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foto:Michael Behns Stintmarkt Feuer Abrissarbeiten

Millionenschaden bei Großfeuer in Lüneburg — Zerstörtes Baudenkmal am Stintmarkt wird jetzt abgetragen

jj/ca Lüneburg. Am Stintmarkt in Lüneburg haben nach dem Großbrand in der Nacht zu Montag die Abrissarbeiten an dem stark beschädigten Baudenkmal begonnen. Es wird bis auf den ersten Stock abgetragen.  Der Eigentümer schätzt den Schaden auf mehr als zwei Millionen Euro.  Dazu kommen noch Schäden an Nachbarhäusern. Menschen kamen nicht zu Schaden. Ob es Brandstiftung war, wird ermittelt.

Das Feuer am historischen Lüneburger Hafen war am frühen Montagmorgen in einem Fachwerkgebäude vermutlich durch eine Gasexplosion ausgelöst worden.  Gegen 3.45 Uhr hörten Anlieger ein Knall, Mobiliar flog auf die Straße der Kneipenszene am Wasser. Das Feuer brach im Erdgeschoss aus. Dort liegt das beliebte italienische Lokal ,,Trattoria“.

Video: „Trattoria“-Wirt De Flaviis zum Brand

Für die schwierigen Löscharbeiten wurden auch Kräne in Position gebracht. Lange konnte das Feuer nicht gut von oben bekämpft werden. Gleich neben dem Brandhaus liegen Konferenzräume und Zimmer des TV-bekannten ,,Rote Rosen“-Hotels Bergström. Geschäftsführer Ulf Reinhardt sagt zum Schaden in der alten Abtsmühle, die heute Teil des Hotels ist:  „Wir haben hier 33 Zimmer, zum Glück waren in der Nacht nur 17 belegt. Die Zimmer und die Räume sind teils verraucht. Da muss einiges saniert werden, das werden wir morgen erst genau beurteilen können.“ In Zimmern und Konferenzräumen, die unmittelbar, nur durch Brandmauern geschützt, an den Brandherd grenzen, ,,quoll der Rauch aus den Steckdosen“.

Reinhardt denkt aber zuerst an die vielen Bewohner des Brandhauses, die alles verloren haben. Für sein Hotel ist das Feuer natürlich im Weihnachts- und Silvestergeschäft abträglich. Aber schlimmer ist es, dass es Jahre dauern wird, bis die Brandstelle keine Baustelle mehr ist. Das Stintpanorama hat ein Juwel verloren.

Video: OB Ulrich Mägde zum Brand

Für die alarmierten Retter war die Lage des Gebäudes ein großes Problem: Auf der einen Seite liegt es an einer engen Gasse am Stint, auf der anderen Seite an der Ilmenau. Es gehört es zu einem Häuser-Ensemble, das im Winkel angeordnet ist. Die Feuerwehr versuchte sowohl aus Booten heraus wie auch von kleinen Balkonen des angrenzenden Hotels den Brand zu bekämpfen. Mehr als 300 Einsatzkräfte aus Lüneburg und umliegenden Gemeinden wie Bardowick, Gellersen oder Adendorf waren im Einsatz. ,,Auch DLRG, DRK und ASB sind vor Ort“, sagte Polizeisprecher Richter.  Dutzende Anwohner und auch 27 Gäste im angrenzenden Hotel mussten im Morgengrauen in Sicherheit gebracht werden.  Sie wurden im Glockenhaus von Seelsorgern betreut und von Einsatzrkäften versorgt.

Video: Feuerwehrpressesprecher Daniel Römer zum Brand

Oberbürgermeister Ulrich Mädge: ,,Das ist der Gau, den wir hier in der historischen Stintmarkt-Kulisse immer befürchtet haben. Ein Feuer direkt am Fluss. Mit den Booten der Feuerwehr ist dieser Brand von der Wasserseite her ja kaum zu löschen. Wir müssen jetzt mit der Feuerwehr bereden, wie für solche Fälle womöglich nachgerüstet werden muss. Es ist ein Glück, dass niemand im Haus war.“

Hauseigentümer Michael von Hartz geht zurzeit davon aus, dass das ganze Gebäude bis auf den ersten Stock abgetragen werden muss. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Derzeit, so Polizeisprecher Kai Richter, können weder ein technischer Defekt noch Brandstiftung ausgeschlossen werden.

Video: Löscharbeiten Am Stintmarkt

Betroffen war letztlich auch der Lüneburger Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus, und zwar durch den Qualm. Er konnte wegen der Gesundheitsgefahren nicht geöffnet werden. Und traurig war so manche Touristengruppe, die einen Blick aufs Rote-Rosen-Hotel werfen und im Bistro Salto einen Kaffee trinken wollte. Alles war weiträumig für die Löscharbeiten abgesperrt.

 

feuerdth (8)

Fotogalerie: Großbrand am Stintmarkt (Teil 1)

Fotogalerie: Großbrand am Stintmarkt (Teil 2)

Fotogalerie: Großbrand am Stintmarkt (Teil 3)

41 Kommentare

  1. Eine tragische Katastrophe. Ein dauerhafter schwerer Verlust.

  2. es war (irgendwie) zu erwarten…frage mich die ganze Zeit, warum ich mich nicht wundere… hier mal die Lüner Mühle, dort mal das alte Kaufhaus, dann dann Eckhaus an den Brodbänken oder Haus am Markt 4… puuuh, man kommt ja gar nicht nach… es riecht nicht nur verbrannt, es riecht auch komisch!

    • anne-hgw@arcor.de

      Total geschmacklos so etwas zu schreiben. Hier haben Menschen ihre Existenzen verloren!

      • Das ist schon seltsam, 4 Uhr morgens in der totesten Nacht (Montag morgens), Verpuffung? Gas leck? Benzin?? Der Laden lief schon lange nicht mehr so wie früher. Zu hohe M-Forderungen vielleicht? Die Sache stinkt zum Himmel!

      • Die alteingesessenen Lüneburger wissen wovon ich spreche – und ich denke ebenso an die Bewohner, die nun kurz vor Weihnacht vor dem Nichts stehen. Gerade deshalb empfinde ich eine stille Wut auf diejenigen, die da wissentlich Hand angelegt haben (so es denn überhaupt zu beweisen ist, natürlich) – denn eines ist ja wohl klar: zeige mir irgendjemand ein Haus, welches ohne irgendeinen Grund in Mitten der Nacht explodiert. Wenn das für dieses Haus Gültigkeit besitzen würde, würde das für alle Häuser bundesweit, europaweit, gar weltweit gelten. Tut es aber nicht, im Gegenteil: dieser Brand stellt sich ohne gross aufzufallen in die lange Liste der tragischen Brände in der Lüneburger Hafengegend. Und die waren nachweislich
        der Brandstiftung zu verdanken. Noch Fragen? Bei Bedarf evtl. mal das Archiv der LZ bemühen. Und informieren.

      • In der Kulissenstadt brennts. Ganz in diesem Sinne entpuppt sich das „Erste“ als das Letzte, indem es einen seiner Rote-Rosen-Darsteller auch noch vor der Brandkulisse in Szene setzt. Davon, dass das ganze Viertel zunehmend zu einer rein medialen Inszenierung verkommt, zeigt sich auch in der Art der Berichterstattung. Bei allem Mitgefühl (!) für die symphatischen Betreiber des Restaurants , hinter der im Rahmen des Stadtmarketings gut verkauften Fassade haben Menschen gewohnt, vorzugsweise solche, die einen alternativen Wohnstil in WG’s gepflegt und sicher auch auf den günstigen Wohnraum angewiesen waren. Diese haben nun ihre gesamte Existenz verloren und stehen vor dem Nichts. Das ist die wahre Tragödie des Brandes. Es wäre wünschenswert gewesen, ihnen öffentlich eine deutlichere Anteilnahnme auszusprechen. Ein anderer tragischer Aspekt des Ganzen ist, dass ein weiteres Stück alternativen Wohnraums in Lüneburg mitsamt einer der urigsten Kneipen verloren gegangen ist.
        Bleibt zu hoffen, dass sich unsere Stadt um diese wertvollen Mitbürgerinnen und Mitbürger über die mediale Aufmerksamkeitsspanne hinaus, kümmert.

  3. Leonardo Csuraji

    Solidarietà – La Trattoria.

    Cara Famiglia De Flaviis, Antonio, Chiara, Maria…
    Profondamente rattristato per l’orrore di cui siete stati vittime, vorrei abbracciarvi tutte!!. Siete nei cuori di tutta la famiglia!

    Leonardo, Astrid + bimbi.

  4. Moin! Danke für die gute Berichterstattung! Aber bitte schreibt neue Dinge getrennt unter ein UPDATE mit Datum und Zeit. So muss ich über den Tag den selben Artikel 100 Mal lesen, nur um 4 neue Sätze zu lesen.

    gruß

  5. So ein verteufeltes Jahr 2013 !
    Viele hat es dieses Jahr besonders hart getroffen; uns auch. Aber wir machen weiter.

    Uns die definiert nicht wer wir sind oder was wir darstellen. Uns definiert wie wir uns wieder aufrappeln nach dem wir gefallen sind und am Boden lagen.

    Es wird für Euch weitergehen, ganz bestimmt!

    Maria

  6. Wenn der OB – wie er selbst sagt – es schon immer befürchtet und um die Probleme der Feuerwehr gewusst, aber nicht für Abhilfe gesorgt hat, dann trägt er doch wohl mehr als nur eine politische Mitschuld für die Katatstrophe. Ob das wohl Konsequenzen hat?

    • Wir sind erschüttert ……….. hoffentlich sehen wir uns bald wieder. Alles Gute !!!!!!!!

  7. Ich gehe am Stock, dieser Aufschrei zeigt wie verblendet die Gesellschaft geworden ist.
    Ich meine, dieser Brand ist super bitter und ich wünsche es niemanden. Aber es ist im weitesten „nur“ ein Haus, welches gebrannt hat. Wie viele Häuser brennen am Tag nieder? Wie viele Menschen verlieren ihr zu Hause – was niemand erfährt. Die Relationen stimmen hier keineswegs, zumal so vieles auf der Welt passiert, was um einiges schlimmer ist.
    Und dann kommen hunderte Leute, schreiben in den sozialen Netzwerken wie schrecklich es ist, dass ja so ein tolles, altes Haus brannte und am nächsten Tag sind es wieder die Leute, die ihre Kinder vernachlässigen oder der Oma nicht mal über die Straße helfen können.

    • Danielo, damit übertriffst Du jeden Politiker in dumpf blubbernder Stammtischpolemik. Aber diese Kommentatoren, die meinen, immer das große Ganze im Auge zu haben und wissen worauf es ankäme, wenn man die Welt verbessern wolle, gehören zu so einer (für den neutralen Beobachter „kleinen“) Tragödie wie die unbeliebten Besserwisser in den Klassenraum.
      Kannst Du dir vorstellen, dass sehr viele Leute den Italiener oder erst Recht den Irish Pub in ihrem Leben sehr oft besucht haben und es, neben dem Mitgefühl für die vllt. zum Teil bekannten Bewohner oder Wirte, unfassbar finden, dass so ein einzigartiges Gebäube nun in Schutt und Asche liegt?! Man muss schon ein ziemlicher Ignorant oder Möchtegernweltverbesserer sein, damit einem das nicht wenigstens ein Stück weit nahegeht.

  8. Nicht zu fassen!
    Als ehemaligem Wirt der Gaststätte „Pupasch“ am Stint, geht mir das doch sehr nahe.
    In Gedanken bin ich bei den Betroffenen.

    • Hallo Herr Klein,
      „Ihr“ Pupasch hat nie am Stint gelegen sondern am „Fischmarkt/ Abtspferdetränke“ und hatte nicht ansatzweise das Niveau wie es am Stint zu damaliger Zeit vorherrschte. Sonst gäbe es den „Pupasch“ wohl noch.
      Traurig ist diese Angelegenheit trotzdem.
      MfG

      R.Schmidt

      • Was bist du denn für eine Flitzpiepe R. Schmidt!
        Klar war das Pupasch am Stint.
        Und von welchem Niveau redest du?
        Der einzige, der kein Niveau hast bist doch anscheinend du!

      • Lieber Herr „R.“ Schmiidt,

        mal ganz ehrlich: Wen interesiiert das? Haben Sie sonst nichts anderes zu tun, als hier Kommentare abzugeben, die nicht Gegenstand der Thematik ist?

        Ich muss immer wieder Kopsfschütteln über solche Mitbürger.

        Gruss

        Werner

  9. Der OB klebt an seinem Bürgermeisterstuhl. auch wenn er selber ein Gasleck verursacht hätte, würde das für ihn niiiiie Konsequenzen haben.

  10. Seit wann werden im Lüneburger Rathaus konsequenzen gezogen?

  11. Viele Kommentare, die zu diesem Brand, insbesondere auch bei Facebook, geschrieben wurden, befremden mich stark. Es wird überwiegend der wirtschaftliche Schaden eines Gastronomen bedauert, es wird dem OB eine Mitschuld bei der schwierigen Brandbekämfung vorgeworfen und abwegige Parallelen zu früheren Bränden gezogen. Der Gastronom wird seinen wirtschaftlichen Schaden wenn er vernünftigt genug war sich ausreichend zu versichern verkraften. So wirkte er im LZ-Interview auch relativ entspannt. Und bei den vielen Anhängern bei Facebook und auch hier, wird man ihm bei einer Wiedereröffnung die Bude einrennen. Aber insgesamt wird nur an Geld gedacht. Zu tiefst bedauerlich und mit Geld nicht wieder gut zu machen, ist der Verlust der alten Bausubstanz, die das Stadtbild maßgeblich mit geprägt hat. Weiß das kaum noch jemand zu schätzen und den Verlust zu bedauern? Sind wir eine derart kalte und nur noch auf Geld fixierte Gesellschaft geworden? Traurig, traurig, dass die Augen und der Geist diese Werte nicht mehr erkennen und schätzen.

    • Ich find es schade, dass in alten, vielleicht sogar denkmalgeschützten unersetzlichen Gebäuden keine besseren Brandschutzbestimmungen gelten können. Flammschutz, Rauchmelder, Sprinkler, Brandschutztür…irgendwas hätte die Katastrophe doch verhindern können oder nicht? Ich kann mir nicht helfen, aber warum zum Teufel klingt “Verpuffung“ unglaubwürdig? Nachts um 4 verpufft doch nicht einfach etwas oder?? Sehr merkwürdig..

      • Der Brandschutz kann in den seltensten Fällen verhindern, dass ein Haus abbrennt.
        Selbst eine Sprknkleranlage verzögert womöglich nur die Ausbreitung des Feuers.
        Beim Brandschutz geht es darum den Menschen genug Zeit zu geben um das Objekt zu verlassen.
        Da die Bewohner alle sicher ins Freie gelangt sind, scheint das Konzept funktioniert zu haben.
        Warum dann allerdings SO ein Feuer gewütet hat, dass muss man rausfinden, aber ist ja leider alles kaputt…

    • Ich danke Dir! Das ist ein wahres Wort!

    • Genau das habe ich auch gedacht, nachdem der OB gestern abend – mit Trauermine vor dramatisch rauchenden Bühnenbild passend in Szene gesetzt – beim NDR öffentlich den Verlust der „schönen Kulisse“ bedauert hat, die für den Tourismus nun verloren sei. Ja natürlich werde man das Ganze wieder aufbauen, Gelder würden auf jeden Fall zur Verfügung gestellt. Die Touristen erwarten ja schließlich das Fotomotiv, das sie auch aus den Rosen kennen.

      Auch in diesem Artikel erscheint wieder das Wort „Kulisse“. Und darum scheint es wohl einzig und allein zu gehen. Lüneburg als Filmkulisse. Wen interessiert da noch der Verlust der originalen Bausubstanz, wenn man das ganze ja originalgetreu wieder hochziehen kann. Am besten so, dass es von außen schön alt aussieht, von innen aber modernsten Ansprüchen genügt. Ist ja auch viel praktischer so. Das Bewohnen und Bewirtschaften eines echten Denkmals ist eh nur was für Idealisten.

      Abgesehen vom Verlust für die Bewohner, der mit Sicherheit über das Versicherbare hinaus geht (welche Versicherung kann Erinnerungsstücke wie Fotos, Familienerbstücke etc. ersetzen?), ist der Verlust dieses Gebäudes für die Bewohner Lüneburgs deutlich mehr als ein Verlust eines Stücks Kulisse. Hier ist Kulturerbe verloren gegangen, das keine Versicherung der Welt ersetzen kann. Den OB dürfte es trösten, dass die meisten Touristen sich bestimmt über das Gebäude auch in Kopie freuen werden. Wahrscheinlich werden sie, wenn nach ein paar Jahren ein bisschen Staub und Patina die neue Fassade verschönert haben, die Kopie ohnehin für das Original halten.

  12. is doch wohl egal…die finanziellen Sachen oder das materielle, klar spielt ne rolle. wichtig is doch das keine Personen zu schaden gekommen sind.

  13. Ingrid Michaelis

    Wir sind erschüttert und unser ganzes Mitgefühl gilt der Familie De Flaviis und ihrem Team! Wann immer wir in Lüneburg sind, gehen wir in die sehr gemütliche Trattoria und essen und trinken dort immer vorzüglich. Wir werden immer sehr gastfreundlich behandelt, letztmalig am Samstag und können dieses schreckliche Unglück gar nicht begreifen!

  14. Ein unglaublicher Verlust für Lüneburg! Ich bin unendlich traurig. Die Anwohner haben mein tiefstes Mitgefühl. Eine „Reintour“ wird es wohl vorerst nicht mehr geben, der Pub gehörte immer dazu… Mir geht so viel durch den Kopf, aber mir fehlen die Worte.
    Einen großen Dank an die LZ! Sehr gute und informative Berichterstattung im Netz und dann die unglaublichen Fotos!

    Ein großes Lob auch an alle Einsatzkräfte.

    Mit traurigen Grüßen,
    Jetten

  15. Allergrößten Dank gilt allen Freiwilligen Helfern bei diesem dramatischen Unglück – sie haben und tun zur Stunde weiterhin großartiges leisten!!!

  16. Ich bin sprachlos ob dieser Nachrichten aus meiner Heimatstadt. Ich hoffe das die Damen und Herren Politiker nicht sparen beim Wiederaufbau. Und bitte kommt ja nicht auf die Idee so einen neumodischen Kasten als Ersatz da hinzustellen.

  17. Lüneburg ist nicht Rote Rosen…

    … hier ist ein wertvoller Teil Lüneburgs Stadtgeschichte den Flammen zum Opfer gefallen, bei dem ganz nebenbei auch die Existenzen von Freunden in dem historischen Haus von jetzt auf gleich zerstört wurden. Von einer Lokalzeitung erwartet man daher eine entsprechend differenzierte Berichterstattung, daher wundert mich dass es hier scheinbar in die gleiche medienwirksame Kerbe schlägt, wie die ARD und andere unwissende Medien. Das TV-Format Rote Rosen wird sich neue Räume suchen, die Bewohner des Hauses und vor allem das urige Irish Pup stehen im Weihnachtsmonat vor dem Nichts. Das in den diversen Artikeln der Lokalpresse scheinbar Medienwirksamkeit „Pro Auflage“ vor der Darstellung und Unterstützung der wirklich Betroffenen steht, ist mehr als befremdlich. Es ist Zeit etwas für die wirklichen Opfer dieser Tragödie zu tun! Rote Rosen wird morgen weiter auf Sendung sein, die Bewohner des Hauses und Betreiber der Lokale werden für nicht absehbare Zeit abgesetzt. Lüneburg wird nun seinen touristisch attraktiven Ground Zero bekommen; Filmpilger werden in Scharen anreisen und die zerstörte Filmkulisse für Ihr Album fotografieren. Die wirkliche Hilfe von Lüneburgern für Lüneburgern sollte daher denen gewidmet sein, die Heiligabend ohne Zuhause verbringen werden und ich sehe es als Pflicht der LZ an, dabei zu unterstützen. Wie der Vorredner korrekt schreibt: „Sind wir eine derart kalte und nur noch auf Geld fixierte Gesellschaft geworden?…“ In diesem Sinne..

  18. @Sixtus
    Das sind ziemlich schwerwiegende Unterstellungen, die man als anonymen Kommentar unter so einen Artikel gefahrlos hinschmieren kann!

    Wenn man bedenkt, dass die Bewohner wohl nur überlebt haben, weil sie vom Knall der Explosion aus dem Schlaf gerissen wurden, unterstellst Du einem vermeintlichen Brandstifter, dass er für die Warmsanierung seines Lokals billigend mehrere Todesopfer in Kauf genommen hätte! Sorry, aber ich fürchte Du siehst Gespenster. Natürlich muss und werden die Untersuchungen auch in diese Richtung gehen, aber bevor dies nicht geschehen ist sollte man sich mit Urteilen zurückhalten.

  19. Just letzten Freitag war ich nach einiger Zeit in unsere Zwischenheimat-Stadt Lüneburg zurückgekehrt, haben auf der Brücke beim Bergström gestanden und ich habe gedacht „das ist einer der schönsten Orte die ich kenne“. Ja, jede Stadt hat sie: die besonderen kleinen Orte, wo man sich wohl fühlt, die zeigen, was eine ‚Europäische Stadt‘ ausmacht. Aber dieser kleine, ehemalige Hafen in Lüneburg ist einmal.
    Umso trauriger, dass hier plötzlich nichts mehr so ist wie vorher! (Und nebenbei: wer hat eigentlich dieses verhunzte Haus auf der anderen Wasserseite gegenüber vom Alten Kaufhaus gebaut? Das mit der Metallfassade, aufgesetzt auf ein altes Backstein-Untergeschoss. Grusig!)

  20. Als Alt-Lüneburger bin Ich beschtürtzt und traurig über den wirklich tragischen Verlust eines der schönsten Häuser am Stint. Mein Mitgefühl allen Betroffenen, die nun in der Advents- und Weihnachtszeit vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Ich appelliere an alle die die Möglichkeit haben, den Bewohnern zu helfen und ihnen zu zeigen, daß an die Menschen gedacht wird, neben der mit Sicherheit aufkeimenden Diskussion um Verantwortung und Schadenersatz. Meine Hochachtung an alle Helfer und Rettungskräfte sämtlicher Organisationen, die – wiedermal – alles daran gesetzt haben um noch größeren schaden zu verhindern. Toll das es Euch gibt!
    Mit mitfühlenden Grüßen aus Hessen

  21. Sind wir eine derart kalte und nur noch auf Geld fixierte Gesellschaft geworden?
    Ja, sind wir.
    Es ist nicht schön, das ein so altes Gebäude abbrennt, aber mit Versicherungsgeldern wird es optisch wieder so aufgebaut wie es war und in ein paar Jahren spricht keiner mehr darüber.
    An die armen Leute die Ihr Hab und Gut verloren haben,(und da gibt es dann Sachen die sich nicht ersetzen lassen) wird schon wie jetzt, nächste Woche keiner mehr dran denken. Im Vordergrund steht dann wie jetzt auch, nur noch der Brand und Rote Rosen. Die Touristen werden in Scharen kommen und es wird viele Spendengelder geben und Dank Presse und Fernsehen werden auch noch ein paar Euros überbleiben. Im Wilschenbruch steht die älteste Holztribüne Deutschlands. Das juckt keine Sau das diese abgerissen wird, damit im ehemaligen Naturschutzgebiet 12 Millionäre Ihre Villa hinstellen können. Da wurde Naturschutzgebiet zu Bauland gemacht um Kohle zu machen. Da wird eiskalt ein Fußball Verein(mit unseren Kindern) auf die Straße gesetzt, der früher, so wie heute die Roten Rosen, das Aushängeschild von Lüneburg war. Aber so ist das, die Kuh gibt keine Milch mehr, dann muss sie weg. Hoffentlich lässt sich die Rote noch lange melken.

  22. Es ist SCHADE!!! Munkeln lässt sich viel – man sollte abwarten. DANKE an
    alle Helfer, die Feuerwehr und alle sonstigen Einsatzkräfte!!! Für Restaurant- und Kneipenbesitzer
    tut es mir sehr leid, ebenfalls für die dort Angestellten, die ihren Job vorerst
    verloren haben. Ebenso und besonders für alle Be- und Anwohner, jetzt ohne Behausung und
    persönliches Hab und Gut !Und das kurz vor Weihnachten!
    Was das Gebäude betrifft: wie gesagt: superschade!!! Aber auch die Mühle steht wieder, auch „Auf dem Kauf 3“ usw.
    Ich denke, die „Roten Rosen“ sind da eher zweit-bzw. drittrangig. Es stört mich ein
    wenig die Berichterstattung: …Rote Rosen und Touristen… sicherlich wichtig für
    diese Stadt, aber es trifft einfach erstmal viele alteingesessene Lüneburger ins Herz –
    davon ist gar nicht die Rede. Bitte versucht, eine Liste zu erstellen, in der aufgeführt ist, WAS GENAU
    die „obdachlos“ gewordenen benötigen, dann könnte gezielter
    sachgespendet werden. Ich denke, dies macht mehr Sinn, als sich auf dieser Plattform
    über dies und jenes zu streiten bzw. sich mit Halb/-Wissen zu profilieren.

  23. Beim Betrachten der Bilder und der Videos bekomme ich eine Gänsehaut… während meines Studiums wohnte ich in dem Haus Auf dem Kauf 3, das vor mehr als 30 Jahren kurz vor Weihnachten abgebrannt ist. Die Schrecken der Brandnacht haben sich unauslöschlich in meinem Gedächtnis eingeprägt. Aber auch die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Lüneburger (speziell die meiner damaligen Taxifahrerkollegen), die mir in den Tagen und Wochen danach entgegengebracht wurde, habe ich nie vergessen. Ich wünsche allen Betroffenen des jetzigen Großbrandes Kraft und Mut, diese schwere Zeit durchzustehen.

  24. Es ist schon erstaunlich, wieviele Verschwörungstheoretiker und Spinner sich hier verewigen.
    Die Brandermittler werden scheinbar gar nicht benötigt, da gibt es hier ja einige Allwissende, die deren Aufgabe bereits mental erledigt haben.
    Der Bürgermeister steckt also auch mit drin – so ein Schwachsinn !
    Der Brand ist ein tragisches Ereignis für uns Lüneburger und ein noch größeres für die betroffenen Wirte.
    Zum Glück wurde niemand dabei verletzt !
    Mich würde jetzt noch interessieren, wer von den Propheten hier im Forum denn aktiv mitwirkt, um dieses und andere evtl. noch folgende Unglücke zu bekämpfen ?

    Danke an alle freiwilligen Feuerwehrleute, Sanitäter und THW Leuten, an all diejenigen, die sich um die Betroffenen kümmern und Hilfsaktionen auf die Beine gestellt haben.

  25. Sagen wirs so, die Wahrscheinlichkeit, dass es Brandstiftung war, liegt bei 50 Prozent. Nimmt man dann noch hinzu, dass die Trattoria Insolvenz angemeldet haben soll, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf 75 Prozent. Da kann man nicht einfach drüber hinwegsehen, das ist recht nah an 100. Für die Brandopfer ist es eine Katastrophe, für Lüneburg der Gau. Selbst wenn man das Gebäude nach alten Plänen wieder aufbaut, wird es ein Neubau inmitten von alten Häusern. Das historische Wasserviertel wird nie wieder so schön, wie es vor dem Brand war.