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Darf sich - mal wieder - über eine Auszeichnung für "seinen" Verein freuen: Hartwig Denkmann, seit 37 Jahren Chef der Kolonie Kirchsteig. Foto: t&w
Darf sich - mal wieder - über eine Auszeichnung für "seinen" Verein freuen: Hartwig Denkmann, seit 37 Jahren Chef der Kolonie Kirchsteig. Foto: t&w

Gartenarbeit wird vergoldet

ahe Lüneburg. Nach 37 Jahren als Vorsitzender des Kleingärtnervereins Kirchsteig kann Hartwig Denkmann nicht mehr allzu viel überraschen. „Ich hatte damit gerechnet“, sagt er und meint die Auszeichnung für seinen Verein beim Landeswettbewerb „Gärten im Städtebau“. Die Lüneburger Kolonie heimste Gold ein. „Ich hatte da so einen Tipp bekommen“, verrät Denkmann, „dass zwei Kolonien ganz vorn nur einen Wimpernschlag auseinander liegen.“ Am Ende waren es tatsächlich gerade mal 0,25 Punkte, die das Spitzenduo trennten.

Zusammen mit seinem Stellvertreter Alxander Rehr und Schriftführerin Franziska Ackermann-Koch sowie Joachim Roemer und Jürgen Schulz vom Bezirksverband holte sich Denkmann die „Auszeichnung für herausragende Leistungen“ in Wathlingen bei Celle ab. Bei dem nur alle vier Jahre stattfindenden Wettstreit der Kolonien landete Kirchsteig gemeinsam mit dem Hildesheimer Verein Gartenfreunde Bockfeld ganz oben. Weil die Hildesheimer den besagten Wimpernschlag vorne waren, dürfen sie für Niedersachsen beim Bundeswettbewerb antreten.

Für Denkmann kein Grund zur Enttäuschung. Zum Einen hat sein Verein 1990 sogar auf Bundesebene schon mal Gold geholt, zum Anderen bedeute der Wettbewerb immer auch eine Menge Arbeit für ihn. Und auch wenn er sich „im Moment topfit“ fühle, müsse er die aufwändige Dokumentation der Vereinsaktivitäten mit 80 Jahren nicht mehr ständig haben.

Für den Landeswettbewerb aber hatte er noch einmal kräftig die Werbetrommel für seine Kolonie gerührt. Im Juni hatte die vierköpfige Jury die Anlage am Ochtmisser Kirchsteig inspiziert. 240 Kleingärtner und ihre Familien haben hier Parzellen, ackern, ernten und genießen die grüne Idylle in der Stadt. Es gibt drei von Bürgerarbeitern bewirtschaftete Gärten, in denen Obst, Gemüse und aktuell vor allem Grünkohl für die Lüneburger Tafel geerntet wird. Einen Party-Garten für Kinder hat der Verein ebenso im Angebot wie einen Kita-Garten und eine Sinnes-Oase mit Barfußpfad. „Punkte gebracht hat uns auch, dass wir drei Gärten für psychisch Kranke zur Verfügung stellen“, ist sich der Vereinschef sicher. „Außerdem sind wir sehr sozial ausgerichtet, bieten unsren Mitgliedern zum Beispiel Ratenzahlung für die Pacht an.“

Einen Platz für die neue Urkunde hat Denkmann, der Ende der Woche seinen 81. Geburtstag feiert, auch schon gefunden. „Sie kommt ins Vereinshaus. Da hängen ja auch schon die Goldmedaille und die Urkunde von 1990.“