Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Initiator Wolfgang Dimke (l.), Rolf Rosenthal und Mitglieder der Baugruppe wie zum Beispiel Betty Müller-Riede waren gestern beim Ortstermin in der alten Musikschule. Foto: t&w
Initiator Wolfgang Dimke (l.), Rolf Rosenthal und Mitglieder der Baugruppe wie zum Beispiel Betty Müller-Riede waren gestern beim Ortstermin in der alten Musikschule. Foto: t&w

„StadtLust“ wirft Auge auf Musikschule

as Lüneburg. „StadtLust – wohnen und leben im Herzen Lüneburgs“, unter diesem Titel hat sich eine Baugruppe zusammengefunden, die sich an der Ausschreibung und dem Kauf der alten Musikschule beteiligen möchte. „Unser Ziel ist es, gemeinschaftliches, generationsübergreifendes, ökologisches Wohnen zu ermöglichen und das zu erschwinglichen Preisen“, sagt Wolfgang Dimke, Initiator der Baugruppe.

Sieben Parteien im Alter zwischen 30 bis 65 Jahren gehören derzeit der Baugruppe an. Es sind Paare, Familien mit Kindern und Alleinstehende, die gemeinsam ein Immobilienprojekt mit einem Architekten und einem Projektentwickler auf den Weg bringen wollen. „Dafür suchen wir nun weitere Mitstreiter“, so Dimke.

Vorbilder für Baugruppen gibt es bundesweit. Ein Vorzeigeprojekt ist der Aegidienhof in Lübeck. Dort hatten sich Bürger aus Lübeck und Umgebung Ende 1999 ohne Einschaltung eines Investors zu einer Baugemeinschaft zusammengeschlossen, um ein Stück Lübecker Altstadt zu erhalten und wieder zum Leben zu erwecken. Durch Ankauf und Sanierung des bau- und kulturgeschichtlich bedeutenden Komplexes um den Aegidienhof wurde aus dem Sozialamt ein Projekt geschaffen, in dem wieder Menschen wohnen und ihren Arbeitsplatz finden können.

Eine Vorplanung für das Projekt alte Musikschule im Rahmen der ersten Ausschreibung liegt laut Dimke bereits vor. Wie berichtet, hatte die Stadt in einem ersten Schritt den gesamten Komplex ausgeschrieben. Zwar gab es Interessenten, aber zum Zuschlag kam es nicht. Gescheitert war es an der Komplexität des Gebäude und dem Konstrukt der Ausschreibung. Inzwischen wurde entschieden, den Komplex in einzelnen Teilen erneut auszuschreiben.

Je nachdem, wie viele Mitstreiter noch zur Baugruppe hinzukommen, wird sich entscheiden, „ob man sich bei der Ausschreibung nur an einem Teilstück beteiligt oder eventuell auch am Gesamtkomplex“, sagt Rolf Rosenthal, der Dimke unterstützt. In der Hand der Mitglieder liegt es dann, was konkret an Wohnungen und Gewerbeeinheiten entstehen könnte und wie diese gestaltet werden sollen. „Die Beteiligung am Planungsprozess ist ein Vorteil gegenüber üblichen Investorenplanungen, die in der Regel etwas vorgeben“, stellen Dimke und Rosenthal heraus. Außerdem zeichne sich eine Baugruppe dadurch aus, dass keine Gewinne erwirtschaftet werden müssten, „wie das bei einem Investorenprojekt ist. Dadurch ist es möglich, Wohn- und Gewerberaum zu moderaten Preisen zu erstellen“, meint Dimke. Die Mitglieder würden ihr Geld nach Baufortschritt einbringen. Damit sie aber nicht sozusagen die Katze im Sack kaufen, gibt es eine Bau-, Kosten- und Finanzierungsplanung.

Die Planungsphase sehen die beiden als einen „Prozess des noch besseren Kennenlernens und des gemeinsamen Entwickelns, was dort im Detail entstehen soll“. Positiv sei dabei auch, dass künftige Nachbarn im ständigen Austausch sind. Dass die Stadt inzwischen ein denkmalpflegerisches Gutachten für den Gebäudekomplex in Auftrag gegeben hat, kommt der Gruppe entgegen: „Das ist ein guter Leitfaden für eine gute Sanierung und für eine sichere Kostenkalkulation.“

Wer Lust hat, mehr über die Baugruppe „StadtLust“ zu erfahren, kommt am Montag, 25. November, um 19.30 Uhr in die Gaststätte Adlerhorst. Infos gibt es auch bei Wolfgang Dimke unter Tel.: 4 14 72 oder bei Rolf Rosenthal unter Tel.: 2 96 99 36.