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Kistenweise Kinderglück

emi Lüneburg. Fünf Stunden lang haben sie Zahnbürsten, Malkreide, Knete, Haarschmuck, Murmeln und vieles mehr in Schuhkartons gesteckt und liebevoll in Geschenkpapier eingeschlagen: Die Mitarbeiter vom Verpackungsunternehmen NNZ Lüneburg nahmen zum ersten Mal an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ teil. Sie halfen mit, dass Koordinatorin Margret Haider in Lüneburg 439 Schuhkartons für bedürftige Kinder sammeln konnte. Zwar sind das weniger als im letzten Jahr – „da waren es knapp 600“ -, dennoch will sich die 73-Jährige bei allen bedanken, die mitgemacht haben. Die Pakete werden nun in Berlin auf Lkw und in Flugzeuge verladen und traditionell in Länder wie Bulgarien, Polen, Rumänien und Weißrussland verschickt.

Martina Harbsmeier, die zuletzt die Aktion im Osten des Landkreises Lüneburg koordiniert hat, war dieses Jahr verhindert. Für sie nahm unter anderem Katharina Geeb aus Bleckede die Kartons an, 119 seien es diesmal gewesen. Die gab sie anschließend an Margret Haider weiter. „Ich freue mich besonders über die treuen Päckchenpacker“, sagt die 50-Jährige. „Beim zweiten, dritten Mal packt man ganz anders. Man achtet zum Beispiel das ganze Jahr über auf Angebote und kann dann für das gleiche Geld mehr Päckchen füllen. Man wird fast süchtig danach.“

Besonders beliebt sei die Aktion bei jüngeren Familien: „Die haben einfach Spaß daran, Püppchen und Zopfspangen einzupacken. Ältere spenden dagegen oft.“ Bei den Kindern, die die Weihnachtsgeschenke erhalten, stünden laut Geeb vor allem zwei Dinge hoch im Kurs: „Mützen und Kuscheltiere.“

Margret Haider ist auch nach zehn Jahren noch überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Teilnehmer: „Manche packen bis zu 36 Pakete – jedes davon mit persönlicher Weihnachtskarte. Das haut einen um.“ Einige Geschenke berühren sie ganz besonders: „Zum Beispiel, wenn eine Blockflöte oder eine Mundharmonika drin ist.“

Für diejenigen, die auch im nächsten Jahr mitmachen möchten, hat Katharina Geeb aus Bleckede ein paar Tipps: „Auch in diesem Jahr wurden wieder vor allem die Mädchen der Altersgruppe 5 bis 9 Jahre beschenkt. Größeren Jungs kann man beispielsweise Handtuch, Waschlappen und Murmeln einpacken.“ Zum „Standardprogramm“ gehörten auf jeden Fall Zahnbürste und Zahnpasta. Jedes Päckchen werde noch einmal überprüft: „Nicht hinein dürfen gebrauchte Sachen, Schoko mit Hohlkörpern oder Gelatine.“

Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ wurde 1990 ins Rollen gebracht. Auslöser war das Schicksal unzähliger Mädchen und Jungen in rumänischen Waisenhäusern. Der Waliser Dave Cook beschloss zu helfen und appellierte an seine Mitbürger, einen Schuhkarton in Geschenkpapier zu wickeln und mit Dingen zu füllen, über die sich ein Kind freut.

Seit 1996 wurden auch in Deutschland mehrere Millionen Schuhkarton-Geschenke an Kinder in der ganzen Welt verteilt. Im vergangenen Jahr kamen bundesweit zum Beispiel 445 898 Schuhkartons voller Geschenke für Kinder in Not zusammen.