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Seit Jahren ist die Wohnanlage Am Weißen Turm in den Schlagzeilen. Immer wieder beklagen Mieter gravierende Mängel. Der Komplex mit 600 Wohnungen nahe dem Klinikum hat zwar nun neue Besitzer, gebessert habe sich die Situation aber seither nicht, konstatieren Bewohner. Foto: A/t&w
Seit Jahren ist die Wohnanlage Am Weißen Turm in den Schlagzeilen. Immer wieder beklagen Mieter gravierende Mängel. Der Komplex mit 600 Wohnungen nahe dem Klinikum hat zwar nun neue Besitzer, gebessert habe sich die Situation aber seither nicht, konstatieren Bewohner. Foto: A/t&w

Alte Konflikte gären weiter

ca Lüneburg. Nach dem Verkauf der Anlage Am Weißen Turm und Hinter der Saline mit mehr als 600 Wohnungen an zwei neue Eigentümer ist es ruhig geworden um den Komplex. Scheinbar, denn alte Konflikte gären weiter. Manch einem Mieter bereitet Sorgen, was die Hausbesitzer vorhaben. Die Stadt plant daher für Januar eine Informationsveranstaltung.

Ein Blick zurück. Mit der alten Hausverwaltung Berghs und Partner, deren Verträge auslaufen, lagen viele Mieter über Kreuz. Die LZ hat immer wieder über deren Sorgen berichtet: über Wochen defekte Aufzüge, kaputte Eingangstüren, Probleme mit Abrechnungen für Heiz- und Nebenkosten, Schimmelbefall in den Wohnungen. Vor dem Amtsgericht waren Vertreter der damaligen holländischen Eigentümer Dauergast — so manches Verfahren haben die Vermieter gegen ihre Mieter verloren.

Es gab eine Anwohnerversammlung von der SPD. ,,Aber nach dem Wahlkampf haben wir nichts mehr gehört“, sagt einer der Mieter-Aktivisten, der seinen Namen aus Sorge um seine Wohnung nicht in der Zeitung lesen will. Vor Monaten blitzte die Idee auf, einen Mieterbeirat zu gründen: ,,Vergessen? Wir sind enttäuscht von der Politik.“ Die Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze, die damals mit der SPD zur Bürgerversammlung eingeladen hatte, räumt ein, dass sie das Thema zeitweilig etwas aus dem Blick verloren habe. Doch für Anfang kommenden Jahres ,,möchte ich die beiden neuen Eigentümer zusammen mit Mietern zu einer Veranstaltung einladen“. Da die Stadt Ähnliches plant, könne man ein gemeinsames Treffen ins Auge fassen.

Mieter, die seit Jahren immer wieder aus ihrer Sicht unklare Nebenkostenabrechnungen anzweifeln, fragen sich, was zum Beispiel mit der Abrechnung für das Jahr 2012 sein wird. Denn der bisherige Ansprechpartner Berghs und Partner wird durch neue Verwaltungen ersetzt. Berghs-Geschäftsführer Olaf Bieniek versucht zu beruhigen: ,,Dafür sind wir zuständig. Unterlagen können eingesehen werden.“ Zwar ziehe die Firma aus den bisherigen Büros aus, bleibe mit etwa zehn Mitarbeitern aber in Lüneburg, um von hier aus Immobilien in ganz Deutschland zu verwalten.

Die Stadt ist mit den neuen Eigentümern im Gespräch und pocht darauf, dass Auflagen erfüllt werden, die bereits verhängt wurden. So soll der Unternehmer aus Seevetal, der die ,,weißen Häuser“ erworben hat, in Wohnungen Schimmel entfernen. Die oft kritisierten Fahrstühle sollen derzeit funktionieren. Für die ,,roten Häuser“ ist eine Firma aus Wiesbaden verantwortlich, sie lasse die Gebäude untersuchen und wolle in den kommenden Monaten ein Sanierungskonzept vorstellen.

Zudem möchte die Stadtverwaltung am Mittwoch, 8. Januar, ab 19 Uhr in der Aula der neuen Musikschule über das geplante Sanierungsgebiet informieren.