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18 Fragen, 18 korrekte Antworten, für Josephine Pojtinger und Mathis Wenk vom Gymnasium Oedeme bedeutete das einen ersten Preis beim Wettbewerb Informatik-Biber. Ihre Schule kam bundesweit auf den dritten Rang. Foto: t&w
18 Fragen, 18 korrekte Antworten, für Josephine Pojtinger und Mathis Wenk vom Gymnasium Oedeme bedeutete das einen ersten Preis beim Wettbewerb Informatik-Biber. Ihre Schule kam bundesweit auf den dritten Rang. Foto: t&w

So bissig und geschickt wie Biber

ahe Lüneburg. Für seine landschaftsgestalterischen Tätigkeiten als Holzfäller und Dammbauer braucht der Biber jede Menge Biss. Er gilt als äußerst geschickt, ist auch in Niedersachsen inzwischen wieder heimisch, dennoch kommt er hierzulande nicht allzu häufig vor. Allesamt Attribute, die auch auf Josephine Pojtinger und Mathis Wenk zutreffen. Denn die beiden Schüler des Gymnasiums Oedeme haben sich so geschickt durch die 18 Fragen durchgebissen, dass sie zu den seltenen Exemplaren gehören, die jetzt beim Wettbewerb Informatik-Biber die volle Punktzahl erreichten.

Josephine hat gar keinen Informatik-Unterricht in der Schule, dennoch meisterte die Siebtklässlerin alle Aufgaben bei dem jährlichen Test mit Bravour: kein Fehler, 216 und damit die maximal mögliche Punktzahl. „Das habe ich wahrscheinlich von meinem Bruder. Der ist in der zehnten Klasse und ganz gut in Informatik“, mutmaßt die Zwölfjährige über die Gründe für ihren Erfolg. Neben ihr gelang das perfekte Ergebnis von ihrer Schule nur noch dem 14-jährigen Mathis aus der 8a. Für die Lösung der 18 Aufgaben im Internet hatten die Schüler bis zu 40 Minuten Zeit, jeweils vier Antwortmöglichkeiten waren vorgegeben. Dabei ging es zum Beispiel darum, 13 Biber auf vier verschiedengroße Boote aufzuteilen, ohne dass einer übrig bleibt, oder Baumstämme nach Gewicht zu sortieren.

Insgesamt haben bundesweit 206 430 Schüler in vier Altersgruppen teilgenommen. Das Gymnasium Oedeme stellte allein 1134 Teilnehmer und sicherte sich damit den dritten Platz in der Kategorie Schule, gleichbedeutend mit 500 Euro Preisgeld. 24 erste und 26 zweite Plätze sprechen für viele begabte Informatik-Talente.

Lehrerin Ulrike Buchholz macht das natürlich stolz. Sie ist treibende Kraft an ihrer Schule, wenn es um den Wettbewerb geht. „Dabei geht es nicht um Programmiersprachen, sondern um strukturiertes Denken und informatischen Sachverstand“, erklärt die Pädagogin. Für sie sei der Wettbewerb eine gute Möglichkeit, Schülern einen Vorgeschmack auf das Fach Informatik zu geben und sie dafür zu begeistern. „Leider zählt Informatik in Niedersachsen ja immer noch nicht zu den Pflichtfächern, dabei gibt es heute keinen Beruf mehr, in dem man nicht in irgendeiner Form mit Datenverarbeitung und -weitergabe zu tun hat.“ In den Kursen der Oberstufe seien Mädchen nach wie vor noch deutlich in der Unterzahl.

Deshalb freut es sie besonders, wenn Josephine schon mal durchblicken lässt, dass sie durchaus Interesse daran habe, das Fach ab Klasse 10 auch zu wählen. Und dass sie dazu noch sportlichen Ehrgeiz entwickelt: „Nächstes Jahr knacken wir beim Wettbewerb auch noch den Teilnehmerrekord.“