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Auf dem Gelände hinter dem Postgebäude an der Sülztorstraße wollen Investoren Neubauten für einen Frischemarkt und einen Discounter errichten. Der geplante Komplex nimmt zusammen mit Parkplätzen fast die komplette Fläche des Grundstücks ein. Nicht nur das sorgt bei der Politik für Kritik und Fragen. Auch was mit dem derzeitigen Edeka-Standort auf dem Salinengelände passiert, ist offen. Fest steht hingegen, dass die Post weiterhin an der Sülztorstraße bleibt. Foto: t&w
Auf dem Gelände hinter dem Postgebäude an der Sülztorstraße wollen Investoren Neubauten für einen Frischemarkt und einen Discounter errichten. Der geplante Komplex nimmt zusammen mit Parkplätzen fast die komplette Fläche des Grundstücks ein. Nicht nur das sorgt bei der Politik für Kritik und Fragen. Auch was mit dem derzeitigen Edeka-Standort auf dem Salinengelände passiert, ist offen. Fest steht hingegen, dass die Post weiterhin an der Sülztorstraße bleibt. Foto: t&w

„Die Überbauung ist heftig“

as Lüneburg. Hinter dem Postgebäude an der Sülztorstraße möchten Investoren Neubauten für einen Frischemarkt sowie einen Discounter errichten, nach gegenwärtigem Planungsstand mit einer Verkaufsfläche von insgesamt maximal 4550 Quadratmetern. Vor gut einem Jahr hatte der Verwaltungsausschuss der Stadt bereits die Aufstellung des Bebauungsplanes beschlossen. Inzwischen hat die Stadt die Planungsunterlagen erarbeitet. „Diese werden voraussichtlich ab 6. Januar öffentlich ausgelegt und damit dem Bürger vorgestellt“, sagte Matthias Eberhard, Bereichsleiter Stadtplanung, im Bauausschuss. Er trug Eckdaten zum Projekt vor, das einigen Diskussionsstoff in sich birgt.

Anfang des Jahres wurde ein Verträglichkeitsgutachten zum geplanten Fachmarktzentrum Sülztorstraße (Postareal) erstellt. Das Ergebnis: Die Ansiedlung des neuen Einzelhandels an der Sülztorstraße würde die bestehenden Einzelhandelsstrukturen in Lüneburg „nicht über Gebühr belasten“. Allerdings dürfte die maximale Verkaufsfläche nur 4550 Quadratmeter sein. Der Entwurf des Bebauungsplanes sieht nun vor: Der Frischemarkt erhält maximal 3350 Quadratmeter Verkaufsfläche, der Lebensmitteldiscounter 1200 Quadratmeter. Die Gebäudehöhe soll auf zwei Vollgeschosse festgesetzt werden, ins Obergeschoss könnten so Verwaltungs-, Sozial- und Lagerräume einziehen. Der Gebäudekomplex sei ein flächendeckender Neubau, sagte Eberhard. Sprich: Er nimmt mit Parkplätzen fast die komplette Fläche des Grundstücks ein, an das Wohnbebauung grenzt.

Einziehen soll in den Neubau der Edeka-Frischemarkt, der derzeit noch seinen Standort auf dem Salinengelände neben dem Salzmuseum hat. Wie berichtet, plant die Stadt mittelfristig eine Erweiterung des Museums. Knackpunkt ist allerdings, dass die Eigentümer des Gebäudes dieses an die Edeka vergeben haben. Der Erbbaurechtsvertrag läuft noch bis 2034, eingeschlossen vier Verlängerungsoptionen von je fünf Jahren. Es besteht damit die Möglichkeit, dass die Eigentümer dort wieder einen Frischemarkt einziehen lassen könnten. Darin würden die Gutachter allerdings ein „Verträglichkeitsproblem“ mit dem auf dem Postgelände geplanten Frischemarkt sehen. Sprich: Zwei dieser Märkte in dem Bereich gehen aus Gutachtersicht nicht. Die Gutachter schlagen vor, dass dort – sollte es zu keiner Museumserweiterung kommen – andere Fachmärkte einziehen sollten, wie zum Beispiel ein Elektromarkt.

Christian Burgdorff, beratendes Mitglied des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt, gab zu bedenken, dass die Eigentümer entscheiden, was in das Gebäude am Salinenstandort einzieht. Zu dem geplanten Komplex auf dem Postareal meinte er: „Die Überbauung ist ziemlich heftig.“ Birte Schellmann (FDP) zeigte sich irritiert „über eine flächenmäßig so stark ausgenutzte Bebauung“. Sie wollte auch wissen: „Werden denn Gespräche geführt mit den Eigentümern des Gebäudes am Salinenstandort bezüglich einer einvernehmlichen Lösung?“

Ulrich Löb (Grüne) hakte nach, wie groß der jetzige Edeka-Markt sei. Eberhard gab ihn mit 2800 Quadratmetern Verkaufsfläche an. Der Nebau ermögliche 3350 Quadratmeter Verkaufsfläche, dazu kommen Discounter sowie Shops im alten Postgebäude, wo aber die Postfiliale erhalten bleiben soll. Löb weiter: „Wir haben immer gesagt, dass in den jetzigen Edeka-Markt die Museumserweiterung kommt.“ Der Ausschussvorsitzende Heiko Dörbaum (SPD) erklärte, dass „Gespräche im Sinne der städtebaulichen Entwicklung laufen“. Als Streiter für den Baumschutz sieht Andreas Meihsies (Grüne) ein Problem. Eine zweite Zufahrt zum Gelände – nur für Rettungsdienste – soll kurz vor der Kreuzung entstehen. Dass dafür eine riesige Linde weicht, geht gar nicht, sagt Meihsies.

2 Kommentare

  1. Was bitte soll denn ein „Frischemarkt“ sein?

    Soll der Artikel den Leser informieren, oder will die LZ mit Marketing-Begriffen Werbung für einen Supermarkt machen?

  2. Frischemarkt ist die fachlich richtige Bezeichnung für einen Lebensmittelmarkt, welcher eine Frischfleisch,-wurst,-gemüse und -obstabteilung hat. Man nennt solche Märkte auch Vollsortimenter, das Gegenteil ist der Discounter. Insofern verwendet die LZ hier keine Marketingsbegriffe, sondern korrelte Bezeichnungen.