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Tillmann Hönsch vom Team des Lichtspezialisten Wolfgang Graemer kennt keine Höhenangst: Hier installiert er den Koloss auf dem Wasserturm, der Turm ist 56 Meter hoch - hinzu kommt noch die Höhe der Adventskranz-Sockel. Foto: t&w
Tillmann Hönsch vom Team des Lichtspezialisten Wolfgang Graemer kennt keine Höhenangst: Hier installiert er den Koloss auf dem Wasserturm, der Turm ist 56 Meter hoch - hinzu kommt noch die Höhe der Adventskranz-Sockel. Foto: t&w

Akrobatik in 60 Metern Höhe

rast Lüneburg. Die Aktion läuft perfekt, dem eingespielten Team hilft sogar das Wetter, es ist fast windstill. Um 12.02 Uhr hängt Uwe Rösemann, Spezialist der Firma Bruns, den von Lichtdesigner Wolfgang Graemer und seiner Mannschaft zusammengesetzten, 1,5 Tonnen schweren Koloss an den Haken seines 80-Meter-Kranauslegers. Auf halber Höhe des Wasserturms gibt es einen kleinen Stopp – Medienvertretern wird so Gelegenheit gegeben, mit dem Fahrstuhl gen Aussichtsturm zu fahren, um die Ankunft des Stahl- und Lichterkonstrukts von dort aus mitzuerleben. Punkt 12.15 Uhr setzt Europas größter Adventskranz auf dem Dach des 56 Meter hohen Wahrzeichens auf.

Jeder kann den Turm ab Sonnabend, dem Abend vor dem 1. Advent, per SMS oder Anruf aus dem Festnetz zum Leuchten bringen – und damit Gutes tun. Es ist die sechste Wichernkranz-Aktion der Arbeitsgemeinschaft Diakonie, des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises und des Trägervereins Wasserturm. Ihr Sprecher Michael Elsner: „Bei den fünf vorangegangenen Aktionen kamen rund 23 300 Euro zusammen, mit denen Kindern in Not geholfen wurde.“ So trägt denn auch die Aktion, die an den Adventskranz-Erfinder Johann Hinrich Wichern erinnert, den Titel „Ein Licht anzünden für jedes Kind“. Der Erlös fließt nun in die Arbeit des im Bau befindlichen evangelischen Familienzentrums „plus“ im Bereich des Weißen Turms.

„Der Wichernkranz gehört zum Lüneburger Stadtbild in der Adventszeit einfach dazu“, sagt Michael Elsner: „Er strahlt weit über Lüneburg hinaus und wirbt für die Hansestadt.“ Und er könnte ein Vorbild auch für die Stadt Köln sein, die ein Lüneburger Team Mitte des Jahres eingeladen hatte: „Dort gibt es auch einen Wasserturm, der ähnlich beleuchtet werden könnte – sie wollten Tipps von uns haben.“

Die Auftaktveranstaltung in Lüneburg ist am Sonnabend, 30. November: Los geht’s um 18 Uhr in St. Johannis, von dort geht’s mit Lichtern zum Wasserturm, vor dem es ein musikalisches Zusammenspiel zwischen Posaunenchor und Sängern sowie dem Turmbläser von St. Johannis geben wird, bevor ein Schüler symbolisch das erste Licht erleuchten lässt.

Und so können anschließend bis zum 6. Januar Interessierte den Wichern-Adventskranz über Lüneburg erstrahlen lassen: per SMS das Wort LICHT an die Nummer 83090 senden oder vom Festnetzanschluss oder Handy aus die Telefonnummer 0 90 03 9 42 43 76 wählen. Preis pro SMS und Anruf aus dem Festnetz: 1,99 Euro inklusive Kosten aus allen Netzen. Der Preis pro Minute für Mobilfunkkunden ist je nach Netzbetreiber deutlich höher. Der Kranz leuchtet dann sichtbar auf und die Anrufer spenden pro SMS 1,27 Euro und 1,63 Euro bei Teilnahme aus dem Festnetz. Die Spende per Anruf aus dem Mobilfunknetz variiert je nach Netzbetreiber.

Die Leuchtzeiten sind täglich von 6 bis 9 Uhr und von 16 bis 24 Uhr, freitags und sonnabends bis 1 Uhr.

Neben den Anrufen fließt weiteres Geld in die Aktion: Direktspenden können aufs Konto des Kirchenkreises überwiesen werden (Infos unter www.viaduk.de im Internet, wo es auch Bilder einer Webcam gibt), auch der Erlös aus dem Verkauf des Adventskalenders geht dorthin. Das Original-Kalenderbild der Künstlerin Anja Struck wird morgen, Mittwoch, bei Eröffnung des Weihnachtsmarktes am Rathaus versteigert.