Donnerstag , 29. September 2016
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Zum Knuddeln: Die neue Salzsau, für die sich insbesondere Katrin Seba (hinten) eingesetzt hat, erfreut neben Bürgermeister Eduard Kolle (hinten) und Künstler Michael Knüdel (vorn) vor allem die Kinder aus der Oberen Ohlingerstraße. Foto: t & w
Zum Knuddeln: Die neue Salzsau, für die sich insbesondere Katrin Seba (hinten) eingesetzt hat, erfreut neben Bürgermeister Eduard Kolle (hinten) und Künstler Michael Knüdel (vorn) vor allem die Kinder aus der Oberen Ohlingerstraße. Foto: t & w

Die Sau ist wieder da

us Lüneburg. Viele Jahre stand sie treu und fest in der Oberen Ohlingerstraße. Lüneburgs Stadtführer steuerten sie gern und regelmäßig an, Touristen erfreuten sich an ihr ebenso wie die Kinder vom benachbarten Spielplatz. Doch dann setzte Pilzbefall der hölzernen Salzsau zu, so sehr, dass im August 2011 nur noch die fachgerechte Entsorgung übrig blieb. Jetzt ist die saulose Zeit wieder vorüber, gestern wurde im Beisein von Bürgermeister Eduard Kolle eine neue Holzskulptur in der westlichen Altstadt aufgestellt, zunächst auf dem Gelände des Kinderspielplatzes.

„Es war mir eine Herzensangelegenheit“, sagt Katrin Seba. Als Anwohnerin der Oberen Ohlingerstraße hatte sie die alte Holzsau liebgewonnen und wollte sich mit dem Verlust nicht abfinden. Sie begann, Geld für eine Neuanfertigung zu sammeln, auf dem jährlichen Handwerkermarkt und von Nachbarn und Bewohnern der Altstadt. Als sie dann noch die Sparkasse, die Lüneburger Wochenmarktbeschicker und die Rossschlachterei für die Idee begeistern konnte, waren die nötigen Mittel beisammen, um eine neue Skulptur in Auftrag geben zu können.

Geschaffen wurde die Holzkreatur von dem Kettensägenkünstler Michael Knüdel. Seit vielen Jahren sägt der Bispinger Figuren und Skulpturen, vom kleinen Holzpilz für den Garten bis zum großformatigen Holz-Truck für Werbezwecke. Drei Tage hat er für die Skulptur gebraucht, „bei Kettensägenkünstlern kommt es auf Schnelligkeit an“, sagt Knüdel. Die Salzsau ist aus einem Block gefertigt, „aus Eiche, denn die ist hart und widerstandsfähig und nicht so anfällig gegen Pilzbefall.“

Gut 250 Kilogramm wiegt die Figur, die zunächst auf dem „Schweinespielplatz“, wie der Spielplatz von den Kindern liebevoll genannt wird, aufgestellt wurde. „Die Holzsau soll natürlich wieder an ihren alten Platz, aber dort muss erst noch die Pflasterung vorbereitet werden“, sagt Katrin Seba. Sie hat auch noch etwas Spendengeld übrig und will damit eine Parkbank „und ein bisschen Grünes“ anschaffen, zur Verschönerung des Platzes, wie sie sagt.

Verantwortung für das Wohlergehen der neuen Lüneburger Salzsau übernimmt jetzt die Stadt. Bürgermeister Eduard Kolle freute sich denn auch, mit der Holzsau wieder einen Ort in der Stadt zu haben, der an den – überlieferten – Ursprung für den früheren Reichtum der alten Salzstadt erinnert. „Und besonders freue ich mich über das Engagement von Frau Seba, die zusammen mit den vielen Unterstützern und Spendern es erst ermöglicht hat, dass wieder eine Skulptur den Platz verschönert“, sagte Kolle. Er hofft, dass solche Initiativen weitere Nachahmer in der Stadt finden.