Donnerstag , 29. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Die dicksten Würste
Einer geht noch, einer geht noch rein: Wurstverkäufer Herby füllt die Tüten seiner Kunden auf dem Martinimarkt mit dicken Dauerwürsten.  Foto: t & w
Einer geht noch, einer geht noch rein: Wurstverkäufer Herby füllt die Tüten seiner Kunden auf dem Martinimarkt mit dicken Dauerwürsten. Foto: t & w

Die dicksten Würste

mm Lüneburg. „Leute holt euer Geld raus‘, der Wurstmann will ins Freudenhaus“. Gröhlend und mit markigen Sprüchen lockte Wurst- und Schinkenverkäufer Herby Martinimarkt-Besucher gestern an seinen Stand.

Herby hat 22 Jahre Berufserfahrung als Marktschreier – das nimmt man ihm ab. Das Dezibelparameter auf dem Marktplatz hält er zur Not auch ganz alleine oben. Einige seiner Kollegen seien bereits nach fünf Jahren „völlig Gaga im Kopf“. „Ich ertrage den Kram schon deutlich länger“, posaunt Herby. Und er weiß, was seinen Kunden gefällt. Grobe Salami, Kürbiskernsalami, italienische Salami, Schwarzwälder-Schinken und eine Zusatztüte mit Hähnchenfilet und „dicken Knackerwürsten“ – alles zusammen geht für 15 Euro weg. „Da kann man noch Silvester mit feiern“, verspricht der Wurstfachmann aus Oldenburg.

Ebenso reichhaltig füllt Günther Kalauer alias Bananen-Fred die Körbe seiner Kunden. Zwei Kilo Klementinen, eine Hand Bananen, Weintrauben, Tomaten, Gurken, Radieschen. Dazu kommen Birnen, „für Leute ohne Zähne“, wirbt Bananen-Fred, und Avocados, die mit den „guten Fetten“. Das Obst und Gemüse samt Einkaufskorb ist für zehn Euro zu haben. Das gibt es nur auf dem Martini- und Hamburger Fischmarkt. Ein Kunde habe angesichts des günstigen Preises schon geweint, lässt Bananen-Fred verlauten.

Kalauer ist mit seinem Früchtestand seit 20 Jahren auf dem Martinimarkt vertreten. Er und sein Fleischerkollege Herby stehen für die Tradition der Martinimärkte. Diese finden deutschlandweit um dem Festtag zu Ehren des Heiligen Martins am 11. November statt. Der Festtag markiert den Beginn des bäuerlichen Jahreslaufs.

Marktbesucher konnten sich nicht nur mit Fressalien eindecken. Haufenweise Textilien, Lederwaren, Staubsauger, Werkzeuge oder auch so etwas wie Silikon-Abzieher für Fensterscheiben brachten die mehr als 160 Händler auf dem Marktplatz unters Volk. Als Einstimmung auf die Weihnachtsmarktsaison konnte der erste Glühwein des Jahres verköstigt werden. Über das pralle Sortiment freute sich unter anderem Traute Meyer: „Ich habe beim Holländer Tulpen- und Narzissenzwiebeln gekauft. Die waren recht günstig. Jetzt hoffe ich, noch ein paar Neuheiten zu entdecken“, berichtet die Lüneburgerin. Bestes Marktwetter lockte die Leute in Scharen. „In Lüneburg bin ich das erste Mal auf dem Martinimarkt. Der macht richtig Laune“, erklärte Emil Brandt.