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Oberbürgermeister Ulrich Mädge gratuliert Schülerinnen und Schülern aus Tartu und Lüneburg zu ihrem Film als Beispiel dafür, wie vielfältig und jung Städtefreundschaft sein kann. Foto: sp
Oberbürgermeister Ulrich Mädge gratuliert Schülerinnen und Schülern aus Tartu und Lüneburg zu ihrem Film als Beispiel dafür, wie vielfältig und jung Städtefreundschaft sein kann. Foto: sp

Freundschaft mit jugendlicher Frische

rast Lüneburg. 22. August 1993: Im Fürstensaal des Lüneburger Rathauses unterzeichnen Aino-Eevi Lukas, Ratsvorsitzender in Tartu in Estland, Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Oberstadtdirektor Reiner Faulhaber die Partnerschaftsurkunde. Grundstock für eine Städtepartnerschaft, die vor allem von den Bürgern selbst mit Leben gefüllt wurde und wird. „Wie bereichernd unsere Beziehungen sind und wie reich der Schatz an Verbindungen ist, die wir in der Vergangenheit auf so vielfältige Weise vertiefen konnten“, daran erinnerte Mädge jetzt beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft im Forum der Musikschule. Mit dabei waren auch Aadu Must als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung von Tartu und Carl Eric Laantee Reintamm als Gesandter der Botschaft der Republik Etsland, die mit einer großen Delegation derzeit zu Gast in Lüneburg sind.

Mädge erinnerte an die Vorgeschichte der offiziellen Partnerschaft: Anfang der 90er-Jahre starteten mehrere Hilfstransporte von Lüneburg aus nach Tartu, die ersten Freundschaften von Bürgern untereinander wurden geschlossen. Als dann das Auswärtige Amt im Lüneburger Rathaus anfragte, ob man nicht eine Partnerschaft mit der ältesten Stadt Estlands eingehen wolle, gab es kein langes Überlegen.

Kontakte mit Estland liefen damals eh schon über die Carl-Schirren-Gesellschaft, die ihre Heimat im Lüneburger Brömsehaus hat. Besonders erwähnte Ulrich Mädge die Deutsch-Estnische Gesellschaft mit ihrem Vorsitzenden Karl-Heinz Hebrok, die sich mit vielen Projekten beispielhaft für die Beziehung der beiden Hansestädte engagiert.

Mädges Amtskollege Aadu Must aus Tartu unterstrich in seiner auf Deutsch gehaltenen Rede die „große Verwandtschaft und Nähe“ zwischen den beiden Städten. Beides sind Hanse- und Universitätsstädte, beide mit Schwerpunkt Bildung, und beide an einem Fluss gelegen, der Ilmenau in Lüneburg und an dem viel größeren Embach in Tartu.

Trucker und Turner, Herder- und Wilhelm-Raabe-Schüler, Künstler und Kirchenfreunde – fast ein Dutzend Vereine und Institutionen feierten am Sonnabend einen bunten Begegnungsnachmittag im Theater ein. Mit dabei waren Bürger beider Städte. Sie frischten Erinnerungen auf, schmiedeten neue Pläne und diskutierten auch mit Tartu-Neulingen, deren Interesse am Baltikum vielleicht beim Hansetag im vergangenen Sommer erwacht ist. Bürgermeisterin Regina Baumgarten bezeichnete in ihrer kurzen Ansprache die Städtepartnerschaft zwischen Lüneburg und Tartu als „Erfolgsgeschichte“, sie strahle auch nach 20 Jahren noch „ganz selbstverständlich Jugendlichkeit und Frische aus“.