Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Container an der Schule Im Roten Felde werden noch länger stehen bleiben, der geplante Anbau wird keinesfalls schon zu Beginn des kommenden Schuljahres fertig sein. Foto: t&w
Die Container an der Schule Im Roten Felde werden noch länger stehen bleiben, der geplante Anbau wird keinesfalls schon zu Beginn des kommenden Schuljahres fertig sein. Foto: t&w

Schule wächst rasend schnell

ahe Lüneburg. Manchmal sind es auch die erfreulichen Entwicklungen, die zu Problemen führen. Dass im Roten Feld deutlich mehr Kinder leben als in den vergangenen Jahren, ist angesichts der demografischen Entwicklung ein gutes Zeichen. Doch die gestiegene Geburtenrate und der Zuzug junger Familien sorgt an der Grundschule im Stadtteil für einen Engpass. Schon im vorigen Sommer mussten drei Container aufgestellt werden, weil der Platz im Gebäude nicht mehr ausreichte. Inzwischen ist längst klar: Es wird angebaut. Die Planungen haben bereits begonnen.

Damit wächst die Grundschule zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit. Im August 2011 war ein Erweiterungsbau mit Mensa, Computerraum und Bücherei eingeweiht worden. Die Umwandlung zur Offenen Ganztagsschule hatte den Schritt erforderlich gemacht. Dass nun, wenige Zeit später, schon wieder ein Anbau ansteht, hatte der Stadt als Schulträger auch Kritik eingebracht, von Fehlplanung war die Rede. Doch das weist die Verwaltung zurück. Thomas Wiebe, Leiter des Bereichs Bildung, erklärt: „Die Schule war ursprünglich zweizügig ausgelegt, mit dem Anbau hatten wir dem Ganztagswunsch der Schule entsprochen. Erst danach hat es im Einzugsgebiet der Schule unheimlich viele Zuzüge von Familien mit Kindern im Grundschulalter gegeben. Das war vorher nicht absehbar.“

Nun sei klar, dass die Schule zumindest in den nächsten Jahren dreizügig laufen soll, das erfordere die neuerliche Erweiterung. Denn der Andrang bleibt groß, auch weil durch die Umwandlung zur Ganztagsschule nun auch Kinder aus anderen Stadtteilen aufgenommen werden können. Doch die Betonung liegt auf „können“. Wiebe macht deutlich: „Eltern haben einen Rechtsanspruch darauf, dass ihr Kind an einer Ganztagsgrundschule beschult wird, wenn sie es wollen. Nicht aber auf eine bestimmte Schule.“ Bedeutet bei aktuell drei Ganztagsgrundschulen im Stadtgebiet: Ist im Roten Feld kein Platz, können Kinder, die außerhalb des Schulbezirks wohnen, an die St.-Ursula-Schule oder an die Anne-Frank-Schule verwiesen werden.

Dass es so weit auch kommt, scheint nicht utopisch. Momentan liegen für die neue 1. Klasse im kommenden Schuljahr 80 Anmeldungen vor, und damit mehr, als eine Dreizügigkeit mit maximal 78 Plätzen zuließe. Nur Kinder, die auch im Schulbezirk Rotes Feld wohnen, haben einen Platz sicher. Zwar gebe es im Bereich der Universität auch quasi eine Ausgleichsfläche, also ein Gebiet, in dem Kinder je nach Größe des jeweiligen einzuschulenden Jahrgangs im Viertel mal zum Roten Feld, mal zur Grundschule Hasenburger Berg „gelotst“ werden. Doch die Schule Hasenburger Berg, die sich ebenfalls auf den Weg zur Ganztagsschule gemacht hat, ist gemessen an der Schülerzahl schon jetzt die aktuell größte in der Stadt, Platz entsprechend Mangelware. Sie käme als „Manövriermasse“ kaum in Frage.

Derweil gehen in der Verwaltung die Planungen ins Detail. Mindestens vier Klassen- und zwei Gruppenräume müssen gebaut werden, zudem ein neues Lehrerzimmer, die Schule wünscht sich vor dem Hintergrund der Inklusion zudem eine Behinderten-Toilette. Wiebe nennt den Zeitplan: „Wir werden die Planungen in nächster Zeit der Schule vorstellen und mit ihr abstimmen.“ Nach den schulischen Gremien ist die Politik gefragt, muss der Schulausschuss des Rates grünes Licht geben. Die Ausschreibung erfordert ebenfalls Zeit, sodass das kommende Schuljahr definitiv noch mit Containern beginnen wird.

„Schade“, sagt Schulleiterin Cosima Richter-Koch, „ich hatte gehofft, dass die Planungen schon weiter sind.“ Die Schule sei mit der Stadt schon seit Längerem im Gespräch, die Anforderungen seien benannt. „Nun hoffe ich, dass es wenigstens so zügig vorangeht, dass der neue Anbau vielleicht zum 1. Februar 2015 fertig ist.“