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Das Team des Guten Nachbarn bittet um Spenden (v.l.): Günter Zimmermann (Diakonie), Berthold Schweers (Caritas), Jürgen Enke (Awo), Heidrun Hecht (Geschäftsführerin), Wolfgang Klose (Paritätischer), Sabine Reckermann (DRK Stadt), Christian von Stern (LZ) und Matthias Körte (DRK Kreis).  Foto: t&w
Das Team des Guten Nachbarn bittet um Spenden (v.l.): Günter Zimmermann (Diakonie), Berthold Schweers (Caritas), Jürgen Enke (Awo), Heidrun Hecht (Geschäftsführerin), Wolfgang Klose (Paritätischer), Sabine Reckermann (DRK Stadt), Christian von Stern (LZ) und Matthias Körte (DRK Kreis). Foto: t&w

Gute Nachbarn in der Not

off Lüneburg. Es sind die Menschen, die in Deutschland ganz oben auf der Armutsliste stehen – und die am häufigsten die Hilfe des Guten Nachbarn brauchen. Schon seit Jahren beobachtet der Vorsitzende der Hilfsaktion, Berthold Schweers, wie schnell Alleinerziehende in finanzielle Not geraten. „Nicht weil sie Geld mit vollen Händen ausgeben“, sagt er, „sondern weil die Waschmaschine kaputt gegangen ist oder ein Kind krank wird.“ Gleichzeitig wächst die Altersarmut, steigt die Zahl der Menschen, deren Rente nicht zum Leben reicht. Um ihnen und den vielen anderen armen Menschen in Stadt und Kreis Lüneburg in der Not ein Guter Nachbar sein zu können, bittet das Team der Hilfsaktion von Wohlfahrtsverbänden und LZ auch in diesem Jahr wieder um Spenden.

Seit seiner Gründung vor 55 Jahren lebt der Gute Nachbar von großen, aber auch kleinen Spenden. Und noch immer gilt: Jeder Euro zählt. Der heutigen LZ liegt ein Überweisungsträger der Hilfsaktion bei, die Daten des Spendenkontos finden sich zudem im Logo des Guten Nachbarn. Über die Arbeit der Hilfsaktion von Wohlfahrtsverbänden und Landeszeitung informiert zudem eine kleine Broschüre, die bei allen Wohlfahrtsverbänden in Stadt und Kreis erhältlich ist.

Hilfe beim Guten Nachbarn finden Bedürftige bei allen sechs Verbänden: Arbeiterwohlfahrt, Caritasverband, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Diakonieverband sowie beim Kreisverband und dem Lüneburger Ortsverein des DRK. Dort werden Menschen in Not in vielen Fällen finanziell, aber immer auch mit einer qualifizierten Beratung unterstützt.

Dem aktuellen Vorsitzenden und Geschäftsführer der Caritas, Berthold Schweers, ist der Gute Nachbar eine Herzenssache. „Oft ist die Aktion die einzige Möglichkeit, um Menschen aus der Not zu helfen“, sagt er. Dabei hat er eines immer vor Augen: „Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit sind wir alle Hartz-IV-Empfänger“, sagt er, „ganz egal, welch tollen Job wir vorher hatten.“ Und was das bedeutet, erlebt Berthold Schweers fast täglich. „Um mit dem wenigen Geld auszukommen, darf man sich keine Fehler leisten.“ Und das heißt auch: Alleinerziehende können ihren Kindern die innigsten Wünsche oft nicht erfüllen. Eigentlich. „Wenn sie dann doch schwach werden, reißt es sie schnell ins Schuldenchaos“, sagt Schweers. Dabei weiß er genauso gut wie die meisten anderen Menschen: Man kann nicht immer perfekt sein. Auch wenn man es sollte.

Springt der Gute Nachbar Menschen in Not zur Seite, „dann mit einer Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Schweers. Fast immer müssten die Betroffenen einen Teil des benötigten Geldes selbst aufbringen, „gemeinsam suchen wir dann nach einer Lösung für das Problem“. Ein Weg, der sich seit fünfeinhalb Jahrzehnten bewährt – „und auf dem uns die Spender hoffentlich auch weiterhin unterstützen“, sagt Schweers.