Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Ökologie als Wachstumsmotor
Wolfgang Biederstedt (l.), Cheforganisator der Umweltfilmtage und sein Nachfolger Edwin Germer freuten sich auf reichlich Filmstoff. Foto: t&w
Wolfgang Biederstedt (l.), Cheforganisator der Umweltfilmtage und sein Nachfolger Edwin Germer freuten sich auf reichlich Filmstoff. Foto: t&w

Ökologie als Wachstumsmotor

mm Lüneburg. „Dem Industriekapitalismus ökologogische Grenzen setzen“, das ist das Anliegen von Ralf Fücks, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung und Autor des Buches „Intelligent wachsen – Die grüne Revolution“. Fücks eröffnete gestern die 14. Lüneburger Umweltfilmtage. Wie diese Grenzziehung gelingen und künftiges Wachstum ressourcenschonend gestaltet werden kann, zeigten die Filmbeiträge. Schirmherr der Veranstaltung im Scala-Kino ist Oberbürgermeister Ulrich Mädge.

Für den langjährigen Cheforganisator und Initiator Dr. Wolfgang Biederstedt sind die Umweltfilmtage die letzten unter seiner Regie. Vor kurzem erhielt er den Freyja-Scholing-Preis für seine Verdienste um die Veranstaltung (LZ berichtete). Nun wird sich der 81-Jährige in die zweite Reihe zurückziehen, sein Nachfolger ist mit Edwin Germer bereits gefunden.

Biederstedt lässt seine Trophäe nicht mehr aus den Augen, auch im Scala-Kino hatte er sie dabei. Es war ihm anzumerken, wie er es genoss, noch einmal die Fäden „seiner Veranstaltung“ in der Hand zu halten. Für Gastredner Fücks war er voll des Lobes: „Sie sind ein begnadeter Redner. Das war einer der bisher besten Vorträge der Umweltfilmtage.“ Und in der Tat: Fücks vermochte die ökologische Entwicklung mit all ihren Facetten pointiert darzustellen. Klimawandel, die Abtragung fruchtbarer Böden, die Wasserkrise, das Artensterben und den Verlust an Biodiversität benannte er als zentrale Herausforderungen. „Es geht nicht nur um die Erhaltung der Natur, sondern verstärkt auch um Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur.“

Mit Wechselwirkungen beschäftigen sich auch die Filmbeiträge: Zu sehen gab es am ersten der beiden Veranstaltungstage solche zur städtischen Entwicklung in Europa, über Braunkohle als Brückentechnologie und zu den Energiespeichern der Zukunft. „Aus weniger, mehr machen“, darauf käme es künftig an, bilanzierte Fücks. Ausdruck dafür ist die prognostizierte Zunahme der Weltbevölkerung auf 9 Milliarden Menschen bis zur Mitte des Jahrhunderts. Daher „müssen Produkte so konstruiert sein, dass die verarbeiteten Materialen zu 100 Prozent wieder verwendbar sind“, sagte Fücks. Um den ressourcenschonenden Umgang mit Elektrogeräten drehte sich der Themenblock „Statt Wegwerfen: Reparieren und Teilen.“

Heute gibt es Filme und Diskussion zu diesen Programmblöcken: Der Kampf um Windräder und Stromtrassen (15 Uhr), Strahlendes Erbe – mit einer Doku des SWR über das Entsorgen von radioaktiven Abfällen im offenen Meer (17 Uhr) und schließlich „Bye-bye AKW – Der teure Abschied“ mit dem Diskutanten Bernd Redecker vom Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom und Moderator Wolfgang Biederstedt um 20 Uhr. Der Eintritt je Themenblock beträgt 7 Euro, ermäßigt 6 Euro. Kinder unter 15 Jahren zahlen 5 Euro.