Mittwoch , 28. September 2016
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Acht Weihnachtsmänner und -frauen in blauen und roten Kostümen demonstrieren am Amtsgericht für ein besseres Umgangsrecht. Foto: be
Acht Weihnachtsmänner und -frauen in blauen und roten Kostümen demonstrieren am Amtsgericht für ein besseres Umgangsrecht. Foto: be

Trauriges Fest ohne die Kinder

rast Lüneburg. Seine Frau war im sechsten Monat schwanger, als sich das Paar 2005 trennte. Seine heute siebeneinhalb Jahre alte Tochter durfte Burkhard Röttger (49) nie sehen, auch der Umgang mit seiner fast zwölf Jahre alten Tochter wird ihm untersagt. „Ich habe viel Geld in die Hand nehmen und etliche juristische Verfahren führen müssen, um gegen den Umgangsausschluss anzugehen.“ Der Kampf habe ihn mittlerweile bis zu 20 000 Euro gekostet, brachte ihm aber vor kurzem einen kleinen Erfolg: „Ich darf meine jüngere Tochter am 23. Dezember sehen, das wird ein Treffen unter Aufsicht in einem Kinderhaus des Kinderschutzbundes. Dann kann ich ihr eine kleine Bernsteinkette als Weihnachtsgeschenk geben – und eine zweite Kette, die sie meiner älteren Tochter geben soll.“

Röttger gehörte zu den acht „Weihnachtsmännern“ in blauen und roten Kostümen von der Lüneburger Selbsthilfegruppe „Entsorgte Eltern und Großeltern“, die gestern vor einem vor dem Amtsgericht aufgestapelten Haufen von Geschenken demonstrierten – symbolhaft für die Geschenke, die ihre Kinder und Enkel nicht erhalten werden, weil der erziehende Elternteil dies verwehrt. „Immer noch gibt es zu viele Beschlüsse, die einen Elternteil nach Trennung oder Scheidung ausgrenzen“, sagt Gruppen-Sprecherin Dorette Kühn: „Somit wird das Recht der Kinder auf Kontakt zu beiden Eltern und allen anderen Bindungspersonen verletzt. Unter diesen Bindungsabbrüchen leiden die Kinder, viele werden psychisch krank.“ Viele Wissenschaftler warnten vor solchen Abbrüchen: „Aber die Justiz verschließt die Augen vor diesen Tatsachen. Familienrichter verweisen ständig aufs Kindeswohl, wenn ein Umgangsausschluss ergeht. Dabei wird vergessen, dass es dem Kind nur gut geht, wenn es geliebte Menschen sehen und anfassen darf – so wie vor der Trennung der Eltern.“ Die blauen Kostüme begründet Kühn so: „Blau ist für einen Weihnachtsmann unnatürlich. Ebenso unnatürlich ist es, dass Kinder ihre Eltern nicht sehen dürfen. Und unsere roten Kostüme stehen für die Hoffnung, dass wir endlich wieder einen vernünftigen Kontakt haben dürfen.“

In vielen Umgangsausschlüssen wird dem ausgegrenzten Elternteil oder den Großeltern zugestanden, zu Geburtstagen der Kinder oder anderen Feiertagen Briefe oder Päckchen zu schicken, doch Mitglieder der Selbsthilfegruppe wissen, dass diese die Kinder oft nicht erreichen, vom anderen Elternteil in den Müll geworfen werden. Eine ähnliche Erfahrung machte auch Burkhard Röttger: „Ich hatte meiner jüngsten Tochter ein Geburtstagsgeschenk geschickt. Es kam per Post zurück.“ Für ihn ist der Umgangsausschluss „keine Lösung, sondern seelischer Kindesmissbrauch“. Ihm hatte jetzt ein Familiengericht gestattet, seine jüngste Tochter alle 14 Tage für je zwei Stunden zu sehen – allerdings nur in Begleitung und an einem neutralen Ort: „In einer Bäckerei mit Kinderecke.“

Die Lüneburger Gruppe der „Entsorgten Eltern und Großeltern“ hat regelmäßige Treffen, zu der etwa 25 Betroffene kommen, ist auch bundesweit Ansprechpartner. Dorette Kühn: „Aus der ganzen Bundesrepublik melden sich Leute mit der Frage, was sie tun können. Ich kann ihnen nur raten, nicht aufzugeben, sich den Kindern immer wieder zu zeigen.“ Mehr Infos: www.entsorgte-eltern-und-grosseltern.de.

3 Kommentare

  1. Gute AKTION, weiter sooo

    Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

    Geschenke vom Vogel-Papa

    Es war einmal eine Vogelfamilie. Die zwei nette Kinder hatten. Die beiden kleinen hießen Piep und Matze. Der Vater war stolz auf seine beiden Vogelkinder. Unermüdlich flog er aus um Futter für seine Familie zu besorgen, und der Kindesmutter fast jeden Wunsch zu erfüllen…

    Als er eines Tages zum Nest zurückkam, war das Nest leer und verlassen.

    Auf dem Tisch lag ein Zettel, wobei sich die Mutter beschwerte das ihr Partner nicht jeden Wunsch erfüllte… Darüber das ihn seine Frau verließ war der Vogelpapa nicht so traurig aber da´er seine beiden Kinder nicht mehr sah war der Vogelpapa sehr, sehr traurig…

    Er ging zum Storch und fragte ihn: „ Meister Adebar, hast du meine Kinder gesehen?“ „Tut mir leid“, sagte der Storch, „Ich bin zwar für die Kinder zuständig, aber da kann ich dir leider nicht weiter helfen. Aber frag doch mal die Taube. Sie ist für den Frieden zuständig. Wenn einer helfen kann, dann sie.“

    Hoffnungsvoll fragte der Vogel-Papa die Taube, aber leider wusste auch sie nichts. So flog er immer weiter und fragte den Spatzen, die Amsel, die Blaumaise, das Rotkelchen, den Turmfalken, die Krähe und die Raben. So erfuhr er dass sich die Vogel-Mama mit den Kindern in einem Adlerhorst einquartiert hatte. Sie duldete keinen Besuch. Auch nicht vom Vogel-Papa. Der Vogel-Papa überlegte. Er könnte doch zum Tierschutzamt gehen. „Die müssen doch sehen, wie ich leide, und mir helfen meine Kinder wieder zu sehen.“ Also ließ er sich einen Termin geben, und füllte einen Antrag aus, und wartete und wartete lange… „Vielleicht sind die vom Tierschutzamt mit der „Sache“ überforderte… dachte er.

    So beantragte er beim Vogel-Gericht wenigsten das Recht auf Umflug mit seinen beiden Kindern.. In der Zwischenzeit hatten sie Federn bekommen, und konnten ihre ersten Flugversuche machen.

    Der Vogel beim Tiergericht hatte „Erbarmen“ mit dem leidendem Vogel-Papa: Er darf alle 14 Tage für 1,5 bis 3 Stunden seine beiden Kinder sehen, und der Umflug wird mit einen Reisebegleiter ergänzt.

    Bei ersten Begleitetem Umflug, freuten sich die Vogel-Kinder so sehr als sie ihren Vater sahen, dabei schlugen sie so übermütig mit den Flügeln, dass sie ein paar Federn verloren. Doch nach 1,5 Stunden war alles vorbei.

    Geburtstagsgeschenke die er für seinen geliebten Kinder dabei hatte, konnte oder durfte er seinen Kindern auch nicht geben.

    So suchte der Vogel-Papa Rat bei der Eule. Die Eule galt als die Waiseste und Klügste unter den Vögeln. Sie überlegte, dann sagte sie zum Vogel-Papa: “Schreibe deine Wünsche auf einen großen Zettel, zerreiße ihn und streue ihn in den Wind.“

    Der Vogel-Papa setzte sich an seinen Schreibtisch und tat wie ihm geheißen. Aber so recht glauben konnte er nicht.

    Am 24. Dezember saß er in seinem Nest und schrieb einen Brief an seine Kinder, die er aber aufhob den schreiben durfte er seinen Kindern auch nicht.

    „Die Eule“ dachte er, „hat Blödsinn geredet“.

    Dann aber machte sich der Vogelpapa mit den Weihnachtsgeschenken auf den Weg zu seinen Kindern. Die ja nur 2 km von ihm entfernt wohnten. Für Piep hatte er eine sprechende Puppe und für Matze einen Fußball, den er sich schon lange wünschte. Dabei. Doch bei dem Adlerhorst angekommen wurde er gleich verscheucht.

    Enttäuscht und müde flog er nach Hause und setzte sich hin, wobei er einnickte. Plötzlich horchte er auf. Hatte da jemand ans Fenster geklopft. Er wischte das Fenster ab und sah hinaus. Waren es seine Kinder die er schemenhaft im Nebel sah? Waren sie im nachgeflogen? „Wir haben deinen Zettel gelesen den uns der Wind an unser Fenster wehte. Wir haben dich lieb, Papa“. Drang es durch den winterlichen Nebelwald. „Wir hatten einen schönen Traum“ drang eine Kinderstimme an sein Ohr. Wir haben mit die gespielt, mit einer sprechenden Puppe“, sagte Piep. „Und einem Fußball“, ergänzte Matze. „Es war so im Leben, als wäre es gar kein Traum.“- „Der Traum ist eine andere Wirklichkeit. Und die kann einem niemanden nehmen“, hörte der Vogel-Papa jemanden spreche. „Ein Traum ist ein Geschenk ohne Rückgaberecht.“ Es war die Eule, die sich erhob und mit den Vogelkindern im Nebel verschwand. „Tschüß, wir kommen bald wieder“, klang es noch in seinen Ohren. „Ich muß wohl geträumt haben“, dachte er, „Oder etwa doch nicht?“

    D.R. Schmalzbauer 2005

  2. macht weiter so. An alle Familiengerichte mit ihren Professionen, wann endlich haben unsere Kinder und Enkelkinder ein Recht auf Vater und Mutter und auf beide Grosseltern. Wielange wird nur zum Mutterwohl entschieden. Es braucht in Afrika ein ganzes Dorf, damit ein Kind erzogen wird. Warum nicht in unserer so tollen Wohlstandsgesellschaft! Jedem deutschen Familienrichter wünsche ich persönlich dieses Leid an seinen eigenen Kindern mitzuerleben.

  3. Wenn man als Insider die Szene beobachtet, wird vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte immer wieder auf die verachtende Rechtsprechung im deutschen Familienrecht deutlichst hingewiesen. Von Seiten der Politik ändert sich nichts, wie Frau Leutheusser-Schnarrenberger bereits im Dezember 1997 zur Änderung des Kindschaftsrechts einer Gruppe von Müttern versichert hatte.
    Alle guten Ansätze, wie auch die elterliche Sorge für Väter, die nicht mit der Mutter verheiratet sind, laufen in der Praxis weitgehend ins Leere. Oft entsteht der Eindruck, dass Richter ihr Handwerkszeug, die Gesetze, nicht kennen. So wurde in einem kürzlich entschiedenen Fall vom Familiengericht Hamburg zum Umgang, einem Vater, weil er in Haft ist. das Umgangsrecht verweigert, wobei auf die Entziehung des Sorgerechts durch das Amtsgericht Greifswald aus demselben Grund zurückgegriffen wurde – und das ohne Anhörung!
    Im Juni 1977 wurde im Eherecht das Schuldprinzip zur Scheidung abgeschafft. Im Jahr 2013, nach zwei wesentlichen Paradigmenwechseln zugunsten der Rechte der Kinder, wird in konkreten Fällen auf ein Recht zurückgegriffen, das längst auis dem Verkehr gezogen wurde – aber viele Familienrichter scheint das nicht zu stören. Offenbar glauben sie, dass über ihnen nur der blaue Himmel ist.