Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Kick in ein besseres Leben
Die Pastoren mit Symbolen der Aktion (v.l.): Christian Cordes, Christine Schmid, Andreas Paulig und Willi Mann. Foto: be
Die Pastoren mit Symbolen der Aktion (v.l.): Christian Cordes, Christine Schmid, Andreas Paulig und Willi Mann. Foto: be

Kick in ein besseres Leben

rast Lüneburg. Ein großes Fußball-Jahr steht an, im Juni 2014 wird die Weltmeisterschaft in Brasilien ausgetragen. Proteste zeigen, dass die sozialen Missstände von den Vorbereitungen nicht gemindert, eher verstärkt werden. Umso wichtiger sind Organisationen, die sich um Kinder und Jugendliche aus den Elendsvierteln kümmern. Eine davon ist SERUA, sie hat ein Programm mit dem Titel „Kick in ein besseres Leben“ initiiert und holt Kinder und Jugendliche über ihr Zentrum in Rio de Janeiro von der Straße. Ein Projekt, das die Kirchenkreise Lüneburg und Bleckede bei der 55. Aktion „Brot für die Welt“ unterstützen. „Brot und Spiele – das passt zusammen“, so bringt es der Lüneburger Brot-für-die-Welt-Beauftragte, Pastor Willi Mann, auf den Punkt.

Pastor Andreas Paulig aus St. Dionys, Beauftragter des Bleckeder Kirchenkreises, schildert die Situation in Rio de Janeiro so: „Von der riesigen Christusstatue aus fällt der Blick nach unten auf zwei Seiten: Auf der einen leben die Reichen in klimatisierten Häusern, auf der anderen in Cerro Corá 6000 Arme in aneinander geklatschten Ziegelhäuschen.“ Die Favela, ein Elendsviertel, gebe es hier seit 50 Jahren: „Dort gibt es keine Infrastruktur, keine Schule, kein Krankenhaus, keinen öffentlichen Nahverkehr, keine Polizei.“ Willi Mann formuliert es so: „Es ist ein Stadtteil ohne Staat, der kümmert sich nicht um die Menschen dort.“ Um Kindern und Jugendlichen eine Perspektive zu bieten, sie aus dem Armenviertel rauszuholen und den Stadtteil gleichzeitig lebenswert zu machen, agiert SERUA. Die Organisation bietet den jungen Leuten genau das, was sie zu Hause am meisten vermissen: Erwachsene mit Zeit zum Reden, Hilfe bei Schulproblemen, Beratung, Kurse in Zirkusakrobatik und das sehr beliebte Fußballtraining. Paulig: „Die Kinder erfahren hier verbindliche und liebevolle Unterstützung.“

Lüneburgs Superintendentin Christine Schmid und Bleckedes Superintendent Christian Cordes sind hoffnungsvoll, bei der 55. Aktion genügend Spenden für das Projekt einzuwerben. Schmid sagt: „Der Kirchenkreis Lüneburg steuert gegen den Landes- und Bundestrend, registriert steigende Spendenzahlen für Brot für die Welt. Die Summe von 74 743,85 Euro 2011 konnte 2012 um 3000 auf 77 843,44 Euro gesteigert werden.“ Auch Cordes meldet für Bleckede mit 33 326,91 Euro ein stolzes Ergebnis. Und er macht deutlich: „Es ist wichtig, trotz Katastrophen wie dem verheerenden Taifun auf den Philippinen – wo übrigens auch Brot für die Welt hilft -, den Gedanken unserer Aktion nicht zu vergessen, nämlich Hilfe zur Selbsthilfe im Alltag zu leisten.“

Die zentralen Kollekten sind am 1. Advent, Heiligabend und Silvester. Darüber hinaus sammeln Gemeinden unter anderem bei Basaren. Beim Christmarkt vor St. Johannis wird über die Aktion informiert, dort stehen auch Spendendosen.