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Schreiben Recycling groß: David Raoul Maas (l.) und Max Melter verkauften an der Universität im Handumdrehen 100 2nd Page-Blöcke. Foto: be
Schreiben Recycling groß: David Raoul Maas (l.) und Max Melter verkauften an der Universität im Handumdrehen 100 2nd Page-Blöcke. Foto: be

Das Recycling vor dem Recycling

mm Lüneburg. Damit hatten sie selbst nicht gerechnet: Innerhalb von 20 Minuten waren alle Blöcke ausverkauft, hundert insgesamt. Keine normalen Blöcke, sondern bereits beschriebene. Mit dem Projekt „2nd Page“, zu Deutsch zweite Seite, warb die studentische Initiative Enactus Lüneburg im Hörsaalgang der Leuphana jetzt für das Wiederverwerten der Rückseiten von bedruckten oder bemalten Papier – noch vor dem eigentlichen Recycling.

„Jeder kennt das Problem. Man druckt eine Hausarbeit, sieht Fehler auf den Ausdrucken und druckt dann erneut“, erläutert BWL-Student David Raoul Maas. Was passiert mit den Fehlausdrucken? Sie landen im Müll. Dabei könnten sie noch verwendet werden. Verschwendung, findet Maas und kam auf die Idee der 2nd Page. Eine Idee, die nun erste Früchte trägt. Einmal bedruckte Seiten könnten auch neue Inspirationen beim Schreiben bieten, schildert Maas. Beispielsweise durch ungelöste Sudokus, Gedichte oder Skripte. „Man weiß nie, was man mit dem Block so bekommt, es ist immer eine Überraschung.“

2nd Page gibt es seit Februar, an die 600 Blöcke wurden seither produziert. Das Papier sammeln die Studenten von Enactus in Kopierläden, Kindergärten oder der Uni-Bibliothek. In der Behindertenwerkstatt der Lebenshilfe Cuxhaven werden die Seiten bei „De Bookbinners“ zusammengebunden. Der Verkaufserlös von 2,50 Euro pro Block kommt der Einrichtung zugute.

Bei der zweiten Verkaufsaktion im Hörsaalgang erhielten auch die Opfer des Brandes am Stintmarkt eine Spende. Ein Euro pro verkauftem Exemplar ging an die Hilfsaktion „Guter Nachbar“.

Bekanntheitsgrad über Lüneburg hinaus hat das Projekt auch schon erlangt – Teilnehmer des World Student Environmental Summit trugen es in die ganze Welt. Maas und seine Mitstreiter hatten das Projekt in einem Workshop präsentiert. Studenten aus Europa, Amerika und Asien nahmen die Idee mit an ihre Heimatunis, so sei sie überall hin verteilt worden, berichtet Maas stolz.