Stadtführungen, eine Kunstaktion und noch einiges mehr. Über die Veranstaltung und aktuelle Lesetrends sprach LZ-Redakteur Alexander Hempelmann mit Antje Bechly, Leiterin der Lüneburger Kinder- und Jugendbücherei.

Spannung, Schätze, Abenteuer – da denken viele Ältere als erstes an Karl May. Sind seine Bücher bei Mädchen und Jungen heute überhaupt noch gefragt?
Antje Bechly: Ja, schon noch. Oft läuft das über die Väter, die ihren Kindern diese Klassiker ans Herz legen oder ihnen daraus vorlesen.

Jüngere Generationen denken beim Thema Spannung an Detektivgeschichten, sie haben Bücher der Reihen „Die drei ???“, „TKKG“ und „Fünf Freunde“ geradezu verschlungen . . .
Antje Bechly: Die Geschichten sind auch heute noch sehr gefragt, vor allem als Hörspiele. Die drei ??? – das sind Figuren, die ewig leben. Und bei den Jüngeren gehen „Die drei ??? Kids“ besonders gut.

Und was ist heute beim Thema Abenteuer angesagt?
Antje Bechly: Zum Beispiel „Beast Quest“. In den Büchern erlebt der Held, der elfjährige Tom, diverse Abenteuer in einer fiktiven Welt. Das ist vor allem bei Jungen angesagt, aber auch Mädchen lesen die Geschichten. Auch der Fantasy-Trend ist ungebrochen, Harry Potter wird noch immer viel gelesen. Und unabhängig vom Thema Abenteuer sind tagebuchartige Geschichten, meist auf lustige Art geschrieben, im Kommen.

Welches in jüngster Zeit erschienene Buch sollten Kinder unbedingt gelesen haben?
Antje Bechly: Ich mag „Coolman und ich“. Die Hauptfigur hat eine Art Schatten neben sich, aus der Sicht eines Jungen geht es darum, wie man den ganz normalen Alltag in der Schule bewältigen kann. Das Ganze ist sehr witzig geschrieben. Der Autor Rüdiger Bertram liest in diesem Jahr bei der Jugendbuchwoche.

Lesen Jungs und Mädchen gleichermaßen viel?
Antje Bechly: Im Grundschulalter ja. Erst ab Klasse 5 ebbt das bei Jungs langsam ab. Andere Medien kommen ins Spiel.

Wie kriege ich ein Kind zum Lesen, das Bücher bisher nicht recht anpacken mag?
Antje Bechly: Die Begeisterung kommt meistens darüber, dass Eltern oder Großeltern den Kindern Geschichten erzählen oder ihnen vorlesen. Das weckt die Neugier, irgendwann will ein Kind dann selbst lesen und die Geschichte erfassen. Und man sollte mit dem Vorlesen nicht aufhören, sobald das Kind in der 2. Klasse ist und selbst lesen kann. Es gibt sicher auch Kinder, die den Sprung anfangs nicht schaffen, die dann aber vielleicht später ab Klasse 4 über Comics den Zugang zu Büchern finden.

Es gibt in der Jugendbücherei und in den größeren Lüneburger Buchhandlungen doch eine ständig verfügbare Auswahl an Kinderbüchern. Warum sollten Mädchen und Jungen da überhaupt noch zur Jugendbuchwoche ins Glockenhaus kommen?
Antje Bechly: Wir haben in der Bücherei jede Menge Bücher, aber nur zum Ausleihen, und es sind nicht alle immer verfügbar. Die Buchhandlungen haben aus Platzgründen immer nur eine kleine Auswahl des tatsächlich riesigen Buchmarkts für Kinderliteratur. Die Buchausstellung im Glockenhaus ist eine Art große Messe, man kann nach Herzenslust stöbern und auch kaufen. Wir haben mit 3000 Kinder- und Jugendbüchern eine riesige Auswahl, die keine Buchhandlung bieten kann.

Auf was freuen Sie sich am meisten?
Antje Bechly: Auf das Puppentheater mit den Geschichten des kleinen Drachen Kokosnuss, auf die Aktion der Stadtführer, die sich extra für die Kinder- und Jugendbuchwoche eine Schatzsuche ausgedacht haben, und auf Thilo, der unter anderem für die Fernsehsendung „Bibi Blocksberg“ geschrieben hat. Ich bin gespannt, ob seine Lesungen ebenso spannend sind wie seine Bücher.

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