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Wie man für Zeitschriften erfolgreich Marketing an der Uni betreiben kann, zeigten Rabea Homburg und ihr Projektteam. Foto: t&w
Wie man für Zeitschriften erfolgreich Marketing an der Uni betreiben kann, zeigten Rabea Homburg und ihr Projektteam. Foto: t&w

Studenten als Markenbotschafter

mm Lüneburg. Junge Unternehmen – sogenannte Startups – setzen auf eine gute Idee, ein innovatives Konzept. Ihr Problem: Wie kann ein neues Produkt bekannt gemacht werden? Denn Startups müssen ihre Marke erst einmal etablieren. Fünf Unternehmen holten sich hierfür Unterstützung von Lüneburger Studenten.

Dahinter verbirgt sich das Projekt Start2up der Initiative Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland und der Leuphana Universität. Vier Wochen lang erarbeiteten knapp 40 Studenten Vorschläge, um Produkte zu verbessern und bekannter zu machen. Jetzt stellten sie ihre Ergebnisse auf dem Campus Rotes Feld vor.

Ihre Auftraggeber waren das Start-up stimp, eine Internet-Plattform für Produktbilder, der Online-Vermarkter Channel Pilot Solutions, FabMaker, ein Hersteller von 3D-Druckern, der Anbieter TRY Foods, der auf das Geschäft mit Probier-Sets von Lebensmitteln setzt, und das Unternehmermagazin Impulse. Die Aufgaben der Studenten: Für TRY Foods sollten sie eine Kampagne zur Kundenbindung entwerfen. FabMaker und stimp forderten eine Marktanalyse, Channel Pilot Solutions hatte einen Index zur Bewertung von Artikeln im Online-Marketing in Auftrag gegeben. Das Management von Impulse hoffte, unter Mitwirkung der Studenten das Hochschulmarketing vorantreiben zu können.

Impulse gehört bereits zu den etablierten Marken in der deutschen Zeitschriftenlandschaft. Und das seit vielen Jahren. Nach einem Management-Buy-out will das Team um Chefredakteur Nikolaus Förster nun neue Vertriebswege bestreiten. Ein Ziel: das Magazin an Hochschulen publik machen. Die Kreativität der Gründer-Studenten war gefragt.

Um neue Heftabonnenten zu gewinnen, planten sechs Seminar-Teilnehmer eine Guerilla-Aktion im Uni-Hauptgebäude. Sie initiierten einen Abo-Tag, warben mit Schaumstoffbuchstaben für das Heft. Interessierte konnten sich mit diesen fotografieren lassen. So zum Beispiel mit einem Buchstaben des Impulse-Schriftzugs, mit dem auch ihr Vorname beginnt. Das Foto wurde anschließend bei Facebook eingestellt und mit der Seite von Impulse verknüpft. Künftig soll es das Schaumstofflogo auf dem Campus als Sitzmobiliar geben.

Chefredakteur Förster sieht die Studenten als „Markenbotschafter vor Ort“. Der Austausch finde zu selten statt. Das liegt auch an der räumlichen Distanz zwischen Lüneburg und Hamburg, wo das Magazin produziert wird. Von den Ideen der Studenten für eine Hochschulofferte zeigte sich Förster angetan. Deshalb wolle er das Projekt mit den Studenten weiterführen.

Die Studierenden grübelten über weitere Anstöße, wie sich Impulse-Redaktion und Kunden besser vernetzen können. Es gibt schon einen Impulse-Blog und eine Fanseite. Was noch fehlt, das ist ein Forum, bemerkten die Akademiker. Über dieses sollen Gründer Fragen stellen, erfahrene Unternehmer antworten. Auch eine Stellenbörse könnte eingerichtet werden, um beispielsweise Schnuppertage, freie Praktikumsstellen oder Traineeplätze zu vermitteln.

Florian Raisch, Leiter Unternehmertum bei der Wissensfabrik, freute sich genau wie die Unternehmer über die Vorstöße der Studenten und verdeutlichte: „Die Studenten bekommen für ihre Arbeit keine Kreditpunkte gutgeschrieben. Aber ihr unternehmerisches Denken wird gefördert.“ Sie sollten so an das Thema Gründung herangeführt werden. Die entstandenen Konzeptideen bescheinigen den hinzugewonnenen Unternehmergeist.