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Dr. Wolfgang Biederstedt erhielt vor vier Jahren bereits die goldene Ehrennadel des Kreises, die er auch während des Festaktes am Dienstagabend trug. Da wurde er für seine Verdienste um den Klimaschutz mit dem Freyja-Scholing-Preis ausgezeichnet. Foto: t&w
Dr. Wolfgang Biederstedt erhielt vor vier Jahren bereits die goldene Ehrennadel des Kreises, die er auch während des Festaktes am Dienstagabend trug. Da wurde er für seine Verdienste um den Klimaschutz mit dem Freyja-Scholing-Preis ausgezeichnet. Foto: t&w

Kämpfer für den Klimaschutz

emi Lüneburg. Im Blitzlichtgewitter der Fotografen und flankiert von Politikern nahm Dr. Wolfgang Biederstedt am Dienstagabend im Festsaal des Landkreises Lüneburg die grüne Skulptur in Form einer Blume entgegen. Der zweite Freyja-Scholing-Preis der Sparkassenstiftung Lüneburg für Natur- und Umweltschutz, dotiert mit 2500 Euro, sei „ein ganz toller Preis“, sagt der 81-Jährige. „Ich freue mich, dass meine Arbeit allseits so viel Anerkennung gefunden hat.“ Geehrt wurde der Scharnebecker Grünen-Politiker für seine Verdienste um die Lüneburger Umwelt-Filmtage, die er im Jahr 2000 im Scala-Kino ins Leben rief. Nach dem diesjährigen Programm am 24. und 25. November wird er sich allerdings in die zweite Reihe zurückziehen. Sein Nachfolger, Edwin Germer, steht bereits fest.

Als junger Mann zog Biederstedt als Fertigungsingenieur durch die Lande, „problem- und zielorientiert“, wie er launig erzählte. Als ihm 1973 eine Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft mit dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“ in die Hände fiel, erwachte sein Interesse für den Klimaschutz. Mehr als 20 Jahre später, 1995, beendete Biederstedt sein Berufsleben. Mit dem Gedanken „Nu legste los“ trat er den Grünen bei: Der Anfang seines unermüdlichen Einsatzes im Kampf gegen den Klimawandel war gemacht. „Damals überlegten die Grünen, wie sie das Thema Umweltschutz an die Menschen herantragen könnten“, erinnert sich der Preisträger. Biederstedt hatte eine Idee: „Ich hatte kurz vorher in der Zeitung vom Ökomedia-Festival in Freiburg gelesen, bei dem umweltbezogene Filme aus aller Welt gezeigt wurden.“ So etwas wollte er auch machen. „Politiker und Sponsoren waren sofort dafür.“

Nach einer „relativ einfachen Anfangsphase“ verschwand „Ökomedia“ nach 2004. Von da an wurde es schwieriger: „Ich musste die Filme selbst aussuchen und mir die Rechte aus aller Welt, bis aus Kanada, einholen.“ Es galt, Referenten zu suchen und Regisseure nach Lüneburg zu locken. Doch die Aufgabe gelang.

In seiner Begrüßungsrede dankte Landrat Manfred Nahrstedt dem glücklichen Preisträger und wünschte ihm, er möge „ebenso ausdauernd und stark wie Freyja Scholing sein und einen ebenso bleibenden Eindruck in Hansestadt und Landkreis hinterlassen“.

Die Vorsitzende des Stiftungsrates Nachhaltigkeit der Sparkassenstiftung Lüneburg, Renate Backhaus, würdigte Biederstedts Einsatz in ihrer Laudatio („Hier sehen wir, was ehrenamtliches Engagement bewirkt“) und verwies auf ein Zitat von Altkanzler Willy Brandt: „Es ist wichtiger, etwas im Kleinen zu tun, als im Großen darüber zu reden.“

Bevor die Festgesellschaft zum Abendessen überging, ergriff Ulrich Mädge, Lüneburgs Oberbürgermeister und Vorstandsvorsitzender der Sparkassenstiftung, das Wort. Mädge hob nicht nur Biederstedts Einsatz, sondern auch die Bedeutung des Kinos Scala für die Stadt hervor: „Wenn wir es nicht erhalten hätten, es fehlte uns etwas.“ Dafür erntete er spontan Beifall.

Der größte Applaus gebührte aber Dr. Wolfgang Biederstedt, der schließlich mit dem Blitzlicht der Fotografen um die Wette strahlte.