Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Tausche Tüte gegen Tasche

emi Lüneburg. Sie sind gemacht für die Ewigkeit und doch benutzen wir sie in der Regel nur für ein paar Minuten: Plastiktüten. Um auf den allgemeinen Wegwerftrend aufmerksam zu machen, hat die kommunale Abfallentsorgungsgesellschaft „GfA Lüneburg“ die „Aktion Taschentausch: Gib und Nimm“ ins Leben gerufen. Im Rahmen der Europäischen Woche zur Abfallvermeidung tauschen Mitarbeiter der GfA morgen kostenlos Plastikeinkaufstüten gegen Stofftaschen aus. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr können Interessierte vor dem Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK), Am Sande in Lüneburg, den Inhalt ihrer Einkaufstüten in die Stoffbeutel umladen.
„Das Thema ist durch die Vorschläge der EU für ein mögliches Verbot von Plastiktüten zur Zeit besonders aktuell“, sagt Katja Richter von der GfA. Laut Bundesumweltamt verwendet jeder Deutsche im Durchschnitt 71 Plastiktüten pro Jahr EU-weit sind es sogar 198 Stück. „Die GfA will mit der Veranstaltung wenigstens einen kleinen Beitrag zur Abfallvermeidung und zur Aufklärung leisten.“
2500 orange Stofftaschen hat die kommunale Abfallentsorgungsgesellschaft deshalb bedrucken lassen. Auf ihnen ist neben der Skyline Lüneburgs in großen, schwarzen Buchstaben der Satz zu lesen „Gib Stoff eine Chance“. Wenn alle Baumwollsäcke verteilt sind, ist die Aktion beendet. „Vielleicht brauchen wir ja auch weniger als sechs Stunden, wer weiß“, sagt Katja Richter.
Um deutlich zu machen, wie viele Plastiktüten in dem begrenzten Zeitraum zusammenkommen, werden sie vor der IHK an einer Leine zu einer Tütenkette aufgehängt. „Gerade um die Weihnachtszeit fällt besonders viel Müll an. Wir sind selbst schon gespannt, wie schnell die Leine voll wird.“
Welchen Anteil die Plastiktüten am Gesamtabfall auf der Deponie der GfA haben und wie schnell die Müllberge wachsen, kann Katja Richter nicht sagen. Aber die 37-Jährige hat festgestellt: „Es wird mehr getrennt.“ Dass der Müll am Ende doch wieder zusammengekippt werde, weist Richter entschieden zurück. „Das ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält, aber wir trennen wirklich.“ Am Gelände der GfA könne man jegliche Art von Müll abgeben. „Wir nehmen fast alles, außer Tierkadaver und radioaktiven Müll.“ Der Trend gehe immer mehr in Richtung Kreislaufwirtschaft: „Wir wollen keine Abfälle mehr, sondern sie wiederverwerten.“
Wiederverwendung ist auch das diesjährige Schwerpunktthema bei der Europäischen Woche zur Abfallvermeidung, die vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) koordiniert wird. Vom 16. bis 24. November präsentieren bereits zum vierten Mal bundesweit Initiativen und Projekte, wie jeder seine persönliche Abfallbilanz verbessern kann sei es am Arbeitsplatz, in der Schule, beim Einkaufen oder zu Hause.
Mehr Informationen zu der Aktionswoche gibt es unter: www.nabu.de/aktionenundprojekte/abfallvermeidung/

One comment

  1. Hier ist nicht nur ein Umdenken der Kunden gefordert, sondern auch der Händler. Schon seit Jahren nehme ich gebrauchte Tüten zum Einkaufen mit. Wenn ich die dann (z. B. in einem Bekleidungsgeschäft) an der Kasse auf den Ladentisch lege, um die gekaufte Ware darin zu verstauen, werde ich nicht selten schief angeguckt – und das, obwohl die Tüte aus einem früheren Einkauf in demselben Geschäft stammt (soll heißen: die Tüte den Werbeaufdruck desselben Geschäfts trägt).